Waiblingen

Temposünder: Blitzer für 2018

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Symbolbild. © Sarah Utz

Korb. Als der Korber Gemeinderat im September beschloss, Tempomessungen an eine Fremdfirma zu vergeben, die gezielt auf Gemeindestraßen Überschreitungen misst, war klar: Raser, die das Limit missachten, werden Bußgeldbescheide erhalten. Das wird Ärger geben. Der Gemeinderat will das stoisch hinnehmen. Er ist entschlossen, auf Beschwerden von Anliegern jetzt mit strenger Kontrolle zu reagieren.

Uneinsichtige Raser bringt man nicht mit Verkehrsschildern, sondern mit dem Geldbeutel zur Räson. Das ist Logik, nach welcher der Korber Gemeinderat die Weinstädter Firma vidi-con Verkehrstechnik mit Geschwindigkeitskontrollen in der Gemeinde beauftragte. Ziel: die Verkehrssicherheit erhöhen. 2018 werden die Blitzer am Straßenrand stehen. Wer zu schnell fährt, wird von der Gemeinde per Bußgeldbescheid bestraft. 6000 Euro pro Jahr lässt sich Korb die Tempokontrollen kosten.

„Messungen bringen nur kurzfristig etwas“

Als ein Korber Bürger vor der Weihnachtspause im Gemeinderat Tempoüberschreitungen in der Hanweiler Straße beklagte, regte er an, Experten beizuziehen. „Messungen bringen nur kurzfristig etwas“, sagte er, „sobald die Polizei wieder weg ist, geht es wieder los. Die ganzen Messungen in der Matreier Straße und der Hanweiler Straße sind wirkungslos geblieben, da wird viel zu schnell gefahren. Mein Vorschlag ist, Experten zurate zu ziehen, die Maßnahmen vorschlagen.“ Auch in der Waiblinger Straße klagen Anwohner.

Bürgermeister Jochen Müller bestätigte dem Mann, der über die Raser in der Hanweiler Straße geklagt hatte, Messgeräte würden in Korb längst eingesetzt. Wenn Schilder nicht gelesen oder nicht beachtet würden, sei das Verhalten von Autofahrern nicht zu akzeptieren. „Vor einigen Wochen haben wir deshalb entschieden, einen Dienstleister zu beauftragen, der Echtmessungen vornimmt, auf die auch Bußgelder folgen können.“

Nur auf Gemeindestraßen

Die Weinstädter Firma hat den Auftrag vorerst fürs Kalenderjahr 2018 erhalten, ihre Blitzer aufzustellen. Alledings ist das Ordnungswesen im Korber Hauptamt derzeit unterbesetzt. „Wir sind im Plan“, so Pressesprecher Christoph Schulz gestern. „Sobald der zuständige Kollege im Haus ist, wird das in Angriff genommen.“ Hauptaufgabe des Amtes wird sein, die Bußgeldbescheide zu verschicken. Christoph Schulz betonte gestern, geblitzt werde ausschließlich auf Gemeindestraßen, nicht auf Straßen, für die beispielsweise der Landkreis zuständig ist. So stehe die Matreier Straße im Fokus, auch die Südstraße. Den Rhythmus der Kontrollen lege die Gemeinde fest. Schulz geht davon, dass vidi-con an einem Tag immer nur an einer Stelle misst.

Da die Anschaffung eines eigenen Messfahrzeugs zu teuer ist, hatte die Verwaltung Kontakt mit der Weinstädter Firma aufgenommen. Sie werde eine flexible und finanzierbare Geschwindigkeitsüberwachung, zusätzlich zu den Kontrollen des Landratsamts, vornehmen. Theoretisch könnten innerhalb eines Tages auch verschiedene Messpunkte angefahren werden. Im Vollzugsdienst, bei der Bußgeldstelle und in der Gemeindekasse wird es aber zu einem Mehraufwand kommen, insbesondere, wenn es zu Geschwindigkeitsübertretungen mit Punkten und Fahrverboten kommt.

Bußgeldkatalog

Der aktuelle Bußgeldkatalog sieht innerorts bei Überschreitungen um bis zu 10 km/h ein Bußgeld von 15 Euro vor, bei 11 bis 15 km/h 25 Euro, bei 16 bis 20 km/h 35 Euro. Bei einer Überschreitung um 21 bis 25 km/h sind 80 Euro zu zahlen. Bei Verstößen innerhalb geschlossener Ortschaften werden 3 km/h als Toleranz abgezogen.