Waiblingen

Stadtwerke Waiblingen: Kritik an Ladesäule für Elektroautos in der Heerstraße

E-Ladesäule
Die kostenpflichtige E-Ladesäule in der Heerstraße firmiert offiziell als öffentliche Schnellladesäule der Stadtwerke. Die maximale Tankzeit beträgt eine Stunde. © Alexandra Palmizi

Über die Schnellladesäule für Elektroautos in der Heerstraße in Waiblingen ärgert sich ein Leser aus Waiblingen schon lange. Sie weist das Logo der Stadtwerke Waiblingen auf, wird aber über deren Partner „Innogy eMobility Solutions“ abgerechnet – mit einer maximalen Tankzeit von einer Stunde. „Diese automatische Trennung würde meiner Ansicht nach bei kostenloser Nutzung Sinn machen, ist jedoch bei zahlenden Kunden kontraproduktiv“, kritisiert der Waiblinger.

Er meldete sich bei unserer Redaktion, nachdem wir darüber berichtet hatten, dass in Hohenacker und Bittenfeld Elektroautos länger als nötig Ladesäulen blockieren. Die automatische Trennung nach einer Stunde hält er in der Heerstraße für wenig sinnvoll – da sein Elektrofahrzeug danach noch lange nicht voll aufgeladen ist.

Die pauschale Aufladung für 7,95 Euro je Vorgang gibt es nicht mehr

Axel Hamm, Abteilungsleiter Management Netze bei den Stadtwerken Waiblingen, hat zu dem Fall nun Stellung genommen. Er verweist darauf, dass aufgrund der ursprünglichen Möglichkeit der Aufladung über eine Pauschalgebühr die Ladedauer auf eine Stunde an der Säule begrenzt ist. Diese pauschale Aufladung für 7,95 Euro je Ladevorgang ist seit langem bei den Stadtwerken aber nicht mehr verfügbar.

Es gibt indes für den Leser eine Chance, dass sich vielleicht die Ladezeit verlängert. Axel Hamm dazu: „Wir prüfen aktuell anhand der durchschnittlichen Ladezeiten, ob eine Verlängerung der Ladezeit notwendig ist, und passen gegebenenfalls die Dauer an.“

Überlastung des Akkus soll vermieden werden

Doch ist es überhaupt sinnvoll, dass eine Schnellladesäule ein Elektrofahrzeug komplett aufladen kann? Fakt ist, dass Schnellladesäulen vor allem beim Aufladevorgang bis etwa 80 Prozent der Batteriekapazität ein hohes Tempo haben. Das Aufladen erfolgt dabei über sogenannten Konstantstrom. Danach stellt die Ladestation auf Konstantspannung um – und die Geschwindigkeit reduziert sich deutlich. Damit soll eine Überlastung des Akkus verhindert werden. So gesehen ist es sinnvoll, dass das E-Auto an der Schnellladesäule nicht vollständig geladen werden kann.

Schnellladesäulen sind auch für den Notfall gedacht

Normalerweise reichen 45 Minuten aus, um ein E-Fahrzeug zu etwa 80 Prozent aufzuladen. Das würde bedeuten, dass die von den Stadtwerken für die Heerstraße festgelegte Stunde eigentlich völlig ausreichend ist. Dazu kommt, dass Schnellladesäulen auch für den Notfall gedacht sind – also für Menschen, die wenig Zeit haben, und unterwegs schnell Strom für ihr Elektrofahrzeug brauchen. Darum sind Schnellladesäulen auch gerade an Autobahnen besonders hilfreich.

Der Leser aus Waiblingen kritisiert an dieser Argumentation indes, dass die Ladesäule in der Heerstraße nicht nur die Möglichkeit zum Schnellladen bietet, sondern sehr wohl auch die Möglichkeit zum Laden mit 22 Kilowatt. „Damit verlängert sich auch bei kleineren Fahrzeugen die Ladezeit schon deutlich über eine Stunde hinaus.“ Zumindest bei diesen 22-Kilowatt-AC-Ladesäulen ergibt es also wenig Sinn, wenn das Laden nach einer Stunde unterbrochen wird.

Bereits seit 2019 ist die Ladesäule der Stadtwerke Waiblingen in der Heerstraße kostenpflichtig

Die Schnellladesäule in der Heerstraße wurde nach Axel Hamms Angaben im November 2018 errichtet. „Im Rahmen der Inbetriebnahme war die Säule in den ersten Wochen kostenlos. Ab 2019 wurde die Ladesäule dann auf Bezahlung umgestellt.“

Betrieben wird die Ladesäule von Innogy, die Kooperation mit den Stadtwerken Waiblingen besteht seit 2011. „Die Schnellladesäule in der Heerstraße war immer als kostenpflichtige Ladesäule geplant, da der Komfort einer Schnellladung mit deutlich größeren Lademengen nicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden kann.“ 

Der Leser aus Waiblingen bezeichnet die Angaben von Axel Hamm, bewusst auf Bezahlung umgestellt zu haben, als nicht nachvollziehbar. „Mir gegenüber hat  Hamm dies stets als Softwarefehler bezeichnet.“ 

Wer einen Autostromvertrag der Stadtwerke Waiblingen hat, zahlt 30 Cent pro Kilowattstunde

Kunden mit einem Autostromvertrag der Stadtwerke Waiblingen bezahlen derzeit 30 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Für Autostromverträge anderer Lieferanten gelten laut Axel Hamm die jeweils vereinbarten Preise. Ohne Autostromvertrag besteht derzeit die Möglichkeit mittels Direct Payment, das heißt Buchung über App und Kreditkarte oder Paypal, für 39 Cent pro Kilowattstunde die Ladesäule zu nutzen – zuzüglich 58 Cent pro Ladevorgang.

Nicht alle Ladesäulen der Stadtwerke Waiblingen kosten etwas

Alle Ladesäulen der Waiblinger Stadtwerke sind allerdings nicht kostenpflichtig. Für Kunden sind alle 22-Kilowatt-AC-Ladesäulen derzeit noch kostenlos. Dabei handelt es sich um Wechselstrom-Ladestationen.

Die neuen Ladestationen der Stadtwerke im neuen Parkhaus der Volksbank und im Parkhaus Marktgasse werden Mitte März 2021 in Betrieb genommen – und die Ladestation auf der Korber Höhe soll bis April 2021 einsatzbereit sein. Die Inbetriebnahme der Säule auf der Korber Höhe war indes bereits für 2019 angekündigt. Sie verspätet sich also um rund zwei Jahre.

Über die Schnellladesäule für Elektroautos in der Heerstraße in Waiblingen ärgert sich ein Leser aus Waiblingen schon lange. Sie weist das Logo der Stadtwerke Waiblingen auf, wird aber über deren Partner „Innogy eMobility Solutions“ abgerechnet – mit einer maximalen Tankzeit von einer Stunde. „Diese automatische Trennung würde meiner Ansicht nach bei kostenloser Nutzung Sinn machen, ist jedoch bei zahlenden Kunden kontraproduktiv“, kritisiert der Waiblinger.

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