Waiblingen

So sieht die neue Partnerstadt von Waiblingen aus

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„King Neptune“, die bronzene Statue König Neptuns, an der Strandpromenade von Virginia Beach ist eines der Wahrzeichen der Stadt. © Ramona Adolf
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Am Strand von Virginia Beach. © Ramona Adolf
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Das Virginia Beach Convention Center. © Mathias Ellwanger
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Am Chesapeake Bay Beach. © Mathias Ellwanger
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Das Stadtzentrum von Virginia Beach. © Mathias Ellwanger
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Am Strand von Virginia Beach. © Mathias Ellwanger
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In Virginia Beach ist auch Militär stationiert. © Mathias Ellwanger
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Am Chesapeake Bay Beach. © Mathias Ellwanger
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Am Strand von Virginia Beach. © Mathias Ellwanger
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Im State Park. © Mathias Ellwanger
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Die Resort Beach Band beim Boardwalk. © Mathias Ellwanger
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Sonnenuntergang am Strand. © Mathias Ellwanger
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Das Foto wurde nach Virginia Beach geschickt: Rat sagt Ja zur Städtepartnerschaft. © Pöschko-Kopp / ZVW

Waiblingen. Der Schüleraustausch zwischen dem Staufer-Gymnasium und der Tallwood High School in Virginia Beach funktioniert bereits, Wirtschaftsbeziehungen, Studentenaustausch und Praktika sollen folgen. Ende 2015 hat in Waiblingen die größte Stadt Virginias mit der Bitte angeklopft, eine Partnerschaft einzugehen. Nun hat der Gemeinderat mit großer Begeisterung der Verbindung mit der 440 000 Einwohner großen Stadt zugestimmt.

Schon auf den ersten Blick ist Virginia Beach beeindruckend. Auf Fotos ist ein 45 Kilometer langer weißer Sandstrand vor den dunkelblauen Wellen des Atlantiks zu sehen. Ein Strand, der im Guinness-Buch der Rekorde als „longest pleasure beach in the world“, als längster Vergnügungsstrand der Welt, aufgeführt wird.

Die Sommermonate Juli und August sind sehr heiß: Temperaturen an die 40 Grad Celsius können in Virginia Beach leicht erreicht werden. Vor allem im Sommer flanieren am Strand und in der Stadt viele amerikanische Touristen. Ausländische Besucher indes sind laut Internet-Seite Wikipedia kaum anzutreffen.

Stihl überbrachte die Anfrage aus Virginia Beach

Das könnte sich ändern. Denn in absehbarer Zeit könnten auch Waiblinger unter den Touristen sein. Wie berichtet, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einer Städtepartnerschaft mit der erst 1906 gegründeten Stadt an der Ostküste grünes Licht gegeben. Im Dezember 2015 hatte die Stadtverwaltung ein Schreiben aus Virginia Beach erreicht, mit der Bitte, eine Städtepartnerschaft einzugehen. Dass der Postillon d’Amour die Firma Stihl war, ist kein Zufall. Hier wie da ist der Sägenhersteller der größte Arbeitgeber. 2009 hatte bei Stihl in Virginia Beach ein erstes Treffen mit Bürgermeister Will Sessoms stattgefunden. Ein Jahr später war Sessoms mit einer Delegation bei Stihl in Waiblingen. Das Essen, an dem auch die Waiblinger Fraktionsspitzen teilnahmen, sei „eine wertvolle Erfahrung“ gewesen, sagte Oberbürgermeister Andreas Hesky jetzt im Gemeinderat. 2011 wurde die offizielle Vereinbarung für den Schüleraustausch zwischen dem Staufer-Gymnasium und der Tallwood High School unterschrieben, ein Jahr später fand der erste Austausch statt.

„Wunsch des Staufer-Gymnasiums ist es, den Schüleraustausch zu verstärken“, berichtete Hesky. „Das würde man bei einer offiziellen Partnerschaft leichter hinbekommen.“ Fest steht für den Oberbürgermeister: Die Verbindung muss angesichts der großen Entfernung anders gepflegt werden als die nach Mayenne, Devizes, Baja oder Jesi. „Aber man hat ja auch Telefon und Videokonferenzen etc.“ Neben dem Schüleraustausch könnte der Austausch auf Studententreffen beruhen, auf wirtschaftlichen Beziehungen, Kontakten der Kunstschulen und von Sportlern. Und natürlich gelte dasselbe wie für jede Partnerschaft: Die Bürger sollen einbezogen werden, Toleranz und Offenheit erleben.

Beim Gemeinderat stieß der Vorschlag auf einhellige Zustimmung. „Eine Partnerschaft kann nicht ausgeschlagen werden“, gab Alfonso Fazio für die Alternative Liste zu Protokoll. Die große Entfernung sei natürlich ein Problem, eine „Massenbewegung“ werde diese Partnerschaft nicht werden. Die ALi-Fraktion werde aber zustimmen und den Austausch positiv begleiten. Fazio: „Zurzeit ist es umso wichtiger, mit Amerikanern darüber zu sprechen, dass nicht alles gut ist, was Amerika macht.“

Vor 150 Jahren suchten Millionen Menschen in Amerika ihr Glück

„Wir sind sehr angetan und wollen uns gern einbringen“, sagte FDP-Sprecherin Julia Goll. Mit Virginia Beach habe Waiblingen mehr Anknüpfungspunkte als mit manch anderen Partnern. Erfreut zeigte sich auch SPD-Chef Roland Wied: Städtepartnerschaften dienten dazu, Völker einander näher zu bringen. „Für viele ist Amerika immer noch ein Hort der Freiheit. Vor 150 Jahren haben sich Millionen Europäer auf den Weg gemacht, um der Armut zu entfliehen.“ Ob Schüleraustausch oder wirtschaftliche Beziehungen: „Wir sind zuversichtlich, dass die Partnerschaft lebendig gestaltet werden kann.“

Der Schüleraustausch sei ein guter Anknüpfungspunkt, meinte auch CDU-Chef Siegfried Kasper. Die Partnerschaft ablehnen sei gar nicht möglich. Dass Verständnis für andere Völker immer wichtiger werde, betonte DFB-Sprecher Wilfried Jasper. „Die DFB steht dem trotz der Entfernung positiv gegenüber.“ Offen für die Partnerschaft zeigten sich auch Daniel Bok (Grünt) und Bernd Wissmann (BüBi).

So geht’s weiter

Nach dem Beschluss des Gemeinderats will Oberbürgermeister Andreas Hesky Gespräche mit Virginia Beach aufnehmen. Zu klären seien nun die Unterzeichnungszeremonien, sagte er.

Ende des Jahres wird in Waiblingen eine Delegation aus Virginia Beach erwartet.