Waiblingen

TSM-Zertifikat: Stadtwerke Waiblingen werden für Qualitätsstandards ausgezeichnet

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Von links: Prüfer Thomas Anders (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs), Stadtwerke-Chef Frank Schöller, Anton Angerer (Technische Dienstleistungen), Bernhard Zipp (Bereichsleiter Technik und Prokurist) und Axel Hamm (Leiter Management Netze). © ZVW/Ralph Steinemann

Wer die Leistung eines Energieversorgers messen will, kann etwa beim Strom die unterbrochenen Minuten pro Kunde und Jahr vergleichen – und da stehen die Stadtwerke Waiblingen nach eigenen Angaben im Branchenvergleich gut da. Laut Bernhard Zipp, Bereichsleiter Technik, ist das kommunale Unternehmen hier um 30 bis 50 Prozent besser als der Durchschnitt – und das in einem Land, in dem der Strom sowieso vergleichsweise selten ausfällt.

Solche Kriterien spielen eine Rolle, wenn Prüfer des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW), des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) und des Energieeffizienzverbands für Wärme, Kälte und Kraftwärmekopplung (AGFW) ihr Zertifikat für Technisches Sicherheitsmanagement (TSM) verleihen. Die Stadtwerke haben es nun erneut erhalten, nachdem das erste Zertifikat nach fünf Jahren abgelaufen ist – und zwar in allen Sparten, sprich für Strom, Gas, Wasser und Wärme.

Etwa zwei Drittel der Gasversorger in Baden-Württemberg haben das TSM-Zertifikat

Prüfer Thomas Anders vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs sagte bei der offiziellen Verleihung am Donnerstag, dass längst nicht jedes Unternehmen dieses Zertifikat erhält. In Baden-Württemberg haben nach seinen Angaben etwa zwei Drittel der Gasversorger solch ein TSM-Zertifikat, bei den Strom- oder Wasserversorgern ist die Quote deutlich niedriger. Da es eine freiwillige Prüfung ist, stellen sich ihr laut Thomas Anders in der Regel nur Unternehmen, die auch überzeugt sind, bestehen zu können.

Das heißt aber nicht, dass jeder das Siegel so einfach kriegen kann: Geprüft wird, ob in allen Bereichen des Unternehmens nach den aktuellen Gesetzen und Vorschriften sowie auf dem aktuellen Stand der Technik gearbeitet wird. Und das wiederum setzt voraus, dass alle Prozesse transparent dokumentiert werden. „Es gibt Unternehmen, bei denen man die Prüfung abgebrochen hat“, sagt Prüfer Thomas Anders. Diesen werde allerdings die Chance gegeben, etwa ein halbes Jahr Pause zu nehmen und nachzuarbeiten.

Stadtwerke: Kunden wird an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr geholfen

Die Zertifizierung bedeutet nicht, dass an ein paar Tagen ein Prüfer kommt und dann ein Siegel verleiht. „Wir arbeiten ständig an diesem Veränderungsprozess“, betont Anton Angerer, der bei den Stadtwerken für technische Dienstleistungen zuständig ist. Bernhard Zipp ergänzt, dass die Kunden der Stadtwerke von dem Zertifikat letztlich profitieren. Zum Beispiel garantieren die Stadtwerke, dass bei Gasgeruch in einem Gebäude immer ein Mitarbeiter kommt, der in dem Bereich entsprechend qualifiziert wurde. Oder sie stellen sicher, dass bei einem technischen Problem immer jemand erreichbar ist, der zum Kunden fahren kann – an sieben Tagen die Woche, rund um die Uhr. „Wir lassen nicht nach 16 Uhr die Stifte fallen“, sagt Bernhard Zipp.

Auch Kommunen zählen zu den Kunden der Stadtwerke Waiblingen

Natürlich nützt das Zertifikat auch dem Unternehmen selbst, um an neue Aufträge zu kommen. Wenn Firmen oder Wohnungseigentümergemeinschaften eine Versorgung aus einer Hand haben wollen, schauen sie laut den Stadtwerken genau darauf, ob es das TSM-Zertifikat gibt oder nicht. Auch andere Kommunen zählen übrigens zu den Kunden der Stadtwerke Waiblingen: Für Korb und Schwaikheim kümmert sich das städtische Unternehmen um die Wasserversorgung, dazu stemmt es die Wärmeversorgung für einige Gemeinden.

2020 doppelt so viele Baustellen wie sonst

Laut Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schöller hat die Zertifizierung letztlich auch geholfen, trotz Corona-Pandemie weiter effizient zu arbeiten. Als im Frühjahr 2020 viele Unternehmen Kurzarbeit einführten und den Betrieb runterfuhren, arbeiteten die Stadtwerke mit Hygienekonzept durch. So schafften sie es nach eigenen Angaben sogar, 2020 doppelt so viele Baustellen abzuwickeln als jeweils in den Jahren 2017, 2018 und 2019. Und wenn viel in die eigene Infrastruktur investiert wird, dann sinkt zum Beispiel auch das Risiko von Wasserrohrbrüchen – und das wiederum schont die Nerven der Kunden.

Das Zertifikat für Technisches Sicherheitsmanagement ist seit Ende der 90er auf dem Markt, zum ersten Mal erhalten haben es die Stadtwerke Waiblingen 2016. Das neue Zertifikat gilt sogar für sechs Jahre, allerdings gibt es nach drei Jahren eine Zwischenprüfung.

Wer die Leistung eines Energieversorgers messen will, kann etwa beim Strom die unterbrochenen Minuten pro Kunde und Jahr vergleichen – und da stehen die Stadtwerke Waiblingen nach eigenen Angaben im Branchenvergleich gut da. Laut Bernhard Zipp, Bereichsleiter Technik, ist das kommunale Unternehmen hier um 30 bis 50 Prozent besser als der Durchschnitt – und das in einem Land, in dem der Strom sowieso vergleichsweise selten ausfällt.

Solche Kriterien spielen eine Rolle, wenn Prüfer des

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