Waiblingen

Strom oder Natur? Angler kritisieren Wasserkraft-Nutzung an der Rems

Remsmühle
An der Vogelmühle/Remsmühle betreiben die Stadtwerke Waiblingen eine kleine Wasserkraftanlage.

Schaden kleine Wasserkraftwerke wie das an der Vogelmühle der Natur? Der Württembergische Anglerverein sieht es so. Fische würden beeinträchtigt. Auch die Schlammablagerung, wegen der die Turbine zurzeit kaum noch Strom erzeugt, sei dadurch verursacht. Die Stadtwerke Waiblingen widersprechen.

Aus Sicht von Anglerverein-Vorstand Hans-Hermann Schock sind es die Betreiber, die „mit diesen Bauwerken den Fluss aufhalten und die Schlammablagerung verursachen. Sie zerstören mit ihren Stauwehren das Biotop Fluss und verhindern damit die Wanderung von allen Fischen zu den Laichplätzen und jahreszeitlich verändernden Futterplätzen.“

Die Stromproduktion hält Schock nicht für relevant, es würden aber „große Strecken Natur zerstört“. An der Vogelmühle liegt die Leistung laut Stadtwerken bei 30 Kilowatt. Im Jahr könnten bei normalem Betrieb rund 100.000 Kilowattstunden erzeugt werden, was für einige Dutzend Haushalte reicht. Weil sich im Mühlkanal und am Rechen aber viel Schlamm angelagert hat, muss erst einmal ausgebaggert werden. Eine externe Firma soll das laut Stadtwerken im Juli ausführen. Anglervereinsvertreter Schock fordert indes, „die Wehre zu schleifen“. „Dann wird der Schlamm weitergetragen und das ursprüngliche Flussbett entsteht wieder.“

Von den Stadtwerken Waiblingen heißt es dazu: „Schlammeinlagerungen im Mühlkanal sind technisch bedingt. Eine Beseitigung ist aber, wenn überhaupt, erst nach Jahrzehnten der Nutzung notwendig.“

Wie sich ein Rückbau von Wehren beziehungsweise der Betrieb der Wasserkraftanlagen auf die Ökologie auswirkt, könnten die Stadtwerke nicht beurteilen, so Unternehmenssprecher Michael Sigel. Er verweist auf ein Papier der Wasserkraftverbände. Darin heißt es, „der pauschale Vorwurf, dass kleinere und kleine Wasserkraftanlagen zu erheblichen Beeinträchtigungen der Gewässerökologie und der Biodiversität in den Gewässern führen, (...) ist sachlich und fachlich nicht haltbar“.

„Fischwanderung ist möglich“

Laut Medienberichten will die Ampel-Koalition die Förderung für kleine Wasserkraftanlagen nun doch nicht streichen. Das dürfte neben den Stadtwerken, die neben der Vogelmühle noch drei Anlagen betreiben (Häckermühle, Hahn‘sche Mühle, Geheime Mühle), auch Müllermeister Ulrich Stietz von der Hegnacher Mühle freuen, der sich darüber bereits besorgt geäußert hatte.

An der Vogelmühle hat die Stadt 2014 eine neue Fischtreppe errichtet. „Als Ergänzung der Maßnahme wurde das vorhandene Streichwehr durch die Stadtwerke Waiblingen saniert und ökologisch verbessert“, so Sigel. „Eine Wanderung der Fische ist somit am Bauwerk möglich.“ Was Strom angeht, setzen die Stadtwerke künftig vor allem auf Solar.

Schaden kleine Wasserkraftwerke wie das an der Vogelmühle der Natur? Der Württembergische Anglerverein sieht es so. Fische würden beeinträchtigt. Auch die Schlammablagerung, wegen der die Turbine zurzeit kaum noch Strom erzeugt, sei dadurch verursacht. Die Stadtwerke Waiblingen widersprechen.

Aus Sicht von Anglerverein-Vorstand Hans-Hermann Schock sind es die Betreiber, die „mit diesen Bauwerken den Fluss aufhalten und die Schlammablagerung verursachen. Sie zerstören mit ihren

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