Waiblingen

Stihl lehnt Mitverantwortung ab

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Symbolbild. © Pavlovic / ZVW

Waiblingen. Der Motorsägenhersteller Stihl lehnt eine Mitverantwortung für die Abholzung des Hambacher Forstes ab. „Als Hersteller steht es uns nicht zu, den Einsatz unserer Produkte zu bewerten, so lange dieser bestimmungsgemäß und im gesetzlichen Rahmen erfolgt“, antwortet die Firma Stihl auf einen offenen Brief des Vereins „Poema Stuttgart - Armut und Umwelt in Amazonien“.

Der Waiblinger Bernhard Hindersin und Gerd Rathgeb haben namens des Vereins an Stihl appelliert, die Firmen aufzufordern, auf den Einsatz von Stihl-Kettensägen zu verzichten. Wie berichtet, hat der Stromkonzern RWE das von Umweltschützern besetzte Waldstück für den Braunkohle-Abbau räumen lassen. Ein Gericht hat die Rodung nun vorläufig gestoppt.

Soziale und ökologische Leitlinien ernst nehmen

In dem offenen Brief schreibt Poema: „Wenn sie ihre eigenen sozialen und ökologischen Leitlinien ernst nehmen, können sie unserer Meinung nach diese völlig sinnlose Zerstörungsorgie an der Natur nicht rechtfertigen. Deshalb unsere Bitte an sie, sich öffentlich dazu zu äußern.“

Poema sei im Amazonasgebiet aktiv und unterstützt dort Gruppen und Menschen, die den Regenwald schützen, sich den Waldzerstörern in den Weg stellen und dies nicht selten mit ihrem Leben bezahlen. „Wälder sind überall auf der Welt von existenzieller Bedeutung. Das bezweifelt heutzutage niemand mehr. Umso wichtiger ist es, aus dieser Erkenntnis heraus auch praktisch zu handeln. Im Fall Hambacher Forst können sie das tun.“

Stihl hat keinen keinen Einfluss auf die Verwendung der Produkte

Als Hersteller habe Stihl keinen Einfluss auf die Verwendung der Produkte, schreibt das Unternehmen an Poema: „Da unsere Geräte ebenso wie die von uns produzierte persönliche Schutzausstattung frei im Fachhandel erworben werden können, tauchen sie in der Berichterstattung rund um die Ereignisse im Hambacher Forst immer wieder auf, ohne dass wir als Unternehmen daran beteiligt sind. Wie viele andere Hersteller von Industrieprodukten auch, haben wir keinen Einfluss auf die Verwendung unserer Erzeugnisse im Einzelfall.“

Ferner heißt es: „Wir stellen fest: Stihl ist am Einsatz im Hambacher Forst nicht beteiligt. Es sind dort auch keine Mitarbeiter von Stihl im Einsatz. Zudem stehen wir in keinerlei Kontakt zur RWE AG.“