Waiblingen

Stihl, Bosch, Kaiser, Kreissparkasse: Impfen Unternehmen in Waiblingen ihre Mitarbeiter?

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Betriebsärzte sollen in Firmen wie Stihl von Juni 2021 an impfen dürfen. Der genaue Zeitpunkt ist noch offen. © ZVW/Benjamin Büttner

Voraussichtlich von Anfang Juni 2021 an sollen auch in Baden-Württemberg Betriebsärzte in Firmen impfen. Unsere Redaktion hat Unternehmen in Waiblingen gefragt, ob sie Impfungen anbieten wollen und wie sich darauf vorbereiten. Geantwortet haben Stihl, Bosch, Bonbonhersteller Kaiser und die Kreissparkasse Waiblingen.

Was Motorsägenhersteller Stihl tun will

„Als Familienunternehmen wollen wir auch beim Impfen unserer Verantwortung gegenüber unseren Beschäftigten gerecht werden und zugleich einen wichtigen Beitrag in der Pandemiebekämpfung leisten“, teilt Sabrina Haufler, Referentin für externe Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit beim Waiblinger Weltmarktführer Stihl, mit. Deshalb bereite man sich aktuell auf die notwendigen Prozesse und die erforderliche Infrastruktur vor, um den Beschäftigen eine Covid-19-Impfung anzubieten.

Stihl will in Waiblingen rund 380 Impfungen am Tag ermöglichen

Derzeit hat Stihl rund 3900 Mitarbeiter in Waiblingen, 240 in Ludwigsburg und 400 in Fellbach. „Für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planen wir aktuell verschiedene Angebote“, betont Sprecherin Sabrina Haufler. Das größte Impfangebot werde in Waiblingen vorhanden sein und vier Impfstraßen mit einer Gesamtkapazität von rund 380 Impfungen pro Tag umfassen, abhängig von der zur Verfügung stehenden Menge an Impfstoff.

Stihl kann nicht sagen, wie viele Mitarbeiter schon geimpft sind

Stihl beschäftigt nach eigenen Angaben eine eigene Betriebsärztin und weitere medizinische Dienstleister, die an den Standorten betriebsärztliche Aufgaben wahrnehmen. „In Bezug auf betriebliches Impfen bauen wir auf langjährige Erfahrungen auf: Wir bieten unseren Beschäftigten schon seit vielen Jahren jährlich eine kostenfreie Grippeschutzimpfung an“, berichtet Sabrina Haufler. Welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits eine Corona-Impfung erhalten haben, wird von Stihl laut Aussage der Sprecherin nicht erfasst.

Bosch macht in Waiblingen seinen Mitarbeitern ein Impfangebot

Auch der Weltkonzern Bosch wird am Standort Waiblingen seinen Mitarbeitern ein Impfangebot machen. Das teilt Pressesprecherin Claudia Arnold mit. „Räumlichkeiten auf dem Werkgelände wurden bereits ausgewählt, diese werden nun entsprechend ausgerüstet.“ Wie viele Mitarbeiter bereits geimpft sind beziehungsweise die Anzahl derer, die das Impfangebot in Anspruch nehmen möchten, kann Bosch nach eigenen Angaben nicht mitteilen, da diese Informationen nicht erhoben werden. Insgesamt hat Bosch am Standort Waiblingen knapp 1200 Beschäftigte.

Auch die Kreissparkasse Waiblingen will ihren Mitarbeitern eine Impfung ermöglichen

Sobald es möglich ist, will die Kreissparkasse Waiblingen ihren knapp 1300 Mitarbeitern eine Schutzimpfung gegen Covid-19 ermöglichen. Das stellt Pressesprecher Axel Kröninger klar. „Deswegen laufen aktuell die Vorbereitungen, damit wir direkt vom ersten Tag an mit dem Impfen starten können.“ Die Impfungen sollen zentral in Waiblingen stattfinden. Die Impfreihenfolge sowie die Personalauswahl und der Personaleinsatz werden dabei laut Axel Kröninger vom Betriebsarzt der Kreissparkasse vorgegeben und koordiniert. „Aktuell können wir noch nicht abschätzen, wie groß der Bedarf sein wird. Dies wird auch davon abhängen, ab wann wir verbindlich loslegen können.“

Bonbonhersteller Kaiser würde auch gerne über die Betriebsärzte impfen lassen 

Der Betriebsleiter des Waiblinger Bonbonherstellers Kaiser teilt auf Nachfrage mit, dass ein Großteil der Mitarbeiter möglichst zeitnah gegen Covid-19 geimpft werden will. „Wie die meisten anderen Betriebe unterstützen auch wir die Bemühungen der Bundesregierung, unsere Mitarbeiter unter anderem über die Betriebsärzte impfen zu lassen.“ Rund 90 Mitarbeiter arbeiten bei Kaiser. Allerdings ist laut dem Unternehmen die Vorgehensweise in der Praxis etwas komplizierter.

Welche Schwierigkeiten sieht Bonbonhersteller Kaiser?

Abhängig vom Impfstoff müssen laut dem Betriebsleiter von Kaiser Kühlketten und bestimmte Auftauprozeduren eingehalten werden. Auch müsse der Impfstoff nach dem Auftauen möglichst erschütterungsfrei gehandhabt werden. Das Unternehmen benötige – neben einer ausreichenden Aufklärung, Registrierung und Meldung an das Robert-Koch-Institut (RKI) – auch einen Nachsorgebereich, der in den professionellen Impfzentren über die sogenannten Impfstraßen garantiert ist. „Für uns und für die meisten anderen mittelständischen Betriebe ist diese aufwendige Logistik weder möglich noch wird kein seriöser Betriebsarzt den Impfstoff in seiner Tasche in kleine Betriebe transportieren.“

Kaiser: Die Corona-Impfung ist für Betriebe komplexer als eine Grippeimpfung

Die Komplexität der Covid-19-Impfung übersteigt laut Bonbonhersteller Kaiser die einer normalen Grippeimpfung um ein Vielfaches. „Aus diesem Grund gibt es für mittelständische Betriebe zwei Wege: Entweder schließt sich das kleine Unternehmen beim Impfen einem großen Unternehmen an, das die Logistik aufbauen und vorhalten kann, oder unsere Mitarbeiter besuchen für die Impfung den Standort des externen Betriebsarztes.“

Voraussichtlich von Anfang Juni 2021 an sollen auch in Baden-Württemberg Betriebsärzte in Firmen impfen. Unsere Redaktion hat Unternehmen in Waiblingen gefragt, ob sie Impfungen anbieten wollen und wie sich darauf vorbereiten. Geantwortet haben Stihl, Bosch, Bonbonhersteller Kaiser und die Kreissparkasse Waiblingen.

Was Motorsägenhersteller Stihl tun will

„Als Familienunternehmen wollen wir auch beim Impfen unserer Verantwortung gegenüber unseren Beschäftigten gerecht werden

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