Waiblingen

Stadtbücherei Waiblingen: Öffnung nach Pfingsten?

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Stadtbücherei
Trotz Corona-Pandemie und Lockdown bietet die Stadtbücherei Besuchern so viel Neues. Leiterin Ute Bräuninger-Thaler zeigt, was das ist. Fotos: Habermann © Gabriel Habermann
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Zum zehnjährigen Jubiläum hat Ronja Kasper eine Pop-up-Bücherausstellung vorbereitet. © Gabriel Habermann

Während sämtliche Geschäfte aufgrund des hohen Inzidenzwertes ihre Türen dauerhaft schließen mussten, bietet die Stadtbücherei Waiblingen seit Mitte März Besuchern „Click and Meet“ an. Dabei dürfen sich drei Haushalte gleichzeitig in den Räumen am Marktdreieck aufhalten. Bis zu 48 Termine vergibt die Bücherei am Tag. Darüber hinaus können Nutzer über „Click an Collect“ Bücher bestellen und nach Terminvergabe abholen. Beides wird „sehr gut genutzt“, sagt Leiterin Ute Bräuninger-Thaler.

Wenn die Zahl der Corona-Infizierten weiter abnimmt, kann sich Ute Bräuninger-Thaler sogar vorstellen, dass nach den Pfingstferien die Bücherei für eine bestimmte Personenzahl wieder öffnen könnte. Gute Erfahrungen hat sie hierbei mit dem Hygienekonzept im vergangenen Jahr gemacht. Dabei durften 35 Personen gleichzeitig in die Bibliothek und sich eine halbe Stunde darin aufhalten. Gezählt wurde mit Hilfe von Körben. Feinheiten zu einem möglichen Öffnungs- und Hygienekonzept werden aktuell noch in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung erarbeitet. In die Überlegung eingeschlossen ist die Öffnung der fünf Stadtteilbüchereien an einem Nachmittag pro Woche.

Seit Herbst: Bibliothek der Dinge mit Tonibox zum Ausleihen

Auch wenn sich aktuell deutlich weniger Besucher als sonst in der Stadtbücherei aufhalten, ist von Stillstand keine Spur. Gleich im Erdgeschoss treffen Nutzer mehrere Büchertische zum kreativen Heimwerken an. Neuanschaffungen baumeln dekorativ an Kleiderbügeln aufgehängt darüber. Unweit der Treppe gibt es seit Herbst die „Bibliothek der Dinge“ – ein Regal nicht für Bücher, sondern für andere Dinge, die es zum Ausleihen gibt: ein Laminiergerät, die bei vielen Kindern beliebte Tonie-Box sowie Kopfhörer dazu, Bluetooth-Lautsprecher, das Spiel Tiptoi oder ein Bienenroboter, den man programmieren kann.

Passend hierzu haben Mitarbeiter im ersten Stock die Kinder-Bibliothek der Dinge installiert, die sich an den sogenannten Mint-Fächern ausrichtet, die in Verbindung mit Naturwissenschaft, Technik, Mathematik und Informatik stehen. Hierzu können kleine Forscher etwa Experimentierkästen, ein Fernrohr oder eine Magnet-Kugelbahn ausleihen.

Vor zehn Jahren ist die Stadtbücherei aus der Übergangsunterkunft Alte Karolingerschule zurück ins renovierte Marktdreieck gezogen. Ein Jubiläum, das an den Besuchern nicht spurlos vorbeigehen soll, wenn auch sämtliche Feierlichkeiten ausfallen mussten. Ronja Kasper, die an der Hochschule für Medien Informationswissenschaften studiert und gerade in der Stadtbücherei ihr Praxissemester absolviert, hat eine Ausstellung mit Pop-up-Büchern im ersten Stock aufgebaut. Die Bücher hierzu stammen aus dem Privatbestand von Mitarbeitern. So möchte man Besuchern etwas Besonderes bieten. Zudem haben Mitarbeiter 160 Überraschungstüten an Kinder verteilt. Die Bücherei veranstaltet außerdem ein Preisausschreiben.

Umbau auch noch zehn Jahre später ein Grund zur Freude

Die Freude über den Umbau und anschließenden Umzug ins Marktdreieck ist Ute Bräuninger-Thaler auch noch zehn Jahre später anzumerken. Zweigeteilt war die Bücherei früher und der erste Stock nur über eine Außentreppe erreichbar. Dort befand sich ein Zeitschriftencafé. „Besucher, die dort ihre Mittagspause beim Lesen von Zeitungen verbracht hatten, haben wenig über das Angebot der gesamten Bücherei aufgeschnappt“, sagt Bräuninger-Thaler rückblickend. Während man sonst an verschiedenen Aktionstischen vorbeigeleitet wird, war das dort durch die Zweiteilung nicht möglich. Der Haupteingang war etwas versteckt nach hinten versetzt, wo sich heute die Steintreppe befindet.

Heller und freundlicher erscheint die Stadtbücherei, und zwar auch noch nach zehn Jahren. „Der Architekt hat wirklich das Beste herausgeholt“, freut sich Ute Bräuninger-Thaler und spielt dabei auf die Säulenstruktur an, die er in die Glasfront integriert hatte. Fotos von damals und heute werden Besuchern auf Monitoren gezeigt.

In der Pandemie hat auch die Bücherei das Angebot an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst. Im vergangenen Jahr wurden Streamingdienste für Musik und Filme etabliert. Für den Spielenachmittag, der sonst vor Ort stattfindet, wurde ein Video gedreht, in dem je ein Spiel vorgestellt wird, das es gleichzeitig im Ausleihangebot gibt. Bei all den vielen Ideen verspürt Ute Bräuninger-Thaler doch einen Wermutstropfen. Der Kontakt zu Schulen und Kindertagesstätten liegt aktuell auf Eis. Leseförderung findet nur im geringen Maß online statt. Dies neu aufzubauen, wird mit ganz schön viel Arbeit verbunden sein.

Während sämtliche Geschäfte aufgrund des hohen Inzidenzwertes ihre Türen dauerhaft schließen mussten, bietet die Stadtbücherei Waiblingen seit Mitte März Besuchern „Click and Meet“ an. Dabei dürfen sich drei Haushalte gleichzeitig in den Räumen am Marktdreieck aufhalten. Bis zu 48 Termine vergibt die Bücherei am Tag. Darüber hinaus können Nutzer über „Click an Collect“ Bücher bestellen und nach Terminvergabe abholen. Beides wird „sehr gut genutzt“, sagt Leiterin Ute

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