Waiblingen

Start-up-Gründer Marvin Denk aus Waiblingen will mobile Bühnen für Partys im Freien vermieten

Marvin Denk
Marvin Maximilian Denk erklärt die Idee der Stadtbühne mit Rädern. © ZVW/Gabriel Habermann

„Stell dir eine Party vor, die du dir wie einen E-Scooter ausleihen kannst“, erklärt Marvin Denk. Der Gründer des Start-ups Stadtbühne will mit seinem Konzept eine kostengünstige Alternative zu traditionellen Veranstaltungen bieten – und damit dem Abwandern kultureller Angebote in der Region entgegenwirken.

Als Beweggründe, ein Konzept für andere Veranstaltungsformen zu entwickeln und ein eigenes Unternehmen dafür zu gründen, zählt der 25-jährige Waiblinger auf: Gentrifizierung, Club-Sterben in Stuttgart und Mangel an kulturellen Angeboten in der Region. „Kulturelle Angebote bieten jungen Leuten Raum für interkulturellen Austausch. Dazu gehört auch die Partyszene“, so Denk. Im letzten Jahrzehnt sei eine Vielzahl an Clubs und Kulturangeboten in der Region verschwunden.

Da Räumlichkeiten für Veranstaltungen in der Region für Kulturschaffende mittlerweile zu teuer seien, suchte der Waiblinger nach einer Lösung, um die Veranstaltungen von innen nach außen verlegen zu können. Doch da auch für Außenveranstaltungen ein hoher Kostenaufwand für Lärmschutzgutachten und Equipment bestehe, musste ein Alternativkonzept her: die Stadtbühne.

Ein Prototyp der Stadtbühne ist im Bau

„Es ist eine simple schwäbische Idee: Wir haben die Kultur genommen und Räder daruntergepackt“, sagt Denk. Mit der Vermietung von Systemmodulen soll dem Schwund an Kulturveranstaltungen entgegengewirkt werden. Viel braucht es dafür nicht: Die „All-in-one-Lösung“ beinhalte das notwendige Equipment, wie Lautsprecher und Scheinwerfer, und die Software für das Endgerät zur Steuerung des Moduls. Außerdem werde kein technisches Personal und kein Lärmschutzgutachten benötigt, verspricht der junge Unternehmer.

Die Module in der Größe von Moped-Anhängern bis hin zu Schiffscontainern werden auch direkt an den Veranstaltungsort geliefert. Gebucht werden kann übers Internet. Ein Prototyp der Bühnenanhänger wird aktuell gebaut.

Die Idee hat schon einen Preis gewonnen

Seit 2013 arbeitet Denk bereits an seinem Konzept. Um seine Idee umsetzen zu können, setzte er auf einen Bachelor in Produktgestaltung noch einen Masterabschluss in Start-up-Management an der Hochschule Aalen drauf – sonst hätten ihm die BWL-Kenntnisse zur Umsetzung seiner Geschäftsidee gefehlt, sagt er. Gemeinsam mit der Start-up-Initiative Gründermotor Stuttgart wurde das Konzept finalisiert. Im vergangenen Jahr ist die Idee der Stadtbühne von der Wirtschaftsregion Stuttgart im Rahmen des Innovationswettbewerbes „Creative Spaces Region Stuttgart“ ausgezeichnet worden. Dies war der Anstoß, das Projekt tatsächlich zu realisieren.

Unternehmen gründen in der Corona-Krise: Was sagt die Familie dazu?

Dass er mitten in der Corona-Pandemie ein Unternehmen gründen würde, hätte Marvin Denk selbst nicht gedacht. Auch in seinem Umfeld seien die Reaktionen gemischt gewesen: „In meinem Familien- und Bekanntenkreis gab es viel Zuspruch. Aber auch viele, die ihre Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben.“ In einer Zeit, in der viele Veranstaltungstechniker gegen die Pleite ankämpfen, sei es keine gute Idee, auf Hardwarelösungen zu setzen, glauben manche. Doch Denk sieht hier eine große Chance. „Gerade während der Covid-19-Pandemie ist es wichtig, die Leute aus dem Indoor-Bereich nach draußen zu holen. Das Infektionsgeschehen ist draußen besser kontrollierbar“, so der Gründer. Auch Großvater Klaus Denk, ehemaliger Baubürgermeister der Stadt Waiblingen und ehemaliger Vorsitzender der Freunde der Galerie Stihl, sei von den Plänen überzeugt: „Er ist ein großer Fan der Idee, seit der ersten Stunde.“

Inspiriert hat Marvin Denk in seiner Arbeit unter anderem Tesla-Chef Elon Musk, erzählt er. „Zuerst ist wichtig, dass das Produkt gut ist. Das Design ist erst mal egal, und auch Zahlen und Bilanzen spielen vorerst eine untergeordnete Rolle“, so der Waiblinger. Wichtig sei für ihn, aus Fehlern zu lernen. Dabei unterstützt ihn sein Team, bestehend aus Juliane Blanck und Robin Seitter, Vorsitzende des Vereins Panopticum, die bereits viel Erfahrung aus dem Veranstaltungsbereich mitbringen.

Im Rahmen eines Pilotprojekts der Stadt Stuttgart, bei dem vorhandene Freiflächen für kulturelle Zwecke erschlossen werden, soll die Stadtbühne getestet werden. Auch andere Städte haben laut Denk Interesse.

„Stell dir eine Party vor, die du dir wie einen E-Scooter ausleihen kannst“, erklärt Marvin Denk. Der Gründer des Start-ups Stadtbühne will mit seinem Konzept eine kostengünstige Alternative zu traditionellen Veranstaltungen bieten – und damit dem Abwandern kultureller Angebote in der Region entgegenwirken.

Als Beweggründe, ein Konzept für andere Veranstaltungsformen zu entwickeln und ein eigenes Unternehmen dafür zu gründen, zählt der 25-jährige Waiblinger auf: Gentrifizierung,

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