Waiblingen

Seilbahn auf Spielplatz Blütenäcker außer Betrieb: Kinder und Eltern sauer

Seilbahn Spielplatz Blütenäcker Protest
Kinder fordern am Spielplatz Blütenäcker in Waiblingen auf einem Plakat: "Wir wollen die Seilbahn zurück." © Gabriel Habermann

„Das schießt mal wieder den Vogel ab“: Stephan Wolf, Vater eines 17-jährigen Sohnes, wundert sich, warum bei ihm vorm Haus in den Blütenäckern in Waiblingen-Süd auf dem Spielplatz vom städtischen Bauhof eine Seilbahn abmontiert wird. Die, sagt er, gebe es schon seit 14 Jahren – und nun sei vor einigen Wochen das Sitzteil mit der Kette abmontiert worden. Anwohner hatten sich über Lärm beschwert. Folge: Die Seilbahn kann von den Kindern überhaupt nicht mehr genutzt werden.

„Ich find’s mal wieder ein unüberbietbares Zeichen von Kinderfeindlichkeit“, ärgert sich Stephan Wolf – und ist damit nicht allein: Mehr als 150 Unterschriften wurden mittlerweile für den Erhalt der Seilbahn gesammelt.

Familienvater Volkmar Priber findet, dass dadurch den Kindern, die gerade jetzt in der Sommerzeit und nach der langen Corona-Pause wieder gern draußen spielen möchten, ein attraktives Spielangebot im Wohngebiet Blütenäcker fehlt. Er bat deshalb das Spiel- und Spaß-Mobil Waiblingen darum, an ein oder zwei Nachmittagen in der Woche zum Spielplatz in den Blütenäckern zu kommen – so lange, bis die Seilbahn wieder einsatzfähig ist.

Kinder protestierten mit selbst gemalten Plakaten

Stephan Wolf berichtet, dass zuletzt viele Kinder selbst gemalte Plakate aufgehängt hatten, in denen sie zum Ausdruck brachten, dass sie ihre Seilbahn wiederhaben wollen. Diese, sagt der Familienvater, seien jedoch ebenfalls abgehängt worden. Er fragt sich, warum gerade jetzt die Seilbahn ein Problem sein soll. 14 Jahre lang habe er nichts gehört. „Es hat keinen groß gestört.“

Stadt: Benutzung der Seilbahn hat sich als geräuschintensiv herausgestellt

Laut der Ersten Bürgermeisterin Christiane Dürr und Baubürgermeister Dieter Schienmann wurde der Sitz der Seilbahn samt Kette bereits am 12. Mai demontiert. „Grund war weniger der Kinderlärm, sondern die schon seit längerer Zeit wiederkehrenden Beschwerden mehrerer direkter Anwohnerinnen und Anwohner über das vor allem bauartbedingte Geräusch, das beim Aufprall des Schlittens an der Feder am Seilbahnende entsteht.“ In der Tat habe sich die Benutzung der Seilbahn als sehr geräuschintensiv herausgestellt, da sie oftmals von mehreren Personen gleichzeitig bespielt werde, die sich gegenseitig anschieben. Dadurch werde die Geschwindigkeit und somit auch das Anprallgeräusch deutlich erhöht. Christiane Dürr und Dieter Schienmann stellen zudem klar: „Es gab keine Sicherheitsmängel.“

Stadt will im Interessenskonflikt vermitteln

Der Spielplatz wurde mit Errichtung des Baugebiets Blütenäcker hergestellt. Die Seilbahn ist laut der Stadt bereits auf einem Luftbild aus dem Jahr 2008 zu sehen. Die Spielplatzfläche wird von der Stadt nicht infrage gestellt. Die Verwaltung ist nach eigenen Angaben vielmehr bemüht, in diesem Interessenskonflikt zwischen lärmgeplagten Anwohnern und den Seilbahnnutzern einen akzeptablen Kompromiss für alle Beteiligten zu finden und umzusetzen. „Die Planung hierzu werden wir gerne mit allen Betroffenen abstimmen. Sobald die entsprechenden Planungen vorliegen, ist vorgesehen, beide Seiten zu einem Gespräch hierüber an einen Tisch zu bitten“, betonen die Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr und Baubürgermeister Dieter Schienmann. Dass viele Eltern für den Erhalt der Seilbahn unterschrieben haben, ist der Stadt bereits bekannt.

„Das schießt mal wieder den Vogel ab“: Stephan Wolf, Vater eines 17-jährigen Sohnes, wundert sich, warum bei ihm vorm Haus in den Blütenäckern in Waiblingen-Süd auf dem Spielplatz vom städtischen Bauhof eine Seilbahn abmontiert wird. Die, sagt er, gebe es schon seit 14 Jahren – und nun sei vor einigen Wochen das Sitzteil mit der Kette abmontiert worden. Anwohner hatten sich über Lärm beschwert. Folge: Die Seilbahn kann von den Kindern überhaupt nicht mehr genutzt werden.

„Ich find’s

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