Waiblingen

Sex auf der Erleninsel: Hauptverhandlung vertagt

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Die Erleninsel in Waiblingen. © Laura Steinke

Waiblingen.
Eine 26-Jährige stand wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses vor dem Waiblinger Amtsgericht. Im März dieses Jahres hatte die junge Frau laut Anklageschrift unter einem Pavillon auf der Erleninsel Sex mit einem Mann. Nun hat der Verteidiger der jungen Frau Einspruch eingelegt und die Einstellung des Verfahrens gefordert. Das Verhalten seiner Mandantin werde in dem Verfahren falsch bewertet, da ihr hoher Alkoholisierungsgrad nach der Tat nicht überprüft worden sei, sagte er. Auch sei seiner Meinung nach der Mann die treibende Kraft gewesen. Dieser habe sich den Alkoholisierungsgrad der Angeklagten zunutzegemacht.

Doch für Richterin Christel Dotzauer kam eine Einstellung des Verfahrens nicht infrage, weshalb die Angeklagte zunächst ein Geständnis ablegen sollte. Die Angeklagte sagte, dass sie sich mit dem Mann und seiner Freundin in Waiblingen am Bahnhof getroffen habe. Ihr Ziel sei es gewesen, den beiden zu helfen, die laut Angaben der Angeklagten aus ihrer Wohnung geschmissen worden seien. Am Bahnhof sei der 26-Jährigen aufgefallen, dass der Mann stark alkoholisiert gewesen war. „Er hat gesagt, dass er Alkohol braucht“, sagte sie. Mit dem Alkohol vom Supermarkt seien sie zu dritt auf die Erleninsel gegangen. „Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Absicht, mich sexuell zu betätigen“, sagte die Angeklagte.

Im Pavillon noch mehr getrunken

Unter dem Pavillon hätten sie alkoholische Getränke zu sich genommen – und schließlich sei durch die Initiative des Mannes der Geschlechtsverkehr zustande gekommen. Sie selbst habe unter dem Einfluss von starken Medikamenten und Alkohol gestanden und daher die Situation nicht beurteilen können. Sie habe nicht die Absicht gehabt, jemanden zu beschämen, so die Angeklagte weiter. „Für mich war der Pavillon ein Rückzugsort“, sagte sie. „Mir tut es leid, dass Dritte sich dadurch beschämt gefühlt haben.“ Außerdem beteurte die junge Frau: „Für mich ist es eine sehr unangenehme Lehre fürs Leben, ich würde es gerne rückgängig machen.“ Richterin Christel Dotzauer forderte ein Gutachten an, um die Schuldfähigkeit der Angeklagten zu überprüfen, und vertagte die Hauptverhandlung auf unbestimmte Zeit.