Waiblingen

Trotz Corona: Fit für die Abi-Prüfung?

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Trotz Corona: Fit für die Abi-Prüfung?_0
Abschlussprüfungen sind für die Schüler schon aufregend genug. © ZVW/Gabriel Habermann
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Anika Witzlinger.
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Silian Wertz.

Waiblingen.
Die Wochen vor den Abschlussprüfungen sind für viele Schüler wohl die stressigste Phase ihrer ganzen Schullaufbahn. Doch in diesem Jahr ist alles wegen der Coronavirus-Pandemie noch schwieriger. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, findet schon seit knapp zwei Wochen kein regulärer Unterricht statt.

Betroffen sind alle Schulformen und ganz besonders all die Schüler, die kurz vor ihrem Abschluss stehen. Ein Beispiel aus Waiblingen: Am Wirtschaftsgymnasium sollen im April und Mai die schriftlichen Abiturprüfungen stattfinden. Wann genau sie antreten müssen, wissen die Schüler aber nicht.

Lange war sogar diskutiert worden, ob man den Schülern in dieser Phase eine Abiturprüfung zutrauen kann. Zur Debatte stand auch, die diesjährigen Prüfungen zu verschieben oder ganz ausfallen zu lassen und das Abi anhand der Noten der zwei letzten Schuljahre zu vergeben. Die Kultusminister der Länder haben sich letztlich aber auf eine gemeinsame Linie geeinigt: Die Abiturprüfungen finden statt.

Lernen über Videochat klappt nicht so gut

Anika Witzlinger und Silian Wertz besuchen die 13. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums an der Kaufmännischen Schule in Waiblingen. Für sie geht es um die Allgemeine Hochschulreife. Laut aktuellem Stand sollen sie bis Ende der Osterferien zu Hause bleiben. Und wie sieht’s dabei mit der Vorbereitung aus? Können sich Schüler den Lernstoff selbst beibringen – und dabei vielleicht sogar die schulfreie Zeit genießen?

„Auf der einen Seite ist es gut, die freie Zeit zum Lernen zu nutzen, auf der anderen Seite fehlt jetzt die gemeinsame Vorbereitung im Unterricht“, sagt Anika Witzlinger. Zwar fühle sie sich insgesamt gut vorbereitet, aber dennoch hätte sie gerne einige Dinge noch mal im Unterricht besprochen. Zumal sie auch gerne in einer Gruppe lerne. „Über Videochat klappt das aber nicht so gut“, sagt sie. Ihre persönliche Vorbereitung sieht in jedem Fach anders aus. Um beispielsweise fit für ihre Englischkommunikationsprüfung zu sein, die ursprünglich am 1. April stattfinden sollte, telefoniere sie mit einem Klassenkameraden auf Englisch.

Langsam wachse die Besorgnis

Der 19-jährige Silian Wertz gesteht, sich anfangs auf die freie Zeit gefreut zu haben. „Jetzt kann ich mich besser vorbereiten, dachte ich, weil ich jetzt mehr Zeit habe“, sagt er, „aber in der Zwischenzeit bin ich mir nicht mehr sicher, langsam wächst auch die Besorgnis.“ Hinzu komme, dass er gemeinsam mit seinen Brüdern seiner Mutter im Haushalt helfen müsse. Da seine Mutter in der Kita-Notbetreuung tätig sei und zudem die Einkäufe für Silians Oma erledige, müssen die Söhne anpacken.

Auf die Prüfungen bereitet sich Silian Wertz hauptsächlich mit Hilfe von Abiturvorbereitungsbüchern und Online-Nachhilfeunterricht, der nun über Skype stattfindet, vor. Darüber hinaus habe er Aufgaben von seinen Lehrern erhalten. „Die sind wie Hausaufgaben für die nächsten fünf Wochen“, sagt er.

Unterricht übers Internet gibt es nur in manchen Fächern

Falls die Schüler Fragen haben sollten, können sie Kontakt mit ihren Lehrern aufnehmen, das heißt, eine E-Mail schreiben. „Das ist kein Problem, wir haben von allen Lehrern die E-Mail-Adressen. Die Frage ist nur, wie schnell die darauf antworten – das ist bei jedem Lehrer unterschiedlich“, sagt der Abiturient. Auch Anika Witzlinger erhalte Lernmaterial zur Verfügung. „Meine Lehrer stehen immer für Fragen bereit.“

Darüber hinaus nimmt Anika Witzlinger auch am Online-Unterricht teil. „Es gab schon eine Online-Unterrichtsstunde in Volkswirtschaftslehre“, sagt sie. Der neunzigminütige Unterricht laufe über die App „Teams“ ab. Bereits zweimal hat der Unterricht auf diese Weise stattgefunden. „Das hat erstaunlich gut geklappt“, betont sie. Anika Witzlinger findet, es habe sich ausgezahlt, dass die Schüler schon vor der Pandemie iPads zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Beide Schüler sind froh, dass ihre Prüfungen trotz allem bald und nicht erst im Sommer stattfinden sollen. Silian Wertz glaubt, dass es im Sommer mit der Corona-Pandemie noch schlimmer werden wird. Er informiert sich genau über die aktuellen Infektionszahlen.

Pläne für die Zeit nach dem Abitur

Auch Anika Witzlinger hält nicht viel von der Idee, das Abi aufzuschieben. „Ich denke, viele Schüler haben bereits Pläne für die Zeit nach dem Abitur. Sollte die Prüfung also so weit verschoben werden, dass das Schuljahr verlängert werden muss, wäre das für einige sehr problematisch.“ Sie selbst möchte im September als Au-pair nach Neuseeland. „Davor würde ich gerne arbeiten, um etwas Geld zu verdienen. Das geht natürlich alles nicht, wenn das Abitur weit nach hinten verschoben wird.“

Für Silian Wertz steht ebenfalls fest, wie es nach dem Abitur weitergehen soll. „Ich möchte zuerst ein Freiwilliges Soziales Jahr machen und dann Öffentliche Verwaltung studieren.“


Wichtige Hinweise und die aktuellsten Entwicklungen zur Corona-Krise finden Sie auf zvw.de/corona und auf unserer Themenseite zvw.de/thema/coronavirus

Waiblingen.
Die Wochen vor den Abschlussprüfungen sind für viele Schüler wohl die stressigste Phase ihrer ganzen Schullaufbahn. Doch in diesem Jahr ist alles wegen der Coronavirus-Pandemie noch schwieriger. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, findet schon seit knapp zwei Wochen kein regulärer Unterricht statt.

Betroffen sind alle Schulformen und ganz besonders all die Schüler, die kurz vor ihrem Abschluss stehen. Ein Beispiel aus

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