Waiblingen

Seltsamer Schaum in der Rems: Umweltsünde oder natürliche Ursache?

Remsschaum
Am Häckerwehr in Waiblingen. © Gaby Schneider

Ein unschöner Anblick bot sich am Donnerstag Fußgängern auf dem Häckersteg an der Neustädter Straße: Ein schmutzig-gelber bis brauner Schaumteppich breitete sich beim Remswehr nahe der Galerie Stihl aus. Hat da jemand Seife im Fluss verklappt? Immer wieder sind solche Schaum-Anhäufungen zu beobachten, ganz besonders an der Unterseite von Wehren. Michael Seeger, Fachbereichsleiter für städtische Infrastruktur, erklärt, was es damit auf sich hat: Der starke Regen dieser Woche hat große Mengen von Blütenstaub, der sich während der zurückliegenden Wochen der Trockenheit an Ufern und Oberflächen angesammelt hat, in die Rems gespült. Die Fließgeschwindigkeit, die zuletzt fast gegen null ging, hat wieder zugenommen. Wegen der Fallhöhe des Wassers am Wehr werde der Staub kräftig aufgewirbelt – dabei entsteht der Schaum. Dieser sei also „definitiv“ natürlichen Ursprungs und nicht etwa die Folge illegaler Chemikalien-Entsorgung. Für diese Jahreszeit handele es sich um ein recht typisches Phänomen, gerade dann, wenn wie jetzt Starkregen auf eine längere Trockenperiode folgt.

Menschengemachte Verunreinigungen der Rems, etwas wenn jemand in größerem Umfang Tanks mit Spülmittel säubert, stellten ganz seltene Ausnahmen dar und würden nach Möglichkeit verfolgt. An Regenzuläufen werden zudem zweimal jährlich unangekündigt Proben entnommen, um die Sauberkeit des Wassers zu überwachen – nicht zuletzt in der Nähe von Gewerbebetrieben. Auch den berüchtigten Fettbergen ist der städtische Abwasserbetrieb auf der Spur. Sie können entstehen, wenn etwa in der Gastronomie keine Fettabscheider vorhanden sind.