Waiblingen

Supermärkte in Waiblingen: Sebastian Aupperle vom Rewe Aupperle in Hegnach ist froh, dass der Oster-Lockdown nicht kommt

Hamsterkäufe
Mit dem Oster-Lockdown wären am Mittwoch und Samstag womöglich noch mehr Kunden in die Supermärkte geströmt, als so schon (Symboldbild). © Benjamin Büttner

Es hätte der härteste Lockdown seit Beginn der Pandemie werden sollen: Von Gründonnerstag bis Ostermontag wollten Bund und Länder für ganze fünf Tage das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben weitgehend herunterfahren - davon wären zum ersten Mal auch Supermärkte betroffen gewesen: Sie hätte am "Ruhetag" Gründonnerstag nicht öffnen dürfen. Am Mittwoch (24.03.) zog die Kanzlerin nach heftiger Kritik von vielen Seiten das Konzept wieder zurück und entschuldigte sich: Gut so, findet Sebastian Aupperle. Der zusätzliche Ruhetag hätte seine Märkte vor eine logistische "Mammutaufgabe" gestellt. 

Mitarbeiter und Kunden waren sehr verunsichert

Die Familie Aupperle betreibt insgesamt fünf Rewe-Märkte in Fellbach, Waiblingen-Hegnach und in Remshalden-Grunbach. Der Mittwochmorgen habe ihn und sein Team viel Kraft gekostet, so Sebastian Aupperle. "Wir haben unsere Arbeitspläne komplett über den Haufen geworfen, mit Lieferanten telefoniert, Mitarbeiter und Kunden waren sehr verunsichert", berichtet er auf Anfrage unserer Redaktion.

"Uns hätte besonders das Umplanen der Logistik hart getroffen, volle Regale im Supermarkt vorzufinden ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellt." Von außen erscheine ein solcher Eingriff in den Wochenablauf  vielleicht als klein und problemlos:  "In unserer Branche ist es aber eine komplexe Mammutaufgabe, die in dieser kurzen Zeit schwer zu lösen ist."

Osterruhe hätte verstärktes Kundenaufkommen am Mittwoch und Samstag bewirkt

Auch in Hinblick auf das Kaufverhalten der Kunden habe er besorgt reagiert, als er zum ersten Mal von der geplanten Osterruhe gehört habe. Eine Schließung am Gründonnerstag wäre vollkommen kontraproduktiv gewesen, glaubt Sebastian Aupperle. "Der erwünschte Effekt der Kontaktbeschränkung  wäre durch verstärktes Kundenaufkommen in den Läden am Mittwoch und Samstag konterkariert worden."

Dass die Politik den Oster-Lockdown wieder zurückgenommen hat, sei deshalb aus seiner Sicht die richtige Entscheidung gewesen. 

Tübinger Modell statt Lockdown?

Bei aller Kritik: Einer wirklich sinnvollen Maßnahme würde er sich nie verschließen, betont Aupperle. Aber müssen es denn immer gleich Schließungen sein? "Städte wie Tübingen machen aber schon lange vor, wie man es erfolgreich anders machen kann, ohne ständig einen Lockdown ins Spiel zu bringen." Das Ansteckungsrisiko in seinen Verkaufsräumen sei ohnehin minimal, davon ist er überzeugt. "Die vorgestellte Entscheidung war aber einfach nicht durchdacht."  

Für die nahe Zukunft wünscht sich Sebastian Aupperle, dass es endlich mit den Impfungen vorangeht: "Jeder sehnt sich nach Normalität. Wir im Lebensmittelhandel sind nah an den Menschen und bekommen die Stimmung jeden Tag mit. Ich hoffe sehr, dass das Thema durch die Impfungen bald seinen Schrecken verliert."

 

Es hätte der härteste Lockdown seit Beginn der Pandemie werden sollen: Von Gründonnerstag bis Ostermontag wollten Bund und Länder für ganze fünf Tage das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben weitgehend herunterfahren - davon wären zum ersten Mal auch Supermärkte betroffen gewesen: Sie hätte am "Ruhetag" Gründonnerstag nicht öffnen dürfen. Am Mittwoch (24.03.) zog die Kanzlerin nach heftiger Kritik von vielen Seiten das Konzept wieder zurück und entschuldigte sich: Gut so, findet

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