Waiblingen

Stollen unter Parkhaus am Bahnhof Waiblingen entdeckt

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Das Parkhaus am Bahnhof fällt im Frühjahr. Bei einer geophysikalischen Untersuchung wurde ein Stollen entdeckt. © Joachim Mogck

Waiblingen. Die Tage des P&R-Parkhauses am Bahnhof sind gezählt. Schon zum zweiten Mal hat der Gemeinderat beschlossen, die marode Parkgarage abzubrechen, damit an deren Stelle neu gebaut werden kann. Bis das neue Parkhaus steht, müssen sich die Autofahrer auf Unannehmlichkeiten einstellen. In der Zwischenzeit wurde bei einer Untersuchung des Baugrunds eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht.

Es ist alt und in die Jahre gekommen. Und es ist viel zu klein. Das P&R-Parkhaus am Waiblinger Bahnhof muss einem Neubau weichen. Eigentlich hätte es schon vor zwei Jahren abgebrochen werden sollen, doch dann wurde der Abbruch wegen fehlender Fördermittel und auch wegen der Gartenschau nochmals verschoben. In der Zwischenzeit hat die Stadtverwaltung den Baugrund untersuchen lassen. Dabei wurde unter dem Parkhaus eine alte Stollenanlage entdeckt, die im Zweiten Weltkrieg als Fluchtstollen gedient haben soll.

Ganz überraschend kam die Entdeckung nicht. „Wir haben aus den 70er Jahren einen Grundriss mit einem gestrichelt eingezeichneten Stollen“, sagt Bauamtsmitarbeiter Heinz Grünvogel, der für den Abbruch verantwortlich ist. Niemand habe aber gewusst, wo genau sich dieser in Gängen verzweigte Stollen befindet und ob er überhaupt noch existiert. „Es gab die Annahme, dass der Stollen von den dortigen Ziegeleiwerken im Zweiten Weltkrieg als Fluchtweg für die Mitarbeiter gebaut wurde.“

Waren es unterirdische Gänge oder war es ein Kriechtunnel?

Bei einer geophysikalischen Untersuchung sind Grünvogel zufolge nun tatsächlich Hohlräume unter dem Parkhaus gefunden worden, die auf die unterirdischen Gänge schließen lassen. Ob der Stollen begehbar war oder nur ein Kriechtunnel, ist noch nicht bekannt. Auch die Eingänge zum Stollen wurden bei Grabungen neben den Zugängen zum Parkhaus bisher nicht gefunden. „Im Augenblick ist für weitere Untersuchungen die Tiefgaragendecke im Weg“, erklärt Grünvogel. Im Zuge der Abbrucharbeiten wird nach den Stollen aber erneut gefahndet werden. Wenn der Pflasterbelag entfernt ist, wird der Bagger in die Tiefe graben. Frage für die Stadt war, ob es sich beim Stollen um einen denkmalschutzrelevanten Bau handelt. Stand jetzt ist das nicht der Fall. „Sollte es anders sein, werden wir es in Kürze erfahren.“

Den Abbruch hat der Gemeinderat nun erneut beschlossen. Die Bauarbeiten sollen im März beginnen und im Juni abgeschlossen sein. Baustart für das neue Parkhaus ist im Sommer 2020, bis Winter 2021 wird voraussichtlich gebaut. Damit die derzeit etwa 330 Parkplätze während der Bauzeit für das neue Parkhaus nicht ersatzlos entfallen, stehen rund 350 Ersatzparkplätze auf dem Hess-Areal bereit (siehe nebenstehende Grafik). Die Stadt hat bis zum Jahr 2021 einen Nutzungsvertrag mit den Eigentümern der ehemaligen Ziegelei abgeschlossen.

Sauer aufgestoßen ist Teilen des Gemeinderats eine kräftige Kostensteigerung seit den ersten Planungen. Statt von 360 000 Euro geht die Verwaltung inzwischen alles in allem von 510 000 Euro aus. Grund dafür sind unter anderem die Kosten eines Schadstoffgutachtens und der anfallenden Entsorgungskosten für Sondermüll und die Kosten, die der alte Stollen nach sich ziehen wird. Die Anlage muss stillgelegt, zum Teil abgebaut und der Rest aufgefüllt werden.

Waiblingen. Die Tage des P&R-Parkhauses am Bahnhof sind gezählt. Schon zum zweiten Mal hat der Gemeinderat beschlossen, die marode Parkgarage abzubrechen, damit an deren Stelle neu gebaut werden kann. Bis das neue Parkhaus steht, müssen sich die Autofahrer auf Unannehmlichkeiten einstellen. In der Zwischenzeit wurde bei einer Untersuchung des Baugrunds eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht.

Es ist alt und in die Jahre gekommen. Und es ist

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