Waiblingen

Staufer-Gymnasium: Sanierung wird teurer, Schule bekommt Amok-Schutzanlage

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Staufer-Gymnasium
Verhüllter Fachklassentrakt. © Gabriel Habermann
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Staufer-Gymnasium
Arbeiter im entkernten Gebäude. © Gabriel Habermann

Die vergangenen Wochen waren nicht einfach für Schüler und Lehrer des Staufer-Gymnasiums. Betonarbeiten am Fachklassenbau, der gerade saniert wird, brachten erheblich Lärm und Staub mit sich. Bis November 2023 voraussichtlich wird sie dauern – und wird wegen der gegenwärtigen Lage in der Baubranche um 1,1 Millionen Euro teurer. Als erste Schule des Staufer-Schulzentrums wird das Gymnasium im Zuge der Sanierung ein neues Amok-Notfallsystem erhalten.

Nach Kenntnis des Schulleiters Volker Losch sind die Sanierungsarbeiten entsprechend im Zeitplan. Der Fachklassentrakt, in dem sonst Biologie, Physik und Chemie unterrichtet werden, ist entkernt. Das Gerüst steht, so dass die Fassaden- und Fensterarbeiten während der Sommerferien beginnen können.

Zuletzt hatten Bohrarbeiten im Beton den Unterricht spürbar beeinträchtigt. Die Nutzer der Container, in denen der Unterricht während der Sanierung stattfindet, hatten teilweise die Qual der Wahl, entweder bei Hitze die Fenster geschlossen zu halten oder kühlere Luft reinzulassen, sich dafür aber dem Lärm der gegenüberliegenden Baustelle auszusetzen. „Wir alle wussten, dass das irgendwann kommt und dass wir dadurch insgesamt schneller sind“, räumt der Rektor ein. Das Schlimmste scheint nun überstanden, zukünftig wird wohl mehr in den Innenräumen gearbeitet. Das Wichtigste: Für die besonders lärmsensible Phase der Abitur-Prüfungen konnten Stadt Waiblingen und Baufirma der Schule zusagen, dass keine lauten Arbeiten ausgeführt wurden.

Als Nächstes kommt die Gemeinschaftsschule dran

Wegen des Container-Bauwerks ist der Schulhof dauerhaft kleiner. Tischtennisplatte und Fußballtore mussten dafür weichen. Dank Kompromissen mit den benachbarten Schulen steht zumindest den Kindern der unteren Klassen eine geeignete Fläche zum Fußball- oder Basketballspielen zur Verfügung. Die Lehrer müssen von Klassenzimmer zu Klassenzimmer Umwege laufen, in den Fachräumen der Container steht nur ein Teil der gewohnten Ausstattung zur Verfügung – das sind alles Einschränkungen, aber: „Wir freuen uns natürlich sehr auf das Jahr 2023, wenn alles fertig ist.“

Für die Container gibt es schon eine Anschlussverwendung: Mit der Staufer-Gemeinschaftsschule setzt sich der Reigen der Sanierungen fort, auch dort müssen während der Bauphase Unterrichtsräume ausgelagert werden. Am Gymnasium stehen voraussichtlich noch das Dach des Klassenzimmertrakts und der Verwaltungseinheit mit Lehrerzimmer an. Termine stehen für die beiden Letzteren noch nicht fest, jedoch sind Planungsraten im städtischen Haushalt dafür eingestellt.

Mechatronische Schließanlage als Amokschutz

Das Gesamtbudget für die Sanierung des Fachklassenbaus erhöht sich um 1,1 Millionen Euro. Der größte Teil der Investition und die teuersten Gewerke sind bereits vergeben, dennoch rechnet die Stadt wegen der anhaltenden Lieferengpässe als Folge der Corona-Pandemie sowie der aktuellen Lage in der Ukraine mit weiteren Verteuerungen. Über dem Plan liegen insbesondere die Kosten für den Rohbau und für die Lüftungsinstallation. Auf der anderen Seite wurde eine Einsparungsliste erstellt. Schweren Herzens verzichtet die Schule zum Beispiel auf die gewünschte Vollverdunklung des Physiksaals, was 25 000 Euro spart. Insgesamt waren für die Sanierung laut Baubeschluss des Gemeinderats von 2020 rund sieben Millionen Euro veranschlagt.

Zum Schutz vor Amokläufen und anderen Gefahrenlagen verfolgt die Stadt Waiblingen das Ziel, nach und nach die Schulen mit Notfall- und Gefahrenreaktionssystemen auszustatten. Das Wegweisersystem EOS, das Einsatzkräften ermöglichen soll, sich rasch in Gebäuden zurechtzufinden, welche sie noch nie zuvor betreten haben, war dabei nur ein erster Schritt. Zuerst war das Salier-Schulzentrum an der Reihe, nun sollen die Schule des Staufer-Schulzentrums sukzessive zusätzlich mit einer Kommunikationseinrichtung sowie mit einer mechatronischen Schließanlage ausgerüstet werden.

Die vergangenen Wochen waren nicht einfach für Schüler und Lehrer des Staufer-Gymnasiums. Betonarbeiten am Fachklassenbau, der gerade saniert wird, brachten erheblich Lärm und Staub mit sich. Bis November 2023 voraussichtlich wird sie dauern – und wird wegen der gegenwärtigen Lage in der Baubranche um 1,1 Millionen Euro teurer. Als erste Schule des Staufer-Schulzentrums wird das Gymnasium im Zuge der Sanierung ein neues Amok-Notfallsystem erhalten.

Nach Kenntnis des Schulleiters

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