Waiblingen

Stihl zahlt vierthöchste Erfolgsprämie - Umsatz übersteigt Vier-Milliarden-Schwelle

Stihl Erfolgsprämie 2020
Die Stammhaus-Belegschaft darf sich jedes Jahr auf eine Erfolgsprämie freuen – auch für 2020, nicht trotz, sondern wegen Corona. © www.gbayerl.com

In diesem Jahr dürfte die Stihl-Belegschaft besonders gespannt auf die Information gewartet haben, wie hoch die Erfolgsprämie ausfallen wird. Das Unternehmen hat von der Corona-Krise profitiert, den Umsatz erneut gesteigert, gar die Vier-Milliarden-Grenze überschritten – und voilà: Stihl zahlt für 2020 die vierthöchste Prämie seiner Geschichte. Mit 69 Prozent eines Monatsgehalts beteiligt Stihl die rund 5000 Beschäftigten des Stammhauses am Erfolg. Auf 2390 Euro beläuft sich der Mindestbetrag für Vollzeitbeschäftigte.

Auf Rekordhöhe lag die Prämie im Jahr 2007: Seinerzeit zahlte Stihl 82 Prozent eines Monatsgehalts, wie Sprecherin Hien Nguyen informiert. Auf Platz zwei im Prämien-Ranking liegt das Jahr 2006 mit 80 Prozent eines Gehalts. Im Jahr 2000 überwies Stihl 70 Prozent eines Monatsgehalts als Erfolgsprämie.

Inwieweit das erneute Umsatzplus der Stihl-Gruppe auch auf Wechselkurseffekte oder Zukäufe zurückzuführen ist, gibt das Unternehmen erst anlässlich der Bilanzpressekonferenz Ende April bekannt. Die Gruppe hat 2020 laut einer Mitteilung „erstmals die Umsatzschwelle von vier Milliarden Euro überschritten“. 2019 erzielte die Stihl-Gruppe mit knapp 16 800 Beschäftigten weltweit einen Umsatz von 3,93 Milliarden Euro.

Garten verschönern – ein weit verbreitetes Hobby in Coronazeiten

Das Umsatzwachstum sei „vor allem auf die hohe Produktnachfrage“ zurückzuführen, so Sprecherin Hien Nguyen auf Nachfrage. Shoppen oder ins Kino gehen, verreisen oder abendelang in Gartenwirtschaften mit Freunden sitzen – das war 2020 monatelang nicht möglich. Also krempelte man die Ärmel hoch, schmiss die Heckenschere an und verschönerte den Garten. Fazit: Privatkunden fragten fleißig Stihl-Produkte nach, und „auch bei Profiprodukten ist der Bedarf sehr hoch“, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Ganz schlecht dürfte Stihl nicht verdient haben – siehe Erfolgsprämie. Einer der spannendsten Momente bei Stihl-Bilanzpressekonferenzen bahnt sich immer dann an, wenn jemand aus der naseweisen Presseschar nach dem Gewinn zu fragen wagt. Die Antwort variiert regelmäßig zwischen „zufriedenstellend“, „recht zufriedenstellend“ oder „ganz zufriedenstellend“.

„Die finanzielle Beteiligung von Beschäftigten am Erfolg und am Kapital ‘ihres’ Unternehmens hat positive Auswirkungen auf die Unternehmensproduktivität und die Motivation der Beschäftigten“, heißt es beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Davon ist man offenbar bei Stihl schon lange überzeugt. Beschäftigte erhalten außer der Erfolgsprämie auch für 2020 die vereinbarte Höchstverzinsung von zehn Prozent auf ihre Genussrechte, sofern sie welche besitzen. Mittels Genussrechten organisiert Stihl eine Beteiligung von Mitarbeitern am Kapital des Unternehmens.

Phasenweise Sonntagsarbeit

Beteiligt sind die Beschäftigten zwangsläufig auch an allen coronabedingten Erschwernissen. Stihl setzte alles daran, damit die Produktion trotz der Krise stets weiterlief, und dass das nicht einfach war, kann man sich leicht vorstellen. Während 2020 reihenweise Unternehmen Kurzarbeit anmeldeten, führte Stihl phasenweise Sonntagsarbeit ein. Im Herbst floss eine Coronaprämie von 350 Euro an die Beschäftigten – steuerfrei im Gegensatz zur Erfolgsprämie jetzt.

Bis Ende 2020 war ein Extra-Bonus in Höhe von bis zu 1500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei zu haben. Als seinerzeit auch kritische Stimmen laut wurden angesichts von nur 350 Euro Corona-Bonus beim nachfrageverwöhnten Sägenhersteller, hieß es keck: Wartet mal ab, bald folgt eine Erfolgsprämie, die sich sehen lassen kann.

Unterdessen lassen sich andere Firmen auch nicht lumpen – wobei es immer vom Blickwinkel abhängt, ob Prämien oder Bonuszahlungen angemessen sind oder nicht. Tarifbeschäftigten von Daimler wurde jüngst eine Erfolgsbeteiligung von 500 Euro zugesagt; vor Weihnachten hatten sie bereits eine Corona-Prämie von 1000 Euro erhalten. Damals hieß es noch, eine Erfolgsbeteiligung müsse wohl ausfallen – doch entwickelten sich die Geschäfte dann besser, als man es zuvor eingeschätzt hatte.

Wie sich der Arbeitsmarkt in der Corona-Krise weiter entwickelt, wird man sehen. Fachkräfte waren und sind gefragte Leute, weshalb Stihl „mit attraktiven Vergütungspaketen und Sozialleistungen“ seit jeher für sich als Arbeitgeber wirbt. Momentan sind 176 offene Stellen beim Unternehmen zu besetzen – allerdings sind viele Praktikumsplätze und Stellen für Werkstudenten darunter.

In diesem Jahr dürfte die Stihl-Belegschaft besonders gespannt auf die Information gewartet haben, wie hoch die Erfolgsprämie ausfallen wird. Das Unternehmen hat von der Corona-Krise profitiert, den Umsatz erneut gesteigert, gar die Vier-Milliarden-Grenze überschritten – und voilà: Stihl zahlt für 2020 die vierthöchste Prämie seiner Geschichte. Mit 69 Prozent eines Monatsgehalts beteiligt Stihl die rund 5000 Beschäftigten des Stammhauses am Erfolg. Auf 2390 Euro beläuft sich der

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