Waiblingen

SSV Hohenacker zeigt, wie Umweltschutz und Sport zueinander passen

SSV Hohenacke
Peter Wirkner (links) und Ulrich Nefzer vom SSV Hohenacker präsentieren stolz die Urkunde zu „N!-Charta Sport“ auf dem Vereinsgelände. © Alexandra Palmizi

Der SSV Hohenacker hat mit einer Unterschrift die Teilnahme beim landesweiten Projekt „N!-Charta Sport“ besiegelt. Damit verpflichtet sich der Verein, das Thema Nachhaltigkeit weiter zu etablieren und umzusetzen. „Wir haben schon viel gemacht und viel bewegt“, sagt Vorsitzender Ulrich Nefzer. Daher lag die Idee für eine Beteiligung am Projekt fast schon auf der Hand. Ihm sei es eine Herzensangelegenheit, den „Verein für die Zukunft gut aufzustellen“, wie er im Gespräch mit der Lokalredaktion Waiblingen verrät. Da führe kein Weg am Thema Nachhaltigkeit vorbei.

Nachhaltigkeit und Sport sind zwei Dinge, die nicht jeder automatisch in Verbindung setze, weiß Ulrich Nefzer. Und dennoch sei es möglich. Aktuell wollen Ehrenamtliche Stromfressern auf dem Vereinsgelände den Garaus machen. Alte Lampen sollen etwa durch neue ersetzt werden. Außerdem ist eine Fotovoltaikanlage, die wohl zwischen 20.000 und 25.000 Euro kosten wird, fürs Dach geplant, erklärt Ulrich Nefzer. Hierzu hoffe der Verein auf Unterstützung und Spendengelder.

Neue Heizung durch Spenden finanziert

Dass ein Projekt mit der Unterstützung Dritter klappen kann, ist eine Erfahrung, die der SSV Hohenacker erst vor kurzem gemacht hat, als es um eine neue Heizungsanlage im Wert von rund 45 000 Euro ging. Für den Vorsitzenden des Sportvereins war es eine Selbstverständlichkeit, dass die neue Heizung kein Ölbrenner wie der Vorgänger mehr ist. Die neue Pelletheizung ist bis auf einen kleinen Restbetrag finanziert. „Und den schaffen wir vielleicht auch noch“, sagt Nefzer und lächelt zuversichtlich.

Ein weiteres Projekt war, wie berichtet, ein neuer Grill- und Spielplatz, der örtlichen Schulen und Kindergärten zur Verfügung stehen soll und für dessen Umsetzung sich 250 Menschen finanziell eingesetzt haben, sowie Firmen und die Aktion „Cents for help“. Weitere unzählige Helfer haben mit der Hand am Spaten das Projekt unterstützt. Mit solchen Aktionen versucht der SSV, Bürger für den Verein zu gewinnen.

Auf diesem oder ähnlichen Weg engagieren sich junge Leute im Verein, die etwa die Homepage aktualisieren oder das Thema Kommunikation unter den Sportlern voranbringen, vielleicht mit Hilfe einer Vereinsapp als internes Kommunikationsmedium, so Nefzer. „Solange es nicht freiwillig läuft, läuft nichts im Verein“, weiß der Vorsitzende des SSV Hohenacker. Gleichzeitig soll es natürlich allen Beteiligten Spaß machen.

Umweltschutz im Sportverein

Das Thema Nachhaltigkeit könne kein Einzelner stemmen. „Das funktioniert nur in einer großen Gemeinschaft. In den Möglichkeiten, die wir haben, kann man einiges machen“, so seine Erfahrung. Dabei spricht er auch die Generation „Fridays for Future“ an, die auf die Straße geht, um etwas zu verändern. Im Hohenacker Sportverein können genau solche Veränderungen im Kleinen begonnen werden, betont Ulrich Nefzer.

Genau auf solche Belange zielt das Projekt „N!-Charta Sport“, wobei das „N“ für Nachhaltigkeit steht. Laut Internetseite wurde die freiwillige Selbstverpflichtung im Jahr 2017 vom „Umweltministerium des Landes gemeinsam mit dem Landessportverband Baden-Württemberg, Sportfachverbänden und Sportvereinen entwickelt und ist ein unkomplizierter Einstieg in ein Nachhaltigkeitsmanagement für alle Sportvereine in Baden-Württemberg“, heißt es dort.

Im Rahmen des Projekts sollen teilnehmende Vereine bei der Einführung und Umsetzung eines ersten Nachhaltigkeitsmanagements unterstützt werden. Ihr Handeln soll besonders gewürdigt werden. Außerdem soll der Nachhaltigkeitsgedanke in den Sportvereinen verankert werden, „um gemeinsam eine nachhaltige Zukunft zu gestalten“, ist dort weiter zu lesen.

Ulrich Nefzer hat von dem Projekt im vergangenen Herbst bei einem Seminar erfahren und war gleich Feuer und Flamme, wie er erzählt. Vor der Unterzeichnung musste der Verein ein Dokument erstellen und dem Umweltministerium vorlegen, in welchem er die Ziele festlegt. Nun reiht sich der SSV Hohenacker neben dem riesigen MTV Stuttgart mit 8600 Mitgliedern oder Olympiastützpunkt Rhein-Neckar ein, aber auch kleinere Vereine wie TUS Adelhausen oder RG Hausen Zell sind zu finden. Acht Unterzeichner sind aktuell aufgeführt.

Benachteiligte Familien unterstützen

Jeder Verein findet für sich Schwerpunkte. Neben dem Genannten setzt sich der SSV Hohenacker für „Soziale Belange“ ein. Dabei sollen Schulen und Kindergärten eingebunden werden und etwa Möglichkeiten erhalten, das Vereinsgelände zu nutzen. Darüber hinaus sollen Familien unterstützt werden, wenn sie sich etwa den Mitgliedsbeitrag nicht leisten können. Dieser soll aus demselben Topf bezahlt werden wie die Trainer. Ulrich Nefzer fürchtet keinen Missbrauch. „Man kennt sich im Ort“, sagt er und spricht von Vertrauensbasis. Es müsse erst gar nicht so weit kommen, dass ein Kind des Geldes wegen nicht teilnehmen darf.

Der SSV Hohenacker hat mit einer Unterschrift die Teilnahme beim landesweiten Projekt „N!-Charta Sport“ besiegelt. Damit verpflichtet sich der Verein, das Thema Nachhaltigkeit weiter zu etablieren und umzusetzen. „Wir haben schon viel gemacht und viel bewegt“, sagt Vorsitzender Ulrich Nefzer. Daher lag die Idee für eine Beteiligung am Projekt fast schon auf der Hand. Ihm sei es eine Herzensangelegenheit, den „Verein für die Zukunft gut aufzustellen“, wie er im Gespräch mit der Lokalredaktion

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