Waiblingen

Strapazen bei der Parkplatzsuche: Wenn Falschparker und Blumenkübel Behindertenparkplätze belegen

Behindertenparkplatz
© pixabay.com/652234

Seit seine Frau im Rollstuhl sitzt, kümmert er sich um sie, fährt sie zum Arzt, geht einkaufen. Ein Waiblinger Bürger erzählt von den Strapazen des Autofahrens, wenn es um die Suche nach einem Parkplatz für Menschen mit Behinderung geht. Zwar dürfe er in Begleitung seiner Frau, die im Besitz des entsprechenden Ausweises ist, die gekennzeichneten Flächen nutzen, doch ganz so einfach gestaltet sich das seiner Schilderung zufolge nicht. „Viele Parkplätze sind unerlaubt besetzt“, erzählt er der Redaktion, auch beobachte er Blumenkübel, die darauf stehen, und generell findet er: Es sind zu wenige in Waiblingen.

Über 90 Parkplätze in der Kernstadt

„Für Menschen mit Behinderung findet sich im gesamten Waiblinger Stadtgebiet eine Vielzahl an speziell ausgewiesenen Parkplätzen“, sagt Oliver Conradt, Leiter der Abteilung Ordnungswesen in Waiblingen. 93 sind es seinen Angaben zufolge aktuell in der Kernstadt. Die Anzahl bezieht sich auf Parkplätze und Parkhäuser der städtischen Parkierungsgesellschaft.

Conradt kann darüber hinaus keine Verringerung der Anzahl feststellen: „Die Anzahl der ausgewiesenen Schwerbehindertenparkplätze hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert.“ Parkplätze für Menschen mit Behinderung, die von ihrem Standort entfernt werden, würden an anderer Stelle wieder angelegt: „Beispielsweise wurde dieses Jahr in der Fronackerstraße ein Schwerbehindertenparkplatz entfernt.“ Wenige Meter weiter seien an dessen Stelle jedoch zwei neue gebaut worden.

Die Stadt erkennt das Problem vermutlich weniger in der Anzahl der Plätze, sondern vielmehr in der unberechtigten Belegung dieser Standorte durch andere Autofahrer.

Schon mehr als 100 Falschparker in 2022

Eigentlich sollen Parkplätze, die extra für Menschen mit Behinderung ausgewiesen sind, den Stressfaktor der Parkplatzsuche minimieren und einen kurzen Weg zum Zielort ermöglichen. „Ein dauerndes Ärgernis für Schwerbehinderte ist es, wenn Schwerbehinderten-Parkplätze durch Unberechtigte blockiert werden“, sagt Oliver Conradt. Im Rahmen der Verkehrsüberwachung kontrolliere der städtische Vollzugsdienst diese Parkplätze daher regelmäßig.

Bei diesen Kontrollen werden einige Verstöße verzeichnet: Allein in diesem Jahr habe das Ordnungsamt bereits in 105 Fällen Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten gegen Falschparker eingeleitet, „die in jedem Fall mindestens eine gebührenpflichtige Verwarnung in Höhe von 55 Euro zur Folge hatten“. Ärgerlich für diejenigen, die auf die extra ausgewiesenen Parkplätze angewiesen sind.

Diese Vorgaben müssen beachtet werden

Wer einen Parkplatz mit Rollstuhl-Symbol nutzen darf, ist klar definiert: „Auf Schwerbehindertenparkplätzen darf nur mit dem blauen Parkausweis mit Rollstuhl-Symbol geparkt werden“, so Oliver Conradt. Für alle anderen sind die Parkplätze tabu. Um einen solchen Parkausweis zu bekommen, reicht eine attestierte Gehbehinderung nicht, weiß der Abteilungsleiter. „Vielmehr muss in dem vom Versorgungsamt ausgestellten Behindertenausweis der Zusatz ‘aG’ für eine außergewöhnliche Gehbehinderung vermerkt sein.“

Auch der Zusatz „Bl“ für eine Erblindung erlaubt die Ausstellung eines solchen Parkausweises, der zum Parken auf den größeren Parkplätzen berechtigt. Dieser Parkausweis werde in der Europäischen Union einheitlich gestaltet: in Blau und mit einem Rollstuhl-Symbol.

Die gute Nachricht für alle, die sich über von Falschparkern belegte Plätze ärgern oder finden, dass es zu wenige Parkplätze für Menschen mit Behinderung gibt: „Wenn in zumutbarer Entfernung keine andere Parkmöglichkeit besteht, darf mit diesem ‘blauen Parkausweis’ zusätzlich geparkt werden.“ Dann gelten laut Conradts Mitteilung folgende Regeln:

  • Drei Stunden an Stellen, an denen ein eingeschränktes Halteverbot angeordnet ist.
  • Über die zugelassene Parkdauer im Bereich eines Zonenhalteverbots.
  • Über die zugelassene Zeit hinaus an Stellen, an denen Parken erlaubt, jedoch eine Begrenzung der Parkzeit angeordnet ist.
  • Während der Ladezeiten in Fußgängerbereichen, in denen das Be- und Entladen für bestimmte Zeiten freigegeben ist.
  • Bis zu drei Stunden auf Parkplätzen für Anwohnerinnen und Anwohner.
  • Ohne Gebühr und zeitliche Begrenzung an Parkuhren und Parkscheinautomaten.
  • In ausgewiesenen verkehrsberuhigten Bereichen außerhalb der markierten Parkstände, wenn Sie den übrigen Verkehr nicht behindern.

Seit seine Frau im Rollstuhl sitzt, kümmert er sich um sie, fährt sie zum Arzt, geht einkaufen. Ein Waiblinger Bürger erzählt von den Strapazen des Autofahrens, wenn es um die Suche nach einem Parkplatz für Menschen mit Behinderung geht. Zwar dürfe er in Begleitung seiner Frau, die im Besitz des entsprechenden Ausweises ist, die gekennzeichneten Flächen nutzen, doch ganz so einfach gestaltet sich das seiner Schilderung zufolge nicht. „Viele Parkplätze sind unerlaubt besetzt“, erzählt er der

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