Waiblingen

Tiktok-Challenges: Vandalismus auch an Schulen in Waiblingen - was hilft?

Toilette Klo Schultoilette Symbolfoto
Symbolfoto. © Steve DiMatteo auf Pixabay

Immer mal wieder hat es im Land Fälle von Vandalismus an Schulen gegeben, die wahrscheinlich auf sogenannte Challenges zurückzuführen sind. Bei dieser Art von Mutprobe beschädigten Schülerinnen oder Schüler etwa Toiletten – und veröffentlichten Videos davon im Netz, meist auf der bei Jüngeren sehr beliebten Plattform Tiktok. Auch an einem Waiblinger Gymnasium gab es solche Vorfälle. Was ist der Stadt und der Polizei über das Phänomen bekannt?

Am Salier-Gymnasium sei es „mehrfach“ zu Vandalismus nach Tiktok-Challenges gekommen, sagt Schulleiter Peter Schey. Verstopfte Toiletten und bekritzelte Wände waren das Resultat. Innerhalb einer Stunde seien die Probleme behoben gewesen.

In einem Fall konnten Achtklässlerinnen als Verursacherinnen ausgemacht werden. Bei der Aufklärung geholfen hatten laut Schey andere Schülerinnen, die sich über die Sachbeschädigung in der Mädchentoilette ärgerten – sie fanden die entsprechenden Posts auf Tiktok.

Vandalismus gab es an Schulen auch früher - aber anders

Natürlich habe es auch früher Vandalismus gegeben, so der Schulleiter. Die Form sei jetzt aber anders: Statt Langeweile oder Protest sieht er die Ursache darin, dass die Kinder und Jugendlichen sich profilieren und in den sogenannten sozialen Medien Bestätigung erhalten wollen.

In Waiblingen hat es im vergangenen Schuljahr „an einzelnen Schulen kleinere Beschädigungen und Störungen des Schulbetriebs durch sogenannte Tiktok-Challenges“ gegeben, teilt die Abteilung Schulen der Stadtverwaltung mit. Der Sachschaden sei „in geringem Umfang“ geblieben. Solche Fälle würden zur Anzeige gebracht.

Generell sei beim Vandalismus „erkennbar, dass es zu wechselnden Schwerpunkten an den 14 Waiblinger Schulen kommt“. Eine signifikante Veränderung gegenüber den Vorjahren könne nicht festgestellt werden. Die Stadt ergreife präventive Maßnahmen, zum Beispiel eine ausreichende Beleuchtung der Außenanlagen. „Schulintern können bei Bedarf zudem organisatorische Maßnahmen ergriffen werden, um bestimmte Vandalismusaktionen zu unterbinden oder Zugangsmöglichkeiten zu beschränken.“

Kaum Zahlen zu Tiktok-Challenges im Rems-Murr-Kreis 

Insgesamt gibt es kaum Zahlen zum Vandalismus aufgrund von Tiktok-Challenges. Das staatliche Schulamt Backnang hat dazu keine verlässlichen Daten. „Empfehlungen an die Schulen wurden bislang unsererseits nicht ausgesprochen“, so die Leitende Direktorin Sabine Hagenmüller-Gehring. „In Schulleiter-Dienstbesprechungen sind solche Gefahren immer wieder Thema, jedoch eher im Sinne eines Austausches der Schulleitungen untereinander.“

Laut Polizei sind Sachbeschädigungen an Schulen zwar ein „sehr häufiges Phänomen“. Explizit zu Tiktok-Challenges sind Pressesprecher Rudolf Biehlmaier aber keine Fälle bekannt. Für die Polizei sei schwer festzustellen, ob die Plattform eine Rolle gespielt hat. Was nicht heiße, dass es solche Fälle nicht gibt.

Tipps für Eltern und Lehrkräfte

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) schreibt zu Tiktok-Challenges: „Neben unterhaltsamen und harmlosen Challenges gibt es immer wieder welche, die dazu animieren, riskante oder kriminelle Taten nachzuahmen, zu filmen und online zu posten. So ist es bei der ‘Devious-Licks Challenge’ der Fall. Klopapier wird geklaut, Spülkästen demoliert und zerstörte und ausgebrannte Schultoiletten sowie Verletzte werden auf der Jagd nach dem Nervenkitzel und mehr ‘Likes’ in Kauf genommen.“

Eltern rät das LMZ, sich die App von ihren Kindern erklären zu lassen und mit ihnen offen über ihre Eindrücke zu sprechen. Auch technische Maßnahmen sind möglich, um einzuschränken, was Kinder mit dem Smartphone tun können.

Lehrkräfte sollten demnach „anhand eigener persönlicher Erfahrungen mit Mutproben und Challenges“ über Gefahren aufklären – und auch über rechtliche und finanzielle Folgen von Sachbeschädigung.

Immer mal wieder hat es im Land Fälle von Vandalismus an Schulen gegeben, die wahrscheinlich auf sogenannte Challenges zurückzuführen sind. Bei dieser Art von Mutprobe beschädigten Schülerinnen oder Schüler etwa Toiletten – und veröffentlichten Videos davon im Netz, meist auf der bei Jüngeren sehr beliebten Plattform Tiktok. Auch an einem Waiblinger Gymnasium gab es solche Vorfälle. Was ist der Stadt und der Polizei über das Phänomen bekannt?

Am Salier-Gymnasium sei es „mehrfach“ zu

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