Waiblingen

Stapelsteine: Joboo aus Waiblingen erwartet für 2021 noch höheren Umsatz

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Produktdesigner Stephan Schenk hat die Stapelsteine auf den Markt gebracht. © ZVW/Gabriel Habermann

Die junge Marke Stapelstein der Firma Joboo aus Waiblingen verkauft sich in der Corona-Pandemie besser als zuvor. Das Unternehmen macht dank des Internets gute Umsätze und expandiert in andere Länder. 2019 lag der Umsatz bei 500 000 Euro, 2020 schon bei 2,5 Millionen Euro. Das ist fünfmal so viel. ,„Mit diesem Erfolg haben wir nicht gerechnet, freuen uns aber natürlich sehr, dass die Stapelsteine so gut angenommen werden“, sagt Firmengründer Stephan Schenk. Für 2021 erwartet er einen noch höheren Umsatz als 2020.

Die 16 festen und sechs freien Mitarbeiter arbeiten meist im Homeoffice

Dabei muss das Unternehmen dank der digitalen Vernetzung nicht mehr jedem einen klassischen Büroarbeitsplatz anbieten: Die 16 festen und sechs freien Mitarbeiter fahren nicht zum offiziellen Sitz in der Heinrich-Küderli-Straße 51 in Waiblingen, sondern arbeiten die meiste Zeit im Home-Office. Ab und an kommt der ein oder andere in die Zweigstelle in Korntal-Münchingen. Die Regel ist aber das Home-Office. Und das funktioniert auch bei einem analogen Produkt wie den Stapelsteinen gut.

Diese sind, wie es der Name schon verrät, ein Spielzeug, das Kinder stapeln können. Es sind runde, stoßabsorbierende Steine, mit denen bereits Einjährige ihren Spaß haben können. Als Stephan Schenk vor fünf Jahren sein Produkt erfand, war er noch Student in Schwäbisch Gmünd. Damals fiel ihm in Schulen und Kindergärten auf, dass sich die Kinder dort zu wenig bewegen – und das wollte er mit einem Produkt ändern.

Verkauf über Handelsvertreter in Kitas und Schulen wegen Corona zeitweise eingebrochen

Heute führt Gründer Stephan Schenk das Unternehmen mit seiner Lebenspartnerin Hannah König: Sie macht das Marketing, er ist für die Produktgestaltung zuständig. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Form des direkten Verkaufs über klassische Handelsvertreter in Kitas und Schulen schwieriger geworden, hier gab es geradezu einen Einbruch. Nun, da Schnelltests überall leicht verfügbar, die Inzidenzzahlen niedrig und die Impfquoten hoch sind, geht es langsam wieder aufwärts. „Diese Vertriebsform ist jetzt wieder möglich und erholt sich langsam. Einzelne Handelspartner haben während der Pandemie auf Telefonverkauf umgeschwenkt“, sagt Stephan Schenk.

Stapelstein-App bei Google und Apple

Der eigene Online-Shop war darum in der Pandemie wichtiger denn je. Das heißt aber nicht, dass darüber online der meiste Umsatz generiert wurde. „Der Anteil des eigenen Webshops ist groß, jedoch kleiner als der Anteil unserer Handelspartner“, erklärt Stapelstein-Erfinder Stephan Schenk. Eine App gibt es seit diesem Frühjahr auch im Appstore von Google, bei Apple ist sie bereits länger im Angebot. „Die App wird bisher sehr gut angenommen, und wir erfreuen uns an sehr positiven Rezensionen. Wir planen bereits weitere Features für die App, um ein noch intuitiveres Erlebnis für Kinder zu schaffen.“

Die nächsten Märkte: Frankreich, Großbritannien und Skandinavien

Verkauft werden die Stapelsteine in ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Mit einer japanischen Firma gibt es seit 2020 zudem eine Kooperation. Bereits vor einem halben Jahr hatten Stephan Schenk und seine Lebenspartnerin Hannah König die nächsten potenziellen Märkte im Blick: Frankreich, Großbritannien und die skandinavischen Staaten. Noch sind sie dort mit ihren Stapelsteinen nicht präsent, doch die Planungen sind im vollen Gange. „Wir haben bereits erste Gespräche mit potenziellen Handelspartnern in den genannten Märkten geführt. Das App-Konzept wird derzeit für die jeweiligen Märkte und Landessprachen geplant.“ Derzeit macht Joboo zudem intensive Marktanalysen für weitere vielversprechende Länder.

