Waiblingen

Sport-Kita beim VfL Waiblingen soll Anfang 2023 fertig sein

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Beim Freibad Waiblingen soll eine Sport-Kita entstehen. © Gabriel Habermann

Der Bedarf an Kindergarten-Plätzen ist groß in Waiblingen. Abhilfe schaffen soll ein weiterer Neubau: An der Schorndorfer Straße wird die Stadt eine Sport-Kita mit 60 Plätzen für über dreijährige Kinder und zehn Plätzen für unter dreijährige Kinder bauen. Das hat der Gemeinderat nun beschlossen, obwohl die Planung mit einigen Fragezeichen versehen ist – von der Verkehrssituation bis zu den Kosten.

Eltern können ihre Kinder nicht an der Schorndorfer Straße zur Kita bringen und von dort abholen, das erlaubt die Verkehrssituation dort nicht. Stattdessen führt die Zufahrt auf dem abschüssigen Terrain künftig halb um das Gebäude herum und über eine Wendeschleife wieder zurück. Zunächst war in der Planung noch vorgesehen, dass die Eltern hier die Kinder in einer sogenannten „Kiss and go“-Zone abgeben. Doch tatsächlich müssen Eltern ihren Nachwuchs am Eingang direkt in die Obhut des Personals geben. Was wohl oder übel bedeutet, dass Kinder und Eltern erst einmal ums Gebäude herum bis zum Eingang gehen müssen. Stadträte äußerten in den Ratsgremien Zweifel an der Praktikabilität dieser Lösung, so zum Beispiel Bernd Mergenthaler (FDP), der davor warnte, an der Realität in den Familien vorbeizuplanen.

Holzbauweise bevorzugt

Auch Baubürgermeister Dieter Schienmann räumt einen „kleinen Nachteil“ ein. Aber: „Die Eltern stehen hier voll in der Haftung“, sagte Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr. Sie erläuterte in der Sitzung die rechtlichen Rahmenbedingungen. Es besteht die Hoffnung, dass viele Eltern ihre Kinder gar nicht erst mit dem Auto, sondern zu Fuß bringen – und dass sich im laufenden Betrieb geeignete Lösungen finden lassen.

Schon bei den Vorplanungen hatte sich herauskristallisiert, dass das Kitagebäude weitestgehend als Holz-Modulbau von einem Generalübernehmer errichtet werden soll. Dafür sprachen der Umstand, dass Holz gut zu einem Kitagebäude passt, und die Klimafreundlichkeit des natürlichen Baustoffs. Gleichwohl sind inzwischen wegen der grassierenden Holzknappheit Zweifel angebracht. Urs Abelein (SPD) regte deswegen an, Holzkontingente aus dem Stadtwald zu sichern.

Wenig Außenspielfläche

Bewusst rückt die Stadt im Fall der Kita davon ab, die einzelnen Gewerke zu vergeben, sondern setzt auf einen sogenannten Generalübernehmer, der anders als ein Generalunternehmer auch Planungsleistungen übernimmt, den Bau aus einer Hand organisiert und Aufträge an Subunternehmer vergeben kann. „Grünt“-Stadtrat Tobias Märtterer verband damit im Ratsausschuss die Sorge, dass örtliche Handwerksbetriebe keine Berücksichtigung finden. Baubürgermeister Dieter Schienmann hielt dem entgegen, dass ein Generalübernehmer hierbei im Gegenteil sogar freier agieren könne als die Stadt.

Hohe Kosten

Weiteren Grund zur Skepsis gab die Planung der Außenflächen, die sich an der Unterkante der Vorgaben von acht Quadratmetern pro Kind bewegt. Der Grund: Das Baugelände ist topografisch anspruchsvoll und wird vom Freibad sowie von Wohnbebauung eingegrenzt. Auf dem Grundstück zwischen der Kita und der Freibad-Zufahrt ist schon seit einiger Zeit Mietwohnungsbau mit kostengünstigen Wohnungen vorgesehen.

Baubürgermeister Dieter Schienmann verwies angesichts der relativ kleinen Außenspielfläche auf die nahe Talaue mit ihren vielen Möglichkeiten für Bewegung und Streifzüge durchs Grüne sowie auf den großen Bewegungsraum im Zentrum des Gebäudes. Weitere Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten sollen die Kinder durch die Kooperation mit dem VfL Waiblingen bekommen, dessen Gelände durch die Kita genutzt werden kann.

Schlucken musste so mancher Stadtrat angesichts der veranschlagten Kosten von sechs Millionen Euro. Bedingt ist der hohe Betrag nicht zuletzt durch die Vergabe an den Generalübernehmer, wobei Baubürgermeister Dieter Schienmann viel Luft in der Kostenkalkulation sieht und auf geringere Kosten hofft. Durch Einsatz der modularen Bauweise wird angestrebt, die Bauzeit zu verkürzen. Ende dieses Jahres könnten die Bauarbeiten beginnen. Im Dezember 2022 oder im Januar 2023 soll das Gebäude fertig sein und eingeweiht werden.

Der Bedarf an Kindergarten-Plätzen ist groß in Waiblingen. Abhilfe schaffen soll ein weiterer Neubau: An der Schorndorfer Straße wird die Stadt eine Sport-Kita mit 60 Plätzen für über dreijährige Kinder und zehn Plätzen für unter dreijährige Kinder bauen. Das hat der Gemeinderat nun beschlossen, obwohl die Planung mit einigen Fragezeichen versehen ist – von der Verkehrssituation bis zu den Kosten.

Eltern können ihre Kinder nicht an der Schorndorfer Straße zur Kita bringen und von dort

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