Waiblingen

Steigende Preise: Noch kein großer Spar-Druck bei Waiblingern

Umfrage
Beatrix Schulthheiß-Altmann mit Sohn. © ALEXANDRA PALMIZI

Steigende Preise beschäftigen die Menschen auch in Waiblingen. Sparen sie deshalb jetzt schon, und wenn ja, wo? Eine kleine Umfrage in der Innenstadt bringt sehr gemischte Antworten. Eine 77-jährige Beinsteinerin stellt sich jedenfalls immer öfter die Frage: „Entscheide ich mich für das Billige oder die Qualität und somit das teurere Produkt?“

Einige der nach dem Zufallsprinzip befragten Passanten sagen, sie hätten noch keine größeren Sparmaßnahmen eingeführt. Doch kleinere Veränderungen gab es bei ihnen: Eine achtet darauf, beim Zähneputzen das Wasser nicht mehr laufen zu lassen. Ein anderer lässt das Auto öfter stehen. Das Fahrrad sei eine gute Alternative, sagt ein 50-Jähriger aus Hohenacker, der auch tatsächlich gerade mit dem Rad in der Altstadt unterwegs ist.

Er empfinde die steigenden Energiepreise als keine schlechte Sache, ganz im Gegenteil: „Ein Umdenken entsteht so, denn die Menschen wachen erst durch große Veränderungen auf.“

Vater spart nicht an Lebensmitteln - hat aber kein Auto

Dennoch: Im Allgemeinen sagen die Befragten von sich, dass sie schon immer recht sparsam gelebt und investiert haben. Beatrix Schulthheiß-Altmann meint dazu: „Ich spare so viel, wie schon die Jahre zuvor immer. LED-Lampen oder einen wassersparenden Duschkopf besitze ich schon länger, nicht erst, seitdem die Regierung sich über Sparmaßnahmen äußert.“

Auch Christoph Glawe, Vater von zwei Kindern, erklärt, dass seine Familie Dinge wie Windeln und Lebensmittel weiter kaufen muss. „Man kann in diesen Bereichen nicht sparsam leben, weshalb man sich in einem anderen Alltagsaspekt sparsamer verhalten sollte.“ Der 37-Jährige gleicht den Konsum von Lebensmitteln und Hygieneprodukten damit aus, dass er kein Auto besitzt.

„Wissen alle nicht, was die Zukunft bringt“

Sorgen um die Zukunft äußern mehrere der Befragten. „Ich bin unsicher, mit welchen Belastungen wir und vor allem ich als alleinerziehende Mutter konfrontiert werden“, sagt Jasmin Hechler. Die 38-Jährige spart jetzt schon sehr an Lebensmitteln und hat ihren diesjährigen Urlaub schon im Dezember gebucht. „Wir waren schon seit zehn Jahren nicht mehr im Urlaub und ausgerechnet jetzt sollen wir anfangen zu sparen - irgendwie ironisch“, so Jasmin Hechler.

Auch eine 66-jährige Waiblingerin macht sich Sorgen, da für sie bald die Rente ansteht. Mit einem sarkastischen „Das wird noch lustig“ kommentiert sie die aktuelle Situation und die Unsicherheit, was die Zukunft mit sich bringt.

Kritik an der Hochzeit von Christian Lindner

Auch Kritik an der Politik wird geäußert. „Es kann nicht sein, dass unsere Politiker Wasser predigen, aber Wein trinken“, so Frau Gerl (ihren Vornamen will sie nicht nennen), die mit ihrem Fahrrad in der Innenstadt unterwegs ist. Die 57-Jährige nennt als Beispiel die Hochzeit von Finanzminister Christian Lindner, die sie als sehr verschwenderisch wahrgenommen hat.

Als „unfair und moralisch nicht vertretbar“ bezeichnet die Waiblingerin es, wie gut Beamte bei Abgaben gestellt seien, während „Krankenschwestern in der Rente nicht über die Runden kommen“.

16-Jährige bekommt weniger Taschengeld

Eine 16-jährige Waiblingerin verdient selbst noch nicht viel Geld und könne deswegen nicht viel zu ihrem eigenen Sparverhalten sagen - jedoch: Ihre Eltern haben ihr früher jede Woche zehn Euro Taschengeld gegeben, das sieht mittlerweile anders aus. Monatlich bekomme sie nun 30 Euro, so die 16-Jährige. Davon gehen rund zwei Drittel für Haarpflegeprodukte für ihre Locken drauf, sagt sie. Die seien einfach teurer als Produkte für glatte Haare. Viel Geld bleibt der Jugendlichen dann für den Rest des Monats nicht übrig.

Die 77-jährige Beinsteinerin befürwortet sehr, Gemüse und Früchte selber anzupflanzen. Hobby-Gärtner zu werden sei eine gute Alternative zum Kauf von Lebensmitteln beim Discounter, so die Beinsteinerin. Weiterhin mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren oder auch nur zu Fuß unterwegs sein, das befürwortet sie auch. „So müsste man nicht so viel tanken, ergo nicht so hohe Spritpreise bezahlen.“ Im Allgemeinen sei darauf zu achten, wie viele elektronische Geräte im Haushalt sind - und darauf, wo man konkret Strom sparen könnte.

Steigende Preise beschäftigen die Menschen auch in Waiblingen. Sparen sie deshalb jetzt schon, und wenn ja, wo? Eine kleine Umfrage in der Innenstadt bringt sehr gemischte Antworten. Eine 77-jährige Beinsteinerin stellt sich jedenfalls immer öfter die Frage: „Entscheide ich mich für das Billige oder die Qualität und somit das teurere Produkt?“

Einige der nach dem Zufallsprinzip befragten Passanten sagen, sie hätten noch keine größeren Sparmaßnahmen eingeführt. Doch kleinere

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