Waiblingen

Scharfes Curry und Garnelensuppe

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Sakultra Poommimahasal isst gern scharf und süß-sauer. © Palmizi/ZVW
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Waiblingen. Suppe mit Garnelen und Lemongras, scharfe Currys, gebratene Nudeln mit Gemüse und Ei: Zwischen Buddhas, Blumenbildern und Fotos des thailändischen Königspaars serviert Sakultra Poommimahasal im Thai-Imbiss in der Kurzen Straße originale Thai-Küche. „Unsere Küche muss scharf sein“, sagt die 56-jährige Frau aus Thailand. „Leute, die gerne scharf essen, müssen zu mir kommen.“

Natürlich ist das mit der Schärfe so eine Sache. Was die einen megascharf finden, lässt die anderen müde lächeln, und erst recht riesengroß sind die internationalen Unterschiede. „Wenn Deutsche scharf sagen, ist es für mich oft noch sehr mild“, sagt Sakultra Poommimahasal und lächelt. Angewöhnt hat sie sich deshalb, im Zweifel ihre Gäste vorher zu fragen. Manche Leute wollen’s schärfer, manche milder, weiß sie inzwischen. „Und manche mögen überhaupt kein Chili.“ Für sie selbst ist das undenkbar. Als gebürtige Thai liebt sie scharf gewürzte rote Currys, klare Suppen mit Garnelen und Lemongras, den Geschmack von Ingwer und Galgant. „Wir essen gern frisches Gemüse, das nur kurz gekocht wird“, erklärt sie. „Wir lieben es, wenn es noch knackig ist. Die thailändische Küche ist knusprig, scharf und wenig fett.“

Sie kam 1994 der Liebe wegen nach Deutschland

1994 kam Sakultra Poommimahasal der Liebe wegen nach Deutschland. Sie fand Arbeit in thailändischen, italienischen und chinesischen Restaurants und arbeitete sieben Jahre lang in der Küche des Waiblinger Kreiskrankenhauses. 2009 eröffnete eine ihrer Freundinnen den Thai-Imbiss in der Kurzen Straße. Sakultra Poommimahasal half zuerst in der Küche, bis sie das kleine Lokal mit knapp 20 Innenplätzen und einigen Terrassenplätzen im Jahr 2011 übernahm. Heute managt die kleine zierliche Frau den Einkauf, den Service, das Kochen, Aufräumen und Putzen allein – freundlich, fröhlich und aufgeschlossen. Nur während des Altstadtfestes, wenn der Laden zwei Tage lang so richtig boomt und Massen von Festlesgängern Lust auf Curry und gebratene Thainudeln haben, holt sie sich Hilfe: „Drei Leute in der Küche, drei vorne an der Ausgabe“, erklärt sie.

Exotische Zutaten

Die exotischen Zutaten ihrer Küche wie Currypasten und Thai-Basilikum holt sie in Asialäden in Stuttgart, seit der Waiblinger Asialaden um die Ecke geschlossen hat. Gemüse wie Brokkoli, Karotten, Paprika und Bohnen kauft sie in Waiblingen, vor Großveranstaltungen auch mal auf dem Großmarkt. Kochen gelernt hat Sakultra Poommimahasal bei ihrer Mutter in Thailand. In Thailand leben noch ihre Geschwister, dorthin zieht es die praktizierende Buddhistin auch immer wieder zurück. Zu Hause fühlt sie sich indes in Deutschland, sagt sie – dort, wo auch ihre beide Söhne leben und ihr deutscher Freund. Selbst die deutsche Küche ist ihr schon lange nicht mehr fremd: „Am liebsten mag ich Spätzle und Champignonsoße.

Es sind viele Stammkunden, die bei Sakultra Poommimahasal zwischen Orchideen und Buddhas thailändische Reis- und Fischgereichte essen oder bei ihr ein Mittagessen zum Mitnehmen ordern. „Alle Kunden sind nett“, erzählt die zierliche Frau. Dass sie in ihrem Imbiss alleine zwischen Gästen, Töpfen und Pfannen wirbelt, sei ihren Stammkunden klar. Wenn’s klemmt, geht deshalb auch mal einer selbst zum Kühlschrank und holt sich dort ein Getränk. Man kennt sich und man schätzt sich gegenseitig.


Partyservice

Der Thai-Imbiss von Sakultra Poommimahasal in der Kurzen Straße 12 ist täglich von 12 Uhr bis 21.30 Uhr geöffnet. Die Gerichte werden so zubereitet, dass ein Mitteleuropäer die Schärfe verträgt. Wer’s schärfer mag oder nachwürzen möchte, sollte dies vorher angeben. Auch spezielle Wünsche werden gerne erfüllt: „Sie kennen ein bestimmtes Gericht, fragen Sie uns“, wirbt Sakultra Poommimahasal auf ihrer Karte.

Im Lokal gibt es rund 20 Sitzplätze, weitere auf der Terrasse. Alle Gerichte sind zum Mitnehmen. Partyservice gibt’s auf Vorbestellung.


Urlaub auf dem Teller

Wer ein Land kennenlernen will, muss seine Küche probieren. Zwiebelsuppe und Eclairs in Frankreich, frische Pasta in Italien, süße Mehlspeisen in Österreich, scharfe Currys in Thailand – all das schmeckt nach Urlaub. Aber auch wer nicht verreisen kann, kann sich den Urlaub auf den Teller holen.

Weitere Teile unserer Serie:

Spanien: Restaurante Alvarinas: Paella mit Pulpo und Hühnchen

Türkei: Wie der Döner nach Waiblingen kam

China: Chinas Küche: Essen, was gesund macht