Waiblingen

Schnelle PCR-Tests im Waiblinger Bürgerzentrum: Nach nur einer Stunde das Ergebnis

ultraschnelle PCR-Tests
In das PCR-Gerät wird die Kartusche eingeführt. Vorher wurde das Virenmaterial in der Pufferlösung eingefüllt. © Benjamin Büttner

Selbstzahler können ab sofort einen PCR-Test beispielsweise vor einer Urlaubsreise im Waiblinger Testzentrum Bürgerzentrum machen. Die PCR-Geräte namens Vivalytic stammen vom Waiblinger Unternehmen Bosch-Healthcare-Solutions. Termine für PCR-Tests werden über das Buchungssystem des Landkreises gemacht. Das Besondere an den Geräten ist, dass Getestete das Ergebnis inklusive Vor- und Nachbereitungszeit nach einer Stunde vorliegen haben – in gedruckter Form inklusive der Personalausweis-ID, wie es zurzeit oft für eine Reise ins Ausland gefordert wird.

„Der Test kostet Selbstzahler 100 Euro“, erklärt Apotheker Patrick Pfeifer. Ein PCR-Test in der Arztpraxis liege dagegen bei 150 Euro, weiß Hausärztin Ana Scherer. Das Ergebnis dauere dort bis zu drei Tage. Die Stadt Waiblingen hat das Bürgerzentrum mietfrei den Apotheken und Ärzten, die dort Tests zur Eindämmung der Corona-Pandemie durchführen, überlassen, was sich wiederum auch im Preis der PCR-Tests zeige, betont Pfeifer.

Getestet werden hier generell Bürger, die keine Beschwerden haben. Wer als Kontaktperson gilt oder Anzeichen einer Sars-CoV-2-Erkrankung aufweist, sollte einen PCR-Test beim Arzt machen lassen, macht Apotheker Patrick Pfeifer deutlich.

Wunsch: PCR-Test nach positivem Schnelltest direkt vor Ort

Ziel ist, dass im Testzentrum Bürgerzentrum nach einem positiven Antigen-Schnelltest-Ergebnis ein PCR-Test zur Absicherung direkt im Anschluss gemacht werden kann. Im Moment steht aber noch die Frage der Abrechnung aus. Der Knackpunkt hierzu ist die Corona-Testverordnung des Landes. Diese sieht vor, dass solche PCR-Tests in Arztpraxen und im Anschluss durch Labormediziner durchgeführt werden. Nicht aber durch Apotheker und ein solches PCR-Gerät. „Qualitativ sind PCR-Tests mit unseren Geräten gleichrangig“, betont Geschäftsführer der Bosch-Healthcare-Solutions Marc Meier.

Im Moment liegt der Antrag hierfür beim Sozialministerium des Landes und bei der Kassenärztlichen Vereinigung – Bearbeitungsstand und Ausgang ungewiss.

Oberbürgermeister Andreas Hesky sieht mit den ultraschnellen PCR-Geräten ganz neue Möglichkeiten für Waiblingen. „Vielleicht wären wir die erste Stadt, welche die Schulen wieder öffnen könnte“, gibt er zu bedenken. Denn die Tage der Ungewissheit nach einem positiven Antigen-Schnelltest und einem ausstehenden PCR-Testergebnis sind nervenaufreibend, weiß er. Bei einem positiven Schnelltestergebnis eines Schülers könnte direkt ein PCR-Test erfolgen, so dass die gesamte Klasse innerhalb kurzer Zeit Gewissheit hat, ob tatsächlich eine Erkrankung vorliegt oder nicht, betont Hesky. Für ein Pilotprojekt wäre er bereit, „Geld in die Hand zu nehmen“, sagt er.

Ein ganzes Labor in einer kleinen Kartusche

Die Vivalytic-Geräte, wie die Produktbezeichnung lautet, reagieren sensibel auf eine geringe Anzahl von Viren, erklärt Pressesprecher Thomas Berroth von Bosch-Healthcare-Solutions. Für einen Test wird zunächst ein Rachenabstrich oder ein Nasenabstrich gemacht. Im nächsten Schritt wird das Sekret einer speziellen Pufferlösung zugefügt. Exakt 0,3 Milliliter landen in einer Kartusche, die, wie auch das Röhrchen mit der Pufferlösung, vom Gerät gescannt wird. Die Kartusche, die in Waiblingen hergestellt wird, „ist wie ein kleines Minilabor“, erklärt Berroth. Dort laufen sämtliche Prozesse ab, die sonst etwa händisch von einem Labormediziner durchgeführt werden. Das Genmaterial wird vervielfältigt. Apotheker Patrick Pfeifer führt die Kartusche in das Gerät ein, auf dem Bildschirm startet ein Countdown, der die Wartezeit aufzeigt, die es braucht, bis das Testergebnis vorliegt. In Waiblingen führt neben Patrick Pfeifer von der Central Apotheke solche ultraschnellen PCR-Tests auch Apotheker Eleftherios Vasiliadis von der Apotheke Marktgasse durch. Wie im Bürgerzentrum sind auch dort zwei solcher Geräte platziert. Weitere nutzt im Rems-Murr-Kreis etwa das Klinikum.

Ursprünglich für den Nachweis von Erregern sexueller Krankheiten gedacht

Zehn Jahre hatte es gedauert, bis die Firma Bosch-Healthcare-Solutions die PCR-Geräte entwickelt hatte. Zunächst waren sie für Erreger von sexuellen Erkrankungen vorgesehen und waren im Februar 2020 betriebsbereit. Nachdem die Corona-Pandemie im vergangenen Frühjahr Fahrt aufgenommen hatte, hat es sechs Wochen gedauert, bis die Geräte eine Corona-Infektion nachweisen konnten.

Bosch-Healthcare-Solutions stehe im ständigen Kontakt mit Wirtschaftsförderer Marc Funk und Oberbürgermeister Andreas Hesky. Nachdem im Bürgerzentrum das Testzentrum eingerichtet wurde, war bald schon die Idee geboren, dass die PCR-Geräte auch dort zum Einsatz kommen. Nach zwei Wochen Testlauf kann Apotheker Patrick Pfeifer sagen, dass die Geräte gut angenommen werden und „die Nachfrage groß ist“.

Selbstzahler können ab sofort einen PCR-Test beispielsweise vor einer Urlaubsreise im Waiblinger Testzentrum Bürgerzentrum machen. Die PCR-Geräte namens Vivalytic stammen vom Waiblinger Unternehmen Bosch-Healthcare-Solutions. Termine für PCR-Tests werden über das Buchungssystem des Landkreises gemacht. Das Besondere an den Geräten ist, dass Getestete das Ergebnis inklusive Vor- und Nachbereitungszeit nach einer Stunde vorliegen haben – in gedruckter Form inklusive der Personalausweis-ID, wie

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