Waiblingen

Stadträte füllen Weinstadt-Sekt ab

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Fleißig am Abfüllen (von links): Andi Knauß, OB Jürgen Oswald, Matthias Kiesel, Gerhard Bischoff, Bernhard Dippon und Christoph Klopfer. © Büttner / ZVW
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Von links: OB Jürgen Oswald, Stadtwengerter Gerhard Bischoff und Stadtrat Bernhard Dippon. © Büttner / ZVW
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger
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Stadträte füllen den Weinstadt-Sekt ab. © Mathias Ellwanger

Weinstadt. Sie haben selbst angepackt: OB Oswald und Stadträte haben am Donnerstag den neuen Weinstadt-Sekt in Flaschen abgefüllt. 300 Liter soll’s geben, die Mindestlagerzeit beträgt neun Monate. Zuständig sind die Weingüter Knauß, Kiesel und Klopfer. Den ersten Ratssekt hatte die Stadt noch in Fellbach produzieren lassen – was in Weinstadt für Ärger sorgte.

Es war der Aufreger im Sommerloch 2014: Oberbürgermeister Jürgen Oswald und Stadtwengerter Gerhard Bischoff präsentierten im Fellbacher Weingut Rienth den ersten Weinstadt-Sekt. Auf Nachfrage, warum sie kein Weingut in Weinstadt fanden, wurde unserer Zeitung mitgeteilt, dass es in Weinstadt niemanden gebe, der Sekt ausbaut. Das freilich stimmte nicht: Es gibt sehr wohl Wengerter, die die Kunst der Sektherstellung beherrschen, wie zum Beispiel Christoph Klopfer (Großheppach), Andi Knauß (Strümpfelbach) und Matthias Kiesel (Schnait). Die meldeten sich auch prompt bei unserer Zeitung, es folgte ein klärendes Gespräch mit OB Oswald – und heraus kam ein klassischer Kompromiss: Die drei Wengerter sollten mit Trauben aus dem Stadtwengert einen Rosésekt herstellen. Quasi als Ergänzung zum Rieslingsekt vom Weingut Rienth. Den Worten folgten bald Taten: Eine Spätburgunder Auslese von 2012 aus dem städtischen Weinberg wird nun versektet – und zwar als „Blanc de Noir“, sprich als weißer Sekt aus dunklen Trauben. Eine kleine Planänderung, die der OB ausdrücklich begrüßt. „Wir haben gesagt, wir setzen auf Qualität.“ Und ein „Blanc de Noir“ macht sich im Sortiment der Stadt noch besser als ein Rosésekt.

Lob für die gute Vorarbeit von Stadtwengerter Gerhard Bischoff

Die Unstimmigkeit zwischen Stadtverwaltung und Wengertern ist jedenfalls Geschichte. Wengerter Christoph Klopfer ging in seiner Rede nur kurz darauf ein („Wir haben uns gewehrt“), denn schließlich freute er sich wie sein Vater Wolfgang Klopfer und seine Wengerter-Kollegen Andi Knauß und Matthias Kiesel über die Ehre, für die Stadt einen Sekt ausbauen zu dürfen. Auch die gute Vorarbeit, die bei der Herstellung des Weins in der Remstalkellerei geleistet wurde, erwähnte Christoph Klopfer ausdrücklich. Schließlich braucht es für jeden guten Sekt eine ordentliche Grundlage. „Gerhard Bischoff hat die Trauben nach bestem Wissen und Gewissen gepflegt.“

300 Liter Sekt wollen die Wengerter für die Stadt herstellen. Das Eingangsmostgewicht des Grundweins, dessen Trauben von den 15 Teilnehmern des städtischen Weinbauseminars im Stadtwengert gelesen wurden, beträgt 86 Grad Oechsle. „Für Sekt optimal“, weiß Stadtwengerter Gerhard Bischoff. Neun Monate muss er nun mindestens in der Flasche lagern, so wollen es die Vorschriften bei der traditionellen Flaschengärung. Und alle 21 Tage wird er gerüttelt. Wenn alles gut läuft, kann an Weihnachten 2016 der erste Weinstadt-Sekt verkostet werden. Wobei es bei der Sektherstellung immer gewisse Unwägbarkeiten gibt. Sprich: Es kann auch länger dauern.

Das Verfahren, mit dem der Sekt für die Stadt hergestellt wird, unterscheidet sich deutlich von der Produktion eines typischen Supermarktsekts – weil es wesentlich aufwendiger ist und der Grundwein nicht einfach nur in einem Tank gegärt wird. Sprich: Die Flaschengärung, wie sie die Weinstädter Wengerter praktizieren, ist schon mal ein Qualitätsmerkmal – aber auch hier gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen. Bei der einfachen Flaschengärung wird weder gerüttelt noch degogiert. Rütteln bedeutet, dass die Flaschenhälse der Sektflaschen steiler gestellt werden, während sie gleichzeitig gedreht werden. Dadurch rutscht die enthaltene Hefe zum Korken und bildet einen Pfropf. Wenn dieser später entfernt wird, spricht der Fachmann vom Degogieren.

Wer einen Sekt kauft, kann auf dem Etikett lesen, ob es sich um eine einfache oder um eine traditionelle respektive klassische Flaschengärung handelt. Auch am Gewicht der Sektflasche kann der Kunde erkennen, was ihm da angeboten wird. Für den Weinstadt-Sekt benutzen die Wengerter eine Glasflasche, die 850 Gramm wiegt. „Wegen des Drucks“, sagt Wengerter Wolfgang Klopfer. Bei einer einfachen Flaschengärung reicht es dagegen, wenn die Glasflasche rund 600 Gramm wiegt. Und bei einem Sekt aus dem Tank tut es auch eine 400 Gramm schwere Flasche.

Für einen guten Sekt müssen die Trauben auch die richtige Verfassung haben. Sind sie zu reif, dann benutzt sie Wolfgang Klopfer lieber für einen Wein. Denn würde er daraus Sekt machen, kann es sein, dass er nicht mehr so gut schmeckt. Denn durch Fäulnis können die Trauben aufplatzen und lösliche Phenole freigeben. „Man muss wirklich überall aufpassen.“

Erste Goldmedaille

Stadtwengerter Gerhard Bischoff hat am Donnerstagmorgen noch eine weitere gute Nachricht verkünden können: Für den 2012er-Spätburgunder aus dem Stadtwengert, der im Barriquefass ausgebaut wurde, gab es jüngst bei der deutschen Weinprämierung eine Goldmedaille – und zwar zum allerersten Mal. 15,5 Volumenprozent Alkohol hat der Spätburgunder. Nächstes Jahr will Gerhard Bischoff übrigens wieder mit einem Wein aus dem Stadtwengert ins Rennen gehen.