Waiblingen

Ukraine-Krieg: Gasknappheit bei Stadtwerken droht - lässt Putin uns frieren?

Thermostat
„Smarter“, programmierbarer Thermostat zum Sparen von Heizkosten. © Gabriel Habermann

Die Gasvorräte befinden sich auf einem Tiefstand, obwohl der Winter noch nicht vorüber ist. Die Gaspipeline North Stream 2 wird vorerst nicht in Betrieb gehen. Infolge von Putins Krieg gegen die Ukraine drohen eine Verknappung des Gases und massive Preiserhöhungen. Müssen wir bald frieren? Der Waiblinger Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schöller gibt Entwarnung – aber nur für diesen Winter.

Bereits um den Jahreswechsel haben die Stadtwerke Waiblingen ihre Preise wegen der gestiegenen Beschaffungskosten spürbar erhöht. Eine Flucht zu Billiganbietern blieb aber aus: „Es gab sehr wenige Kündigungen, da wir nach wie vor, auch in dieser schwierigen Situation, faire Preise bieten“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schöller. Zudem haben bei weitem nicht nur der örtliche Energieversorger, sondern die ganze Branche auf breiter Front Preise angehoben, viele noch deutlich drastischer. Die Börsenpreise hatten bereits vor der aktuellen politischen Lage massiv angezogen, so Frank Schöller. Durch den Ukraine-Konflikt hätten die Börsenpreise nochmals nachgelegt. Auswirkungen der beschlossenen Sanktionen der Europäischen Union merken die Stadtwerke Waiblingen derzeit (noch) nicht.

Private Haushalte und Kliniken sind besonders geschützt

Der weitere Verlauf des Krieges und des Konflikts zwischen Putins Russland, der Ukraine und dem Westen ist derzeit nicht absehbar. Was passiert, wenn Russland kein Gas mehr liefert, wenn Präsident Wladimir Putin uns den Gashahn abdreht? Müssen wir dann frieren? Dazu Stadtwerke-Chef Frank Schöller: „Sicher ist: In diesem Winter wird jeder Gas- und Fernwärmekunde eine warme Wohnung haben. Wir haben in Europa Sicherungsmechanismen, die in einer Engpasssituation greifen.“ In jedem Fall seien Haushaltskunden und Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt.

Öl und Strom ebenfalls betroffen

Vertraglich geregelte Abschaltvereinbarungen mit der Industrie oder der Wechsel auf andere Energieträger könnten die Nachfrage nach Erdgas drosseln. Die Energiewirtschaft steht in engem Austausch mit der Regierung. Sie beobachtet die aktuelle Lage genau und bewertet sie regelmäßig entlang der bestehenden Vorsorgepläne neu.

Die Rede ist vom Erdgas, doch ist es nicht so, dass sorgenfrei heizen kann, wer eine Ölheizung hat. Abgesehen davon, dass der Ölpreis seinerseits Schwankungen unterworfen und von politischen Unwägbarkeiten abhängig ist: Energiepreise unterliegen einem weltweiten Handel und sind zu