Waiblingen

Trotz Corona bleibt in Waiblingen die Lust am Bauen

Bauen in der Stadt
Die letzten Bauplätze im Baugebiet Berg-Bürg sind verkauft. Fotos: Palmizi © ALEXANDRA PALMIZI

Während viele Firmen ihre Mitarbeiter seit März in Kurzarbeit geschickt haben, läuft die Baubranche zum großen Teil im Normalbetrieb. „In Waiblingen haben die Baufirmen trotz Corona durchgearbeitet“, sagt Baubürgermeister Dieter Schienmann. Das ist im Stadtbild auch zu sehen: Die Bauarbeiten auf der derzeit größten Waiblinger Baustelle, dem Krankenhausareal, schreiten zügig voran, ebenso der Häuslebau im Bittenfelder Baugebiet Berg-Bürg. Dort, am Bittenfelder Ortsrand, sind laut Schienmann die letzten Bauplätze inzwischen verkauft. Die Waiblinger Wohnungsgesellschaft plant im Neubaugebiet Berg-Bürg ein Mehrfamilienhaus mit zwölf geförderten Mietwohnungen. Baubeginn ist im Herbst. Der Bau der Mensa an der Neustädter Friedensschule läuft – die Stadt liegt gut im Zeitplan. Aber auch Privatleute hält die Corona-Krise vom Bauen offensichtlich nicht ab.

Für neue Einfamilienhäuser fehlt der Platz

Dabei sind es nicht die großen Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften, die von privater Seite derzeit gebaut werden. Neue Häuser könnten schon mangels Flächen kaum gebaut werden, sagt Dieter Schienmann. Nach Berg-Bürg gibt es für private Häuslebauer zumindest derzeit kein großes Neubaugebiet mehr. Ungebrochen ist die Lust am Bauen gleichwohl. So ist die Zahl der Bauanträge in Waiblingen mit Beginn der Corona-Krise im März sogar leicht gestiegen, nachdem sie sich bis dahin im Durchschnitt des Vorjahrs bewegt hatte. „Vielleicht hatten die Leute mehr Zeit, sich mit ihren Häusern zu beschäftigen“, vermutet der Baubürgermeister. Tatsächlich habe es sich im privaten Bereich bei den Bauanträgen vor allem um Sanierungen, Ausbaumaßnahmen und Umnutzungen gehandelt.

Bei den Baugenehmigungen läuft es wieder

Was viele Bauherrn freuen wird: Der Stau bei den Baugenehmigungen ist nach Angaben des Baubürgermeisters abgebaut. „In Einzelfällen hatten wir Verzögerungen von vier bis sechs Wochen“, so der Baubürgermeister. Hat ein Bauherr seine vollständigen Unterlagen eingereicht, muss er im Normalfall spätestens drei Monate später einen Bescheid bekommen. Allerdings gebe es kaum ein Bauvorhaben, an dem nicht nachgearbeitet werden müsse. Grund dafür ist nach seiner Auffassung, dass die Vorgaben und Vorhaben immer komplexer würden. Zuletzt war’s im Baurechtsamt im Zusammenhang mit dem Wohnungsbau auf dem Krankenhaus-Areal nochmals eng geworden. Die Kreisbau, das Siedlungswerk und die GWG-Gruppe, die alle an der Winnender Straße bauen, hatten ziemlich zeitgleich ihre Bauanträge eingereicht, erklärt Schienmann. Wobei auch diese teilweise sehr komplex gewesen seien: In einem Fall habe die besonders tiefe und sehr nah ans Nachbargrundstück heranragende Baugrube in einem Extra-Verfahren genehmigt werden müssen. Dass Baugebiete so dicht bebaut werden, wird nach Ansicht Schienmanns angesichts der wenigen verbleibenden Flächen der Standard der Zukunft in der Region.

Das Problem fehlender Flächen hat – zumindest bis vor kurzem – auch den Waiblinger Unternehmen unter den Nägeln gebrannt. Viele wollten bauen, doch in den bestehenden Gewerbegebieten ist längst Ende der Fahnenstange. Die Stadtverwaltung hatte deshalb einen Suchlauf für Gewerbeflächen gestartet, dessen Ergebnisse in Kürze im Gemeinderat vorgestellt werden. „Bis letztes Jahr wollten die Unternehmer noch bauen“, sagt der Baubürgermeister. Ob sich das aufgrund von Corona langfristig verändert habe, könne er allerdings nicht beurteilen. In keinem Fall könne die Stadt aber die Hände in den Schoß legen: „Wir müssen vorbereitet sein, damit wir reagieren können.“ Im Juli soll im Gemeinderat der Baubeschluss für die Kindertagesstätte samt öffentlich geförderter Wohnungen und eine Sporthalle in Waiblingen-Süd gefasst werden. Ansonsten sind zahlreiche Projekte in der Stadt auf Eis gelegt. Darunter auch die Sanierung des Alten Rathauses, in das irgendwann wieder ein Restaurant einziehen soll. Aufgrund der Corona-Krise hatte der Gemeinderat die Planung abgebrochen. Im Herbst kommt das Schmuckstück am Marktplatz im Zuge der Haushaltsberatungen erneut auf die Tagesordnung. Schienmann rechnet fest damit, dass das denkmalgeschützte Gebäude irgendwann saniert wird. Nur wann – das ist die Frage.

Während viele Firmen ihre Mitarbeiter seit März in Kurzarbeit geschickt haben, läuft die Baubranche zum großen Teil im Normalbetrieb. „In Waiblingen haben die Baufirmen trotz Corona durchgearbeitet“, sagt Baubürgermeister Dieter Schienmann. Das ist im Stadtbild auch zu sehen: Die Bauarbeiten auf der derzeit größten Waiblinger Baustelle, dem Krankenhausareal, schreiten zügig voran, ebenso der Häuslebau im Bittenfelder Baugebiet Berg-Bürg. Dort, am Bittenfelder Ortsrand, sind laut Schienmann

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