Waiblingen

Skaterpool soll Highlight werden

Skaterpool soll Highlight werden_0
Sieht noch ganz gut aus, ist vom Zeitgeist aber überholt: Die Skateranlage in der Talaue. Bis zur Gartenschau wird sie neu gestaltet. © Palmizi / ZVW

Waiblingen. Eins der größten Highlights der Remstal-Gartenschau in Waiblingen ist die Skateranlage in der Talaue. Pünktlich zur Gartenschau soll der bestehende Skaterpark beim Hallenbad völlig neu konstruiert und umgebaut werden. Der Gemeinderat hat den Baubeschluss gefasst – und einstimmig auch den deutlichen Mehrkosten zugestimmt. Statt 680 000 Euro schlägt die Anlage mit 840 000 Euro zu Buche.

In zwei Workshops hat sich eine Gruppe Jugendlicher inklusive Vertreter des Jugendgemeinderats mit der Umgestaltung des Skaterparks befasst. Bis zur Remstal-Gartenschau soll der aus dem Jahr 1998 stammende Skatepark völlig umgebaut sein und den neusten Anforderungen gerecht werden.

Auch über 2019 hinaus, das ist der Plan, soll die Anlage ein Anziehungspunkt für die ganze Umgebung sein: für Skater wie BMX-Fahrer und Inliner, für Anfänger genauso wie für versierte Fahrer.

1100 Quadratmeter groß soll die Anlage werden und attraktiv für alle Alters- und Nutzgruppen. Der Waiblinger Parcours ist als Flow Park konzipiert und in zwei unterschiedlich nutzbare Bereiche mit fließendem Übergang gegliedert. Dominierendes Element wird die bis zu 2,35 Meter tiefe Bowl, die in das Gelände eingegraben wird. Ergänzt wird die Anlage durch eine Street-Plaza für Skateboarder auf allen Erfahrungsstufen.

Bowl heißt auf Englisch Schüssel

Bowl heißt auf Englisch Schüssel und hat seinen Ursprung in den stillgelegten Swimming Pools. In den Siebzigern begannen Skater damit, in leeren Pools zu skaten. Heute werden in Skateparks oft Bowls angelegt, weil dort einfacher zu skaten ist als in einer Halfpipe. In Waiblingen wird der Betonkörper als Plateau in der Wiesenfläche verlegt, auf Wege zur Bowl wird komplett verzichtet.

Frei geformte, organisch ineinanderfließende Bereiche werden vor Ort in Handarbeit in Ortbetonbauweise erstellt und durch Betonfertigteile ergänzt. Die Streetfläche bietet hauptsächlich Raum für die Skateboarder, die in diesem Bereich ihre verschiedenen Lines und Tricks üben können.

Kosten wird der neue Pool voraussichtlich 840 000 Euro

Darin befinden sich Elemente, die dem städtischen Raum nachempfunden sind. Der Pole ist beispielsweise einem umgeknickten Straßenpoller nachgeahmt, aus dem der Skater herausgrinden, also rausrutschen kann. Wege zum Skaterpark soll’s nicht geben, stattdessen soll die Anlage für sich stehen und nicht von Fuß- oder Radwegen gekreuzt werden.

„Die Jugendlichen kommen über die Wiese zum Skaterplatz“, erklärte Baubürgermeisterin Birgit Priebe im Planungsausschuss. Erst wenn klar ist, welchen Weg sie einschlagen, soll dieser Trampelpfad dann geschottert werden.

Die von den Jugendlichen gewünschte Planung ist spannend, aber kostspielig. 680 000 Euro waren für den Umbau nach einer Schätzung vom Frühjahr 2016 vorgesehen, kosten wird der neue Pool voraussichtlich aber 840 000 Euro.

„Das wird ein Anziehungspunkt für die Jugendlichen"

„Unser Budget wird überschritten“, räumte Baubürgermeisterin Birgit Priebe in der Sitzung ein. Allerdings seien für 60 Prozent der Kosten die Zuschüsse gesichert, und die Anlage sei dauerhaft das zentrale Jugendprojekt in der Talaue. Zudem sei es schwer, Jugendliche zu begeistern ... „Insofern haben wir uns getraut, vorzuschlagen, mehr Geld in die Hand zu nehmen.“

Großes Wohlwollen und allgemeine Begeisterung auch im Gemeinderat. Die Planung abspecken und 70 000 Euro einsparen, das kam für keinen der Räte infrage. „Das Projekt sollte nicht auf Schmalspur gesetzt werden“, forderte etwa Peter Abele (CDU). Gut investiert fand auch sein Fraktionskollehe Ingo von Pollern das Geld.

Urs Abelein (SPD), Iris Förster (ALi) und Bernd Mergenthaler (FDP) sahen das genauso: „Das wird ein Anziehungspunkt für die Jugendlichen, es wäre schade, zu sparen“, befand Mergenthaler.


Anlage wird kurz vor der Gartenschau fertig

  • Bis zum Gartenschaujahr 2019 bleibt nicht mehr viel Zeit. Mit einer Mischung aus Fertigteilen und Handarbeit vor Ort in Ortbetonbauweise soll der Skaterpool schnell gebaut werden.
  • Die Anlage soll aber erst kurz vor dem Anpfiff der Gartenschau fertig werden: Schließlich, so Baubürgermeisterin Birgit Priebe, soll der Skaterpool etwas Besonderes sein und nicht schon Monate vorher benutzt werden.
  • Die Teile der Bahn, die im neuen Pool nicht mehr gebraucht werden, sollen in den Ortschaften wieder aufgebaut werden. Auch Korb hat bereits sein Interesse an den Skater-Elementen angemeldet.