Waiblingen

Teil-Lockdown im November 2020: Was dürfen Sportvereine wie der VfL Waiblingen noch?

VfL Reha
Kursleiterin Julia Hertwig (links) am Freitagvormittag beim Reha-Sport auf dem Sportgelände des VfL Waiblingen am Oberen Ring. © Alexandra Palmizi

Der Teil-Lockdown im November trifft die Sportvereine hart – und da ist der VfL Waiblingen keine Ausnahme. Geschäftsführer Jochen Griesmeier gibt offen zu, dass der Frust Ende Oktober riesig gewesen sei. „Es hat viel Energie gekostet.“

Monatelang hat der VfL Waiblingen versucht, mit Hygienekonzepten für Kinder und Erwachsene Mannschaftssport zu ermöglichen – ob nun in der Halle oder im Freien. Für jedes Angebot wird eine Anwesenheitsliste geführt, um im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus schnell reagieren und dem Gesundheitsamt alle Daten bereitstellen zu können.

20 DIN-A4-Ordner sind so laut Jochen Griesmeier bislang zusammengekommen. Er fragt sich nun, wie es mit dem Sport in Vereinen weitergehen soll. Hat dieser nicht auch eine soziale Verantwortung, gerade für die Kinder und Jugendlichen?

Wer in einem Bundes- oder Landeskader ist, darf trainieren

Derzeit sind beim VfL Waiblingen im November nur Reha-Sport im Freien, Sport in Zweier-Gruppen bei den Leichtathleten und Rasenkraftsportlern, die Kindersportschule (Kiss) in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergarten sowie die Trainingseinheiten für Kaderathleten erlaubt. Zu Letzteren zählen jene Sportler des Vereins, die aufgrund ihrer Leistung gefördert werden – sei es im Bundeskader durch den Bundesverband ihrer Sportart oder im Landeskader durch die jeweiligen Landesverbände.

Nachmittags sind die Waiblinger Hallen so gut wie leer

Acht von eigentlich 16 Reha-Sportkursen gibt es im Moment beim VfL, dazu 15 Trainingseinheiten für Kaderathleten. Die Kindersportschule arbeitet derzeit nur mit einem Kindergarten und zwei Schulen zusammen. Direkte Angebote des Vereins für Kinder und Jugendliche gibt es aber vorläufig keine mehr. Folge davon: Nachmittags sind die Waiblinger Hallen so gut wie leer.

Kinder tragen teilweise freiwillig eine Maske

Simon Basmann ist einer von zwei Leitern der Kindersportschule des VfL Waiblingen. Seit Ausbruch der Pandemie hat er es zwar nicht erlebt, dass Eltern reihenweise die Mitgliedschaft für die Kinder gekündigt haben – allerdings gibt es nach seinen Angaben kaum Neuanmeldungen. Simon Basmann hat indes die Erfahrung gemacht, dass die Kinder die Abstandsregeln verinnerlicht haben – und teilweise auch freiwillig eine Maske tragen. Er selbst habe eher darauf achten müssen, dass die Eltern beim Abholen der Kinder die Regeln beachten und es in den Fluren der Hallen nicht zu kleinen Ansammlungen von Erwachsenen kommt.

„Gerade für die jungen Spieler ist es jammerschade“

Andreas Reichenauer leitet beim VfL die Basketballabteilung und hat versucht, den klassischen Hallensport so gut es geht coronakonform zu organisieren. Ab und an fehlte mal ein Spieler, weil er sich in Quarantäne begeben musste – wodurch natürlich das Team geschwächt wurde. Mal traf es die eigene Mannschaft, mal die gegnerische – und das verzerrt natürlich den Kampf um die Meisterschaft. Dass es nun seit dem Teil-Lockdown beim VfL erst mal kein Basketballtraining mehr gibt, bedauert Andreas Reichenauer. „Gerade für die jungen Spieler ist es jammerschade.“

Tipps zu Fitness-Videos

Mit Blick auf Online-Angebote setzt VfL-Geschäftsführer Jochen Griesmeier gerade darauf, den eigenen Mitgliedern per Mail Videos für bestimmte Sportarten zu empfehlen. Kursleiter suchen schon seit einiger Zeit gezielt das Netz nach sinnvollen Clips ab. Griesmeier hat überlegt, selbst solche Videos drehen zu lassen, dies aber schnell wieder verworfen. „Warum soll ich denn einen Riesenaufwand treiben, um hemdsärmelige Videos zu machen?“

Wunsch nach mehr Entscheidungsspielraum 

Wie es im Dezember weitergeht, weiß der Geschäftsführer des VfL nicht. Er wünscht sich allerdings von den verantwortlichen Politikern, den Vereinen vor Ort mehr Entscheidungsspielraum zu gewähren. Er nennt hier beispielhaft das Thema Halle. Pauschale Verbote oder Anordnungen hält er für ungerecht, da letztlich jede Halle anders sei. Die eine Halle sei besser zu lüften, die andere schlechter – und die Menschen vor Ort wüssten das am besten.


Extra Hygienekonzept erarbeitet

VfL-Geschäftsführer Jochen Griesmeier fordert daher, den Vereinen mehr zu vertrauen. Schließlich hätten viele Hygienekonzepte erarbeitet, um Sport auch in der Pandemie zu ermöglichen. Das, sagt Griesmeier, sei durchaus nicht selbstverständlich. „Es gibt Vereine, die sagen: Uns ist das Risiko zu groß.“

Der Teil-Lockdown im November trifft die Sportvereine hart – und da ist der VfL Waiblingen keine Ausnahme. Geschäftsführer Jochen Griesmeier gibt offen zu, dass der Frust Ende Oktober riesig gewesen sei. „Es hat viel Energie gekostet.“

Monatelang hat der VfL Waiblingen versucht, mit Hygienekonzepten für Kinder und Erwachsene Mannschaftssport zu ermöglichen – ob nun in der Halle oder im Freien. Für jedes Angebot wird eine Anwesenheitsliste geführt, um im Falle einer Infektion mit dem

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