Waiblingen

Schulen in Waiblingen sollen mobile Luftfilter bekommen

Forschungsprojekt: Luftfilter im Klassenzimmer einer Schule in Oberschleißheim, 2021
Symbolbild: Luftfilter in einem Klassenzimmer der Grundschule Parksiedlung in Oberschleißheim. | © Florian Peljak

Gut möglich, dass sich der Elternwunsch nach Luftfiltern in Waiblinger Schulen doch noch erfüllt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat ein entsprechendes Förderprogramm von 60 Millionen Euro für die Kommunen angekündigt. Die Stadt Waiblingen hat vor, diese Zuschüsse in Anspruch zu nehmen und Geräte als zusätzlichen Schutz gegen das Coronavirus zu bestellen. Derzeit wird ermittelt, wie viele benötigt werden. Eltern und Kinderärzte drängen auf Luftfilteranlagen für Klassenräume, um angesichts der Gefahr einer vierten Welle wegen der Delta-Variante neue Schulschließungen nach den Ferien zu vermeiden.

Ausdrücklich distanziert sich der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky von der von Schorndorf ausgehenden Darstellung, eine Runde der OBs habe entschieden, von Luftfilteranlagen in Schulen Abstand zu nehmen. „Es gibt keine gemeinsame Haltung oder gar eine gemeinsame Pressemitteilung.“ Derzeit läuft an Waiblinger Schulen die Abfrage, wie viele Geräte benötigt werden. Das Förderprogramm zielt auf Klassenzimmer der Stufen eins bis sechs, weil diese kleineren Kinder nicht die Chance haben, einen Impfschutz zu erhalten.

Ermittelt wird zudem der Bedarf an Kitas

Außer der Anzahl der benötigten Luftfilter lässt der Rathauschef ermitteln, ob die Schulen die Geräte überhaupt wünschen. Sollten sich Rektoren und Lehrer dagegen aussprechen, sei dies zu respektieren. Gleichzeitig wird der Bedarf in Kindertagesstätten abgefragt. Zumal in der Ankündigung des Förderprogramms durch den Ministerpräsidenten nur von Schulen die Rede war, müsste die Stadt für die Ausstattung der Kitas wohl vollumfänglich selbst aufkommen. Auch hinsichtlich der Schulen macht sich Hesky keine Illusionen und geht davon aus, dass die Kommunen sich beteiligen sollen, wie in der Schulfinanzierung üblich.

Kommunen sollen Hälfte der Kosten tragen 

Tatsächlich sieht das Land wohl vor, dass die Städte und Gemeinden die Hälfte der Kosten tragen. Wann und ob überhaupt sie die Luftfilter anschaffen möchten, sei ihnen überlassen, so Winfried Kretschmann. Nicht nur wegen der Kosten sehen manche Kommunen die Lüftungsgeräte kritisch. Lautstärke und die Frage der Wirksamkeit spielen eine Rolle. „Die bis jetzt bekannten Ergebnisse von derzeit laufenden Modellversuchen sind ambivalent und zeigen, dass Lüftungsgeräte ein regelmäßiges Lüften der Räume nicht ersetzen“, sagt auch der Waiblinger Oberbürgermeister.

Falsche Sicherheit?

Zu beurteilen, ob die Anlagen helfen oder nicht, dürfe nicht Sache der einzelnen Kommunen sein, so Hesky weiter. Das müssten wissenschaftliche Untersuchungen zeigen. Sie sollten auch sicherstellen, dass die Anlagen nicht zu einer Verbreitung der Virenlast führen. „Das wäre dann eine falsche ,Sicherheit’, die durch solche Geräte erzeugt würde.“ Es müsse zudem geregelt sein, ob zusätzlich das Tragen von Masken erforderlich ist.

Stationäre Lüftungen sind kurzfristig nicht umsetzbar

Bei einer Sitzung des Städtetags Ende Juni habe er sich mit einigen Amtskollegen dafür eingesetzt, dass die Landesregierung erklären soll, ob sie die mobilen Anlagen für die Schulen und gegebenenfalls Kitas möchte, berichtet OB Hesky. „Es kann doch nicht sein, dass die Anschaffung ins Belieben jeder Kommune gestellt wird.“ Genau dies aber geschieht nun: Der Ministerpräsident spricht von einer „Entscheidungshoheit der Kommunen“.

Noch einmal anders verhält es sich mit den stationären Lüftungsanlagen: Diese könnten nach Heskys Meinung eingebaut werden, wo Umbaumaßnahmen ohnehin anstehen. Die Nachrüstung von fest eingebauten raumlufttechnischen Anlagen bedürfe planerischen Aufwands, sei mit umfangreichen Baumaßnahmen und hohen Kosten verbunden und nicht kurzfristig umsetzbar. Sie seien für das kommende Schuljahr schlicht nicht umsetzbar.

Gut möglich, dass sich der Elternwunsch nach Luftfiltern in Waiblinger Schulen doch noch erfüllt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat ein entsprechendes Förderprogramm von 60 Millionen Euro für die Kommunen angekündigt. Die Stadt Waiblingen hat vor, diese Zuschüsse in Anspruch zu nehmen und Geräte als zusätzlichen Schutz gegen das Coronavirus zu bestellen. Derzeit wird ermittelt, wie viele benötigt werden. Eltern und Kinderärzte drängen auf Luftfilteranlagen für Klassenräume, um

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