Plan für automatisierte Übersetzungen der Stapelstein-Internetseite 

Ein Knackpunkt bei der Expansion in andere Länder ist nicht zuletzt die Möglichkeit, eine Internetseite in der jeweiligen Landessprache anzubieten. Derzeit gibt es die Stapelstein-Website nur auf Englisch und Deutsch – doch das wollen Hannah König und Stephan Schenk ändern. „Wir streben eine automatisierte Übersetzung unserer Website an.“

Produziert werden die Stapelsteine in der Nähe von Dresden. Sie werden vollständig aus recycelbarem Material gefertigt, die laut Joboo frei von Schadstoffen sind. Das Unternehmen verzichtet nach eigenen Angaben auf halogenierte Kohlenwasserstoffe, Fluorchlorkohlenwasserstoffe sowie auf Verbindungen mit Blei, Chrom oder Cadmium.

Das teuerste Stapelstein-Produkt kostet 199 Euro

Die günstigsten Stapelsteine gibt es für 32,95 Euro. Das größte Set ist der „Rainbow great“ mit acht Stapelsteinen für 199 Euro. Neben den Stapelsteinen sind die sogenannten Balance Boards mittlerweile das zweite Standbein des Unternehmens. Sie sind ebenfalls aus vollständig recycelbarem Material und können für Gleichgewichtsübungen genutzt werden. Auch dynamisches Sitzen ist damit möglich. Auf zehn verkaufte Stapelsteine kommt im Moment ein Balance Board. „Diese Quote möchten wir in diesem Jahr noch steigern“, sagt Stephan Schenk.

Ob Waiblingen weiter der offizielle Firmensitz bleibt, ist offen

An der Entwicklung eines neuen Produkts arbeitet das Unternehmen im Moment nicht. „Unser Fokus liegt klar auf den Stapelsteinen. Wir wollen wenige besonders gute und vielfältig nutzbare Produkte in unserem Portfolio führen“, betont Stephan Schenk. Ob Joboo weiter mit seinem offiziellen Firmensitz in Waiblingen bleibt, ist noch offen. „Wir werden bald eine Standortanalyse durchführen und danach wissen, ob sich Waiblingen für unsere zukünftigen Pläne weiterhin eignet“, sagt Stephan Schenk. Bereits 2020 hatte sein Unternehmen mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Kontakt und konnte ein aus seiner Sicht erstes positives Gespräch führen. 2020 gab es auch eine Auszeichnung der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg beim „Ideenstark“-Preis.

Auf die Frage, was die Politik tun soll, damit der digitale Aufbruch für Firmen gelingen kann, antwortet Stephan Schenk überraschend – nämlich ohne eine Forderung: „Ich denke, dass diese Aufgabe in der Verantwortung jedes Unternehmens selbst liegt.“

Die junge Marke Stapelstein der Firma Joboo aus Waiblingen verkauft sich in der Corona-Pandemie besser als zuvor. Das Unternehmen macht dank des Internets gute Umsätze und expandiert in andere Länder. 2019 lag der Umsatz bei 500 000 Euro, 2020 schon bei 2,5 Millionen Euro. Das ist fünfmal so viel. ,„Mit diesem Erfolg haben wir nicht gerechnet, freuen uns aber natürlich sehr, dass die Stapelsteine so gut angenommen werden“, sagt Firmengründer Stephan Schenk. Für 2021 erwartet er einen noch

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