Waiblingen

Sorgen um das Altstadtfest

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Gäste am Stand des VfL Waiblingen beim Altstadtfest 2019. © ZVW/Alexandra Palmizi

Waiblingen.
„Das Altstadtfest ist auch nicht mehr das, was es mal war“ – das ist ein Satz, der pünktlich zur Waiblinger Stadtparty so zuverlässig und inbrünstig aus vielen Mündern wiederholt wird wie beim Oktoberfest das „Prosit der Gemütlichkeit“. Jetzt beschäftigt das Altstadtfest auch die Kommunalpolitik. Die CDU-Fraktion fordert ein neues Konzept, eine „Frischzellenkur“ für das Fest der Vereine.

Was gab es nicht schon Versuche, das Altstadtfest zu beleben. Vor rund zehn Jahren entwickelte eine „Zukunftswerkstatt“ Pläne, die schon längst wieder vergessen sind. Nicht ganz so lange ist’s her, da machten sich die Pfadfinder für eine Trennung von Altstadtfest und mittelalterlichem Staufer-Spektakel stark. Eine Umfrage des Ludwigsburger Marktforschungsinstituts GMA ergab dann allerdings, dass fast drei Viertel der Besucher beide Feste lieber in der bewährten Kombination genießen.

Triste Diagnose

Zunächst klingt die Diagnose der Waiblinger CDU reichlich trist: Seit 45 Jahren sei das Waiblinger Altstadtfest eine Institution und für viele – heutige und frühere – Waiblinger ein fester Termin im Kalender. In den vergangenen Jahren habe sich jedoch die Anzahl der am Fest teilnehmenden Vereine deutlich reduziert. Früher beliebte Treffpunkte seien verwaist, die Lücken zwischen den Ständen würden von Jahr zu Jahr größer. Infolge dessen habe in den vergangenen Jahren auch die Besucheranzahl spürbar abgenommen. Was ältere Semester bestätigen: Früher herrschte an neuralgischen Punkten „Drucketse“ – also kaum ein Durchkommen. Das war zuletzt nicht mehr der Fall. Ersatzlos verschwunden sind einst beliebte Altstadtfest-Spielflächen wie die Neue Gasse, wo Amnesty International Bands rocken ließ.

Um dem Abwärtstrend rechtzeitig entgegenzuwirken, fordert Michael Stumpp namens der CDU-Fraktion, das Altstadtfest fit für die Zukunft zu machen und die Festkonzeption professionell zu überarbeiten. Vorgeschlagen wird von den Christdemokraten, möglichst die städtische Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketings-GmbH WTM einzubinden.

Finanzielle Risiken und Probleme für die Vereine

Insbesondere will die CDU-Fraktion prüfen lassen, wie die Vereine durch die Stadt besser unterstützt werden können. Auf dass sie weiter am Altstadtfest teilnehmen, trotz der damit verbundenen finanziellem Risiken und den Problemen bei der Aktivierung von Helfern. Selbst der VfL als mitgliederstärkster Verein und feste Astaf-Größe stand schon vor dem Absprung. Stattdessen trat er 2018 mit neuem, verschlanktes Konzept für die drei Tage auf dem Marktplatz an. Statt großer Bühne mit Massen von Bierbänken und lauter Live-Musik gab’s Holzlauben mit kleineren Sitzgruppen und eher leise Töne.

Weiter schlagen die Initiatoren des Antrags vor, die auf dem Festgelände in den vergangenen Jahren entstandenen Lücken durch „attraktive Angebote von Gastronomen, Weingütern, Schaustellern oder beispielsweise auch von externen Vereinen und Institutionen“ zu schließen. Deren Angebote sollten sich in die zu erarbeitende Neukonzeption einfügen und die bestehenden Angebote der Vereine ergänzen. Die Highlight-Wochenenden der Remstal-Gartenschau hätten gezeigt, welches Potenzial in Waiblingen steckt, sagte Michael Stumpp in seiner Haushaltsrede. „Diese Begeisterung sollten wir uns erhalten und für eine Frischzellenkur für unser Altstadtfest nutzen.“

Schon vor Monaten hatte Stadtrat Hans-Ingo von Pollern angekündigt, dass seine Fraktion in Sachen Altstadtfest initiativ werden will. Angesprochen war auch das Eröffnungsprogramm. Der nun von der CDU eingebrachte Antrag ist einer von insgesamt 84 Anträgen für den Stadthaushalt 2020. Noch vor Weihnachten wird der Gemeinderat darüber beraten und entscheiden. Zuvor muss die Stadtverwaltung ihre Stellungnahme dazu erarbeiten.

Waiblingen.
„Das Altstadtfest ist auch nicht mehr das, was es mal war“ – das ist ein Satz, der pünktlich zur Waiblinger Stadtparty so zuverlässig und inbrünstig aus vielen Mündern wiederholt wird wie beim Oktoberfest das „Prosit der Gemütlichkeit“. Jetzt beschäftigt das Altstadtfest auch die Kommunalpolitik. Die CDU-Fraktion fordert ein neues Konzept, eine „Frischzellenkur“ für das Fest der Vereine.

Was gab es nicht schon Versuche, das

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