Waiblingen

Sieben Tipps für den sicheren Schulweg

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Kinder sollten den Weg zur Schule bereits vor Schulbeginn üben und die Gefahrenstellen kennenlernen. © Laura Edenberger

Waiblingen. Der sichere Schulweg will gelernt sein! Am Montag beginnt das neue Schuljahr und rund 500 Waiblinger Abc-Schützen werden sich zum allerersten Mal auf den Weg zur Schule machen. Wie Eltern ihren Kindern helfen können, sicher zur Schule zu kommen, verraten diese sieben Tipps.



Am Montag beginnt die Schule und für mehr als 500 Erstklässler beginnt damit auch ein neuer Lebensabschnitt. Sie gehen wortwörtlich neue Wege – nämlich die zur Schule. Die Stadtverwaltung stellt dafür Schulwegpläne für alle Grundschulen zur Verfügung. Dort ist unter anderem eingezeichnet, auf welcher Straßenseite Kinder am besten laufen sollten, wo sie die Straße möglichst sicher überqueren können und an welchen Straßen Vorsicht geboten ist, weil sie besonders stark befahren sind, erläutert Frank Röpke, Verkehrsplaner der Stadt Waiblingen.

Plakate und Banner für Autofahrer

Pünktlich zum Schulanfang werden außerdem Plakate und Banner im Stadtgebiet und in den Ortschaften verteilt, die Autofahrer dazu anhalten sollen, besonders auf Schulkinder achtzugeben. „Eltern sollten aber auf jeden Fall vorher mit ihren Kindern üben, wie sie sicher zur Schule kommen“, sagt Oliver Conradt, Ordnungsamtsleiter bei der Stadt Waiblingen. Wie das gelingt, erklären unsere sieben Experten-Tipps:

1. Kurz heißt nicht unbedingt sicher

Eltern sollten den besten Weg wählen, und das muss nicht unbedingt der kürzeste sein. Manchmal ist es besser, kleine Umwege in Kauf zu nehmen, wenn dafür zum Beispiel stark befahrene Straßen gemieden und Ampeln genutzt werden können. Um den sichersten Weg ausfindig zu machen, können die oben genannten Schulwegpläne der Stadt herangezogen werden. Wichtig sei es aber auch, den Weg persönlich abzugehen, betont Röpke. Die Pläne würden zwar regelmäßig aktualisiert, dennoch könnten sich kurzfristig Änderungen ergeben. Laut Verkehrswacht sollten Eltern den Weg auch unbedingt verbindlich mit ihren Kindern vereinbaren – das schützt vor ungewohnten Situationen, die die Kleinen noch nicht gut einschätzen können.

2. Möglichst früh beginnen, zu üben

Sinnvoll ist es, den Weg mindestens fünf- bis zehnmal gemeinsam abzugehen, rät die Verkehrswacht. Am besten ist es demnach, den Weg zu Schulwegzeiten zu gehen, also morgens und mittags. Dabei sollten Eltern ihren Kindern ganz genau zeigen, auf welcher Seite des Gehwegs sie laufen sollten, wo sie die Straße überqueren können und wo sie besonders vorsichtig sein müssen. Schwierige Situationen sollten dabei einzeln geübt werden, auch wenn sie sich, wie beispielsweise eine Ampel, wiederholen. Grundschulkinder verknüpfen Aufpassen und ein bestimmtes Verhalten mit einer ganz bestimmten Situation und können es noch nicht gut auf andere übertragen (siehe Infobox).

3. Die Rollen tauschen

Sinnvoll ist es, beim Üben auch mal die Rollen zu tauschen und sich den Weg vom Kind erklären zu lassen. So merken Eltern, ob das Kind wirklich alles verstanden hat, und das Wissen festigt sich dabei noch besser.

4. Unerwartetes erwarten

Auch wenn der Schulweg noch so gut sitzt – es kann immer etwas Unerwartetes passieren. „Es kann zum Beispiel eine Ampel defekt sein oder ein Lkw den Gehweg zuparken, oder es gibt eine Baustelle“, gibt Amtsleiter Conradt zu bedenken. Daher sei es gut, solche Gegebenheiten vorab mit dem Kind durchzuspielen. „Dann weiß mein Kind, wie es sich in einer solchen Situation verhalten soll.“

5. Grundlagen beibringen

Wichtig für den sicheren Schulweg ist auch die grundlegende Verkehrserziehung. Dabei sollten Kinder laut Verkehrswacht unter anderem lernen, auf der dem Verkehr abgewandten Seite des Gehwegs zu gehen, nicht aus Parklücken heraus die Straße zu überqueren und gerade über die Straße zu gehen, nicht schräg. Beibringen sollten Eltern ihren Kindern auch, dass sie nicht umkehren, sondern weitergehen sollen, wenn die Ampel von Grün auf Rot schaltet, während sie die Straße überqueren. Für unerwartet herannahende Autos gilt Ähnliches: Hier rät die Verkehrswacht, Kinder sollten aufpassen, Blickkontakt zum Autofahrer suchen und wenn möglich weitergehen. „Die Verkehrserziehung übernimmt auch zum Teil die Polizei an den Schulen“, sagt Conradt. Das sei eine Art Gemeinschaftsprojekt.

6. Elterntaxis vermeiden

Von den Eltern mit dem Auto zur Schule gefahren zu werden heißt nicht gleich sicherer Schulweg. Wie die Stadt Waiblingen in einer Pressemitteilung schreibt, verunglücken die meisten Kinder als Beifahrer im Auto. Hinzu komme, dass eigene Erfahrungen im Straßenverkehr als Mitfahrer nicht gemacht werden können. Die sozialen Kontakte fehlen, wenn die Kinder „abgeschirmt“ zur Schule gebracht werden. Außerdem seien Bewegung und frische Luft nicht nur gesund, sondern erleichterten es den Kindern, sich in der Schule zu konzentrieren, heißt es in der Mitteilung weiter. Eltern sollten daher über Alternativen nachdenken. Eine Möglichkeit könnte sein, sich mit anderen Eltern zusammenzutun und die Kinder gemeinsam zur Schule gehen zu lassen, schlägt Conradt vor.

7. Vorbild sein

Das gilt natürlich nicht nur für Eltern, sondern für alle Erwachsenen: Sind Kinder in Sichtweite, sollten sie besonderen Wert darauf legen, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten. Kinder lernen durch Zusehen – und zwar von guten wie von schlechten Vorbildern.


Die Schulwegpläne

Die Schulwegpläne stellt die Stadt Waiblingen auf ihrer Internetseite zur Verfügung. Sie können auf der Internetseite der Stadt Waiblingen abgerufen werden.

Was Kinder schon können – und was nicht

Kinder lassen sich sehr schnell ablenken. Je kleiner sie sind, desto mehr. So kann ein Hund, den sie entdecken, beispielsweise dazu führen, dass sie nicht mehr auf den Verkehr achten.

Die Fähigkeit, sich bewusst auf eine Sache zu konzentrieren, nimmt erst ab dem siebten Lebensjahr schrittweise zu.

Transferleistungen sind im Grundschulalter nur eingeschränkt möglich: Kinder können Gelerntes also noch nicht von einer auf andere Situationen übertragen.

Kinder haben einen anderen Blickwinkel – schon alleine, weil sie kleiner sind als Erwachsene. Sie können nicht über Autodächer hinwegschauen, nehmen herannahende Autos anders wahr und können Geschwindigkeiten noch nicht gut einschätzen.

Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer sollten daher in den Gebieten um die Schulen herum besonders umsichtig fahren. (Quelle: Verkehrswacht)