Waiblingen

Stadtwerke Waiblingen: Weniger Gas für klimafreundlichere Heizzentralen

Blockheizkraftwerk Rötepark
Das Blockheizkraftwerk im Rötepark in Waiblingen. Die Stadtwerke wollen hier den Verbrauch von Erdgas reduzieren. © ZVW/Gabriel Habermann

Bis 2035 soll Waiblingen klimaneutral sein – und dafür sollen auch die Stadtwerke Waiblingen ihren Beitrag leisten. Im Rahmen der sogenannten kommunalen Wärmeplanung wird eine klimaneutrale Wärmeversorgung angestrebt. Ein Baustein dafür sind neue Heizzentralen, von denen eine in der Rechbergstraße in Hohenacker gebaut werden soll – hier entsteht schließlich ein neues Wohngebiet mit Kita. Angedacht ist dort eine Hackschnitzel-Heizzentrale mit Solarthermie und Photovoltaik-Eigenstrom-Nutzung.

Neubauprojekte sind leichter zu planen

Auch bestehende Heizzentralen sollen künftig eine bessere Klimabilanz haben. Mona Marie Helppi, Abteilungsleiterin Wärme bei den Stadtwerken Waiblingen, kündigte in der jüngsten Sitzung des neuen Ausschusses für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umwelt an, dass etwa die bestehende Heizzentrale mit Blockheizkraftwerk im Rötepark 2023 mit einer 200-kW-Wärmepumpe verstärkt werden soll, um dort den Erdgasverbrauch zu senken. Zugleich machte sie klar, dass es im Rahmen von Neubauprojekten natürlich leichter sei, eine gute Klimabilanz hinzubekommen. „Im Bestand zu arbeiten ist immer schwieriger, als wenn ich auf der grünen Wiese planen kann.“

Ein weiteres mögliches Zukunftsprojekt wäre eine Fernwärme-Zentrale der Stadtwerke am Waiblinger Tor. Mit dieser könnten Betriebe wie Rems, das Technische Landratsamt, der Baumarkt Obi, Intersport oder das Wohngebiet „Beim Wasserturm“ und die Friedrich-Schofer-Siedlung klimafreundlich beheizt werden. Das wäre nach Darstellung von Mona Marie Helppi ein klarer Fortschritt: „Meistens wird dort fast ausschließlich erdgasbetrieben geheizt.“

Abwärme der geplanten Wasserstoff-Tankstelle soll ebenfalls genutzt werden

Dort am Waiblinger Tor soll auch die geplante Wasserstoff-Tankstelle errichtet werden. Die Stadt stellt dafür ein Grundstück bei Dehner bereit, der Testbetrieb soll Ende 2023 starten. Die Abwärme des Wasserstoffs soll dabei ebenfalls für die Wärmeversorgung genutzt werden. Vorgesehen sind in der Heizzentrale auch eine Wärmepumpe sowie Solaranlagen. Mona Marie Helppi betonte, dass für diese Projekte der kommunalen Wärmeversorgung auch Fördergelder abgerufen werden sollen. Diese zu beantragen ist nach ihren Angaben allerdings mit größerem Aufwand verbunden – was auch OB Sebastian Wolf bestätigte.

Im Ausschuss gab es von den Stadträten indes viel Lob für die Bemühungen der Stadtwerke. „Ich bin wirklich positiv überrascht“, sagte SPD-Fraktionschef Roland Wied. Man sehe nun, dass sich etwas tue. Genauso ging es CDU/FW-Fraktionschef Peter Abele. Er verwies darauf, wie wichtig es ist, die Bürger darüber aufzuklären, was alles unternommen wird. „Die Leute sind schon sehr verunsichert.“ Auch Alfonso Fazio (Alternative Liste) fand es „ganz gut, was Sie da vorgestellt haben“. Er regte noch an, bei Parkplätzen wie etwa beim Obi Photovoltaikanlagen zu installieren. Und Iris Förster (Grünt/Tierschutzpartei) betonte: „Das macht richtig Mut, was Sie präsentiert haben.“

Viele Überstunden im Wärmeteam der Stadtwerke Waiblingen

Bernhard Zipp, Bereichsleiter Technik bei den Stadtwerken Waiblingen, stellte indes auch klar, dass die Projekte mit viel Aufwand für das lange sechsköpfige Wärmeteam der Stadtwerke verbunden sind. „Ich darf mir nicht die Überstunden anschauen.“ Seit kurzem gibt es nun einen siebten Mitarbeiter, im Januar 2023 soll ebenfalls noch eine zusätzliche Kraft anfangen.

Zehn Millionen Euro Jahresbudget reichen nicht: Ideen der Stadtwerke mit hohen Kosten verbunden

Beim Ziel, dass Waiblingen bis 2035 klimaneutral wird, ist die Wärmeversorgung natürlich ein zentraler Baustein. Bernhard Zipp machte in der Sitzung des Ausschusses klar, dass die Ideen der Stadtwerke in der Umsetzung mit hohen Kosten verbunden sind. Letztlich muss hier der Aufsichtsrat der Stadtwerke entscheiden, dessen Vorsitz Oberbürgermeister Sebastian Wolf hat und in dem auch Vertreter des Gemeinderats sitzen. Dessen nächste Sitzung findet laut Zipp noch im November statt.

Fest steht für den Bereichsleiter Technik, dass ein Jahresbudget von zehn Millionen Euro für die Stadtwerke Waiblingen für diese ehrgeizigen Pläne nicht reicht. „Wir müssen über ganz andere monetäre Beträge sprechen.“

Bis 2035 soll Waiblingen klimaneutral sein – und dafür sollen auch die Stadtwerke Waiblingen ihren Beitrag leisten. Im Rahmen der sogenannten kommunalen Wärmeplanung wird eine klimaneutrale Wärmeversorgung angestrebt. Ein Baustein dafür sind neue Heizzentralen, von denen eine in der Rechbergstraße in Hohenacker gebaut werden soll – hier entsteht schließlich ein neues Wohngebiet mit Kita. Angedacht ist dort eine Hackschnitzel-Heizzentrale mit Solarthermie und

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