Waiblingen

Stadt sucht Bau-Investor

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Benningerstrasse.pdf © VLP

Waiblingen-Hohenacker. Investor gesucht: Die Stadt hat ein Baugebiet in der Ortsmitte von Hohenacker zu verkaufen. Dort sollen preiswerte Mietwohnungen entstehen. Mit dem Exposé reagiert die Verwaltung auf den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Region.

„Attraktive Grundstücksfläche in der Ortsmitte von Waiblingen-Hohenacker zu verkaufen“, so wirbt die Stadt für ihr Angebot. Dahinter versteckt sich ein Grundstück an der Ecke Benningerstraße/Karl-Ziegler-Straße, auf dem derzeit noch zwei Gebäude stehen (Benningerstraße 2 und 6). Diese stehen allerdings schon seit längerer Zeit leer; in dem Eckhaus war früher die Kreissparkasse untergebracht. Nach Auskunft der Stadt kann über das Grundstück sofort verfügt werden, die Kosten des Abbruchs soll demnach der Käufer tragen.

„Das müssen nicht zwangsläufig Sozialhilfeempfänger sein“

Entstehen soll dort ein Wohn- und Geschäftshaus. Von der Stadt gewünscht wird insbesondere die Schaffung von bezahlbaren Mietwohnungen, insbesondere für Menschen mit Behinderung, Alleinerziehende und Familien. So stellt die Verwaltung möglichen Investoren zwei Möglichkeiten zur Wahl: Entweder können dort gefördert über das sogenannte Landeswohnraumprogramm Wohnungen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein entstehen. „Das müssen nicht zwangsläufig Sozialhilfeempfänger sein, auch Geringverdiener zählen dazu“, dies zu betonen ist dem Waiblinger Fachbereichsleiter Stadtplanung Patrik Henschel wichtig. Die Grenzen bewegten sich derzeit bei Familien rund um 65 000 Euro Jahreseinkommen.

Sicherstellen, dass Mietwohnraum geschaffen wird

In der zweiten Variante würde die Miete bei der Hälfte der Wohnungen auf zwei Euro unter dem Mittelwert des gültigen Mietspiegels begrenzt, für diese Wohnungen würde die Stadt Belegungsrechte für die kommenden 25 Jahre erwerben. Über die andere Hälfte könnte der Bauträger frei verfügen – allerdings vorerst nur zur Vermietung. Denn mit dem Exposé reagiert die Stadt auf den Mangel an Mietwohnungen in der gesamten Region. „Wir möchten sicherstellen, dass dort auf jeden Fall Mietwohnraum geschaffen wird“, erläutert Henschel. Der Bedarf sei da und zwar quer über alle Einkommensschichten hinweg.

Öffentlicher Aufenthaltsbereich mit Grünfläche

Baurechtlich gilt in der Hohenacker Ortsmitte ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1967. Dieser setzt dort ein Mischgebiet fest. Dies bedeutet, Gewerbeflächen sind erlaubt, so lange sie das Wohnen nicht wesentlich stören, wie Sabine Kübler von der Abteilung Baurecht der Stadt Waiblingen erläutert.

Der Bau soll sich zudem architektonisch gut in die Ortsmitte einfügen, dies betrifft insbesondere die Gestaltung der Fassade sowie die Höhe des Gebäudes. Wunsch der Waiblinger Verwaltung ist es außerdem, dass dort ein öffentlicher Aufenthaltsbereich geschaffen wird, in den auch die bestehende Grünfläche integriert werden soll. „Das kann zum Beispiel einfach eine Sitzbank sein“, erläutert der Stadtplaner Patrik Henschel. Noch bis Ende September haben Interessenten Zeit, sich zu bewerben. Dann entscheidet ein städtisches Gremium über die Vergabe des Grundstücks.


Eckdaten

Die Grundstücksfläche beträgt etwa 668 Quadratmeter. Das Grundstück wird gegen freibleibendes Höchstgebot verkauft, mindestens aber soll es 250 000 Euro einbringen. Die Bewerbungsfrist läuft bis Freitag, 29. September. So lange haben Interessenten Zeit, Bebauungskonzepte einzureichen. Über die Vergabe entscheidet ein Gremium der Stadt.