Waiblingen

Terror-Anschläge in Brüssel: die Angst um die eigene Familie

Explosion at Brussels metro station Maelbeek
Belgische Sicherheitskräfte an der Metrostation Maelbeek in Brüssel. Mehrere Explosionen erschütterten am 22. März die Stadt. Mindestens 34 Menschen sind umgekommen, es gibt zahlreiche Verletzte. © Christine Tantschinez

Waiblingen/Brüssel: In der belgischen Haupstadt herrscht nach mehreren Explosionen am Flughafen und Metro-Stationen erneut Terror-Angst. Mindestens 26 Menschen kamen dabei um, es gibt zahlreiche Verletzte. Eine schreckliche Nachricht, erst recht, wenn die eigene Familie und Freunde betroffen sind. Unser Mitarbeiter, Hendrik Stamm, ist in Brüssel aufgewachsen, seine Familie wohnt immer noch dort. Er schildert seine Eindrücke.

Heute Morgen bin ich vom mehrfachen Klingeln meines Handys wachgeworden. Zahlreiche Eilmeldungen über die Geschehnisse in Brüssel an diesem Vormittag fluteten den Bildschirm. Mein erster Gedanke ging natürlich an meine Familie.

Ich bin in Brüssel aufgewachsen, habe bis zum vergangenen Sommer über 15 Jahre da gelebt, bin dort in den Kindergarten gegangen und habe dort Abitur gemacht. Meine Eltern und mein jüngerer Bruder wohnen immer noch da. Einige meiner Schulfreunde wohnen noch da, studieren in Brüssel oder sind dort zu Besuch.

Natürlich habe ich erstmal meine Eltern und meinen Bruder kontaktiert. Glücklicherweise geht es ihnen gut, sie sind sicher. Auch ist keinem meiner Bekannten etwas passiert, aber es hätte natürlich so kommen können.

Für mich sind diese Geschehnisse irgendwie seltsam. Natürlich kam der Terror mit den grausamen Anschlägen in Paris im vergangenen November näher. Aber jetzt ist er da, wo ich herkomme. Jahrelang bin ich die Metrolinie 1 gefahren, etliche Male bin ich an Maelbeek vorbeigefahren, etliche Male auch dort ausgestiegen, um Freunde zu besuchen. Ich hatte das Glück, diesmal nicht in Brüssel gewesen zu sein. Andere nicht.

Zur Person:

Hendrik Stamm arbeitet gerade für zwei Monate als Praktikant bei der Rems-Murr-Rundschau. Der 18-Jährige ist in Köln geboren, in Brüssel aufgewachsen - und lernt seit Oktober 2015 an der renommierten Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft.