Waiblingen

Senta Berger verrät vor ihrem Auftritt in Waiblingen im Interview, wie sie ihren Kaffee trinkt und ob sie gerne ins Kaffeehaus geht

Senta Berger
Schauspielerin Senta Berger. © Carpeartem

Was verbindet die Schauspielerin und Filmproduzentin Senta Berger mit einem Wiener Kaffeehaus, wie trinkt sie am liebsten ihren Kaffee, und kann sie dies überhaupt als Prominente ungestört in einem Kaffeehaus tun? Vorab hat sie dies Redakteurin Diana Feuerstein im Interview verraten. Mit ihrem Programm Wiener Melange tritt sie am Freitag, 2. Juli, um 20 Uhr im Bürgerzentrum auf, wobei sie unter anderem Texte von Literat Alfred Polgar liest. Musikalisch begleitet wird sie von Daniel Frühwirth an der Geige und Johannes Zahlten an der Violine.

Frau Berger, in Waiblingen werden Sie Wiener Kaffeehausliteratur gekonnt in Szene setzen. Wann waren Sie das letzte Mal in einem Wiener Kaffeehaus zu Gast?

Im Oktober in Wien, vor dem November-Lockdown.

Vorab haben Sie Alfred Polgar zitiert, der sagte: Ins Kaffeehaus geht man, wenn man alleine sein will und dazu Gesellschaft braucht. Sie, Frau Berger, genießen durch zahlreiche Bühnen- und Fernsehauftritte einen hohen Bekanntheitsgrad. Können Sie sich überhaupt noch alleine – vielleicht auch mit Ihrem Mann Michael Verhoefen – ins Kaffeehaus setzen, wie es Alfred Polgar selbst beschrieben hat?

Ja, das ist das Wesen des Wiener Kaffeehauses, dass man dort vollkommen in Ruhe gelassen wird – es ein ungeschriebenes Gesetz ist, Prominente nicht wahrzunehmen.

Was lieben Sie am Wiener Kaffeehaus?

Die Atmosphäre, die schwer zu beschreiben ist: ein ruhiger Ort, je nachdem natürlich, welches Kaffeehaus man besucht. Ein interessanter Ort, je nachdem, wie viele Zeitungen für den Gast ausliegen. Ein süßer Ort, je nachdem, wie der Marillenkuchen ist. Ein duftender Ort, je nachdem, wie der Kaffee ist.

Das Kaffeehaus diente vielen Literaten als Ort der Inspiration. Was ist Ihr Ort der Inspiration?

Die Natur. Ein Wald. Ein Fluss.

Wo und wie trinken Sie am liebsten Ihren Kaffee?

Im Café Bräuner in Wien. Und zu Hause zum Frühstück. Schwarz mit ganz wenig Milch.

Wie kam es zum Projekt Wiener Melange, das Sie nach Waiblingen führt?

Es ist eines meiner liebsten Leseprogramme und ich bin vom Veranstalter in Waiblingen darauf angesprochen worden.

Was transportiert Ihrer Meinung nach ein Literat wie Alfred Polgar?

Polgar rückt die kleinen Dinge ins Licht einer Großaufnahme. Er lenkt unseren Blick auf die scheinbaren Kleinigkeiten, die ein Weltbeben auslösen können. Und dann – er schreibt ein so wunderbares Deutsch, so klar und doch poetisch. Und natürlich immer leicht humorvoll und ironisch.

Was bedeutet es für Sie, nach dem langen Lockdown wieder live vor Publikum zu stehen?

Ich habe zwei Filme während der Lockdown-Zeit gemacht. Und vor kurzem erst für die Bayerische Akademie der Künste eine Lesung in Bamberg. Ich bin nicht entwöhnt. Ich freue mich, wenn ich in Waiblingen einem aufgeschlossenen Publikum gegenüberstehe und werde – wie es sich gehört – auch Lampenfieber haben. Es wird daher nicht ganz diese Bedeutung haben, diese Gefühle auslösen, die sicherlich viele Theaterkollegen von mir haben, wenn sie endlich wieder vor Publikum spielen dürfen.

Wie lange werden Sie in Waiblingen bleiben? Wo geht es als Nächstes hin?

Ich fahre nach dem Abend wieder nach München zurück. Ich werde einen Tag später vom Filmfest München mit dem ‘Cine Merit’ geehrt und muss mich ein wenig auf diese Veranstaltung vorbereiten.

Sie haben im Mai Ihren 80. Geburtstag gefeiert. Was haben Sie sich als Nächstes vorgenommen? An den Ruhestand scheinen Sie ja zum Glück, wie viele Fans sicher der Meinung sind, noch lange nicht zu denken …

 ... Ich habe mir gar nichts vorgenommen: genieße es einfach, kein Programm zu haben - nicht in Termine eingespannt zu sein. Wenn mir eine Arbeit gefällt, wenn ich sie mit Vergnügen machen kann, wenn sie eine Herausforderung ist – gerne, dann nehme ich sie an. Und wenn nicht, dann freue ich mich auf Reisen und Lesen und Reisen und Garten und Enkelkinder und Reisen ...

Info

Vor-Ort-Tickets für die Veranstaltung sind ausverkauft. Bereits erworbene Karten behalten laut Veranstalter ihre Gültigkeit. Der Abend wird gestreamt. Tickets hierfür kosten fünf Euro. Den Zugang zum Livestream sowie weitere Informationen gibt es unter www.buergerzentrum-waiblingen.de/livestream.

Was verbindet die Schauspielerin und Filmproduzentin Senta Berger mit einem Wiener Kaffeehaus, wie trinkt sie am liebsten ihren Kaffee, und kann sie dies überhaupt als Prominente ungestört in einem Kaffeehaus tun? Vorab hat sie dies Redakteurin Diana Feuerstein im Interview verraten. Mit ihrem Programm Wiener Melange tritt sie am Freitag, 2. Juli, um 20 Uhr im Bürgerzentrum auf, wobei sie unter anderem Texte von Literat Alfred Polgar liest. Musikalisch begleitet wird sie von Daniel Frühwirth

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