Waiblingen

Tanzplatz im Bittenfelder Wald vermüllt: Könnte die Stadt Waiblingen mit Wildkameras dagegen vorgehen?

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Eine Wildkamera im Wald. © Pixabay CCO

Verkommt der Tanzplatz im Wald bei Bittenfeld zur Müllhalde? Diesen Eindruck hat Leser Eduard Firus, der sich jüngst darüber bei der Stadt Waiblingen beschwert hat. Folgende Fragen stellen sich dabei: Warum ist der Zugang zu diesem Waldweg an beiden Enden nicht mit Schranken abgesperrt? Und warum wird dieser Platz nicht mit kostengünstigen Wildkameras überwacht?

Was sagt der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky?

Auf Nachfrage unserer Zeitung hat der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky ausführlich geantwortet. Für ihn stellt sich die Frage, ob dieser Müll ausschließlich mit Pkw in den Wald gebracht wurde. Eine mögliche Absperrung des Waldwegs mit Schranken hindert ja keine Fußgänger, illegal Müll zu entsorgen. „Die Erfahrung lehrt, dass diejenigen, die Müll widerrechtlich entsorgen wollen, fast keinen Aufwand scheuen, um ihr verwerfliches Tun umzusetzen“, betont Hesky. Die Stadt könne dann nur hinterherputzen. „Das ist ein Ärgernis für alle.“

„Mit hohem personellem Aufwand werden die Stadt, der Wald und die Flur gereinigt“

Ärgerlich ist für den Waiblinger OB allerdings auch, dass vereinzelt immer wieder der Eindruck erweckt wird, dass die Stadt solche Müllsünder toleriert und schläft. Das, unterstreicht Hesky, sei gegenüber denjenigen, die tagtäglich dafür sorgen, dass die Stadt „sauber bleibt“, ungerecht und verletzend. „Das Gegenteil ist nämlich der Fall. Mit hohem personellem Aufwand werden die Stadt, der Wald und die Flur gereinigt.“

Was bewegt Menschen dazu, wegen einer paar Cent die Umwelt zu verschmutzen?

Dabei ist es nach Erfahrung des Oberbürgermeisters nicht möglich, solchen wilden Müll sofort wegzuräumen. „Das könnten nur diejenigen, die ihn illegal ablagern, indem sie ihn dorthin bringen, wohin er gehört. Wir haben ein kostengünstiges und gutes Entsorgungssystem im Landkreis. Es stellt sich schon die Frage, was Menschen bewegt, die Natur und die Umwelt wegen ein paar Cent oder wenigen Euro, wenn überhaupt, zu verschmutzen.“

Großteil des Waldes in Privatbesitz

Der Müll im Wald ist laut Hesky also kein Problem, das die Stadt verursacht, sondern das von ihr beseitigt wird. „Viel lieber wäre es aber allen, Personal und Geld in Dauerhaftes zu investieren, anstatt in solche Dienstleistungen, die wegen weniger unverantwortlich handelnder Personen notwendig werden.“ Es sei richtig, dass durch Schranken die Zufahrt in den Wald erschwert würde. Das gelte aber für alle, die diese Wege benutzen müssen. Der Zugang zum Waldgebiet ist für Arbeiten im Wald und etwa den Abtransport von Holz wichtig. „Etwa die Hälfte des Waldgebiets im Löhle ist in privatem Besitz. Den Eigentümern muss ein Zugang zu ihren Grundstücken jederzeit möglich sein.“

Schranken und Kameras führen auch dazu, dass sich das Problem verlagert

Das Anbringen von Schranken würde einen erheblichen Mehraufwand für die Forstverwaltung und Waldbesitzer bedeuten. „Dieser steht in unseren Augen nicht im Verhältnis zu den bisher dort festgestellten Müllablagerungen.“ Zudem, ergänzt Hesky, würden Schranken und Kameras unter anderem dazu führen, dass der Müll nicht an dieser Stelle, sondern andernorts abgelagert würde – leider aber nicht dazu, dass der Müll ordnungsgemäß entsorgt wird.

Datenschutzrechtlich nur in bestimmten Situationen erlaubt

Eine Überwachung allgemein zugänglicher öffentlicher Bereiche ist nach Heskys Wissen datenschutzrechtlich nur in ganz bestimmten Konstellationen möglich. Bei geringem Schaden – und das ist wilder Müll, genauso wie Farbschmierereien – wäre eine dauerhafte, heimliche und anlasslose Verarbeitung personenbezogener Daten wohl nicht zulässig.

Kehrtelefon anrufen

Der Müll am Tanzplatz ist übrigens bereits vom städtischen Betriebshof beseitigt worden. Das bestätigt auch Leser Eduard Firus unserer Zeitung. Die Leerung erfolgt in der Regel einmal wöchentlich, was laut OB Hesky im Regelfall über das ganze Jahr auch ausreichend ist. Bürger, denen unerlaubte Müllablagerungen auf öffentlichen Wegen, Plätzen oder Anlagen auffallen, können diese jederzeit dem „Kehrtelefon“ unter der Nummer 0 71 51/50 01 90 90 melden. „Der Betriebshof wird diese Ablagerungen dann zeitnah beseitigen.“

Auch anderswo gibt es unerlaubte Müllhalden

Beim Tanzplatz wurden bereits in der Vergangenheit gelegentlich unerlaubte Müllablagerungen festgestellt. „Es handelt sich hierbei aber nicht um ein ortsspezifisches Problem. Bei den regelmäßig stattfindenden Kontrollen werden von Zeit zu Zeit auch an anderen Stellen im Stadtgebiet unerlaubte Müllablagerungen entdeckt, die dann zeitnah beseitigt werden“, stellt OB Andreas Hesky klar.

Helfen größere Abfallbehälter?

Wäre es dann eine Lösung, einen größeren Mülleimer oder zusätzliche Mülleimer zu installieren? Oberbürgermeister Hesky verneint diese Frage. „Das Aufstellen zusätzlicher Mülleimer zieht unweigerlich mehr privaten Müll an, weshalb wir hiervon absehen“ – zumal die Behältnisse für die Art und Menge des illegal entsorgten Mülls immer zu klein wären.

Dass es auch anderswo illegale Müllhalden gibt, darauf verweist auch Eduard Firus. Er nennt hier die Straße von Bittenfeld Richtung Weiler zum Stein. „Dies ist für viele der Zubringer zur Bundesstraße. Bei dieser Gelegenheit wird schon mal die Mülltüte in den Straßengraben abgeladen, der Farbeimer zum Fenster raus ins Feld geworfen oder in der Parkbucht eine große Mülltüte abgestellt, die sehr schnell Kollegen bekommt – bis jemand vom Bauhof endlich den Müllhaufen entfernt.“

Verkommt der Tanzplatz im Wald bei Bittenfeld zur Müllhalde? Diesen Eindruck hat Leser Eduard Firus, der sich jüngst darüber bei der Stadt Waiblingen beschwert hat. Folgende Fragen stellen sich dabei: Warum ist der Zugang zu diesem Waldweg an beiden Enden nicht mit Schranken abgesperrt? Und warum wird dieser Platz nicht mit kostengünstigen Wildkameras überwacht?

Was sagt der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky?

Auf Nachfrage unserer Zeitung hat der Waiblinger

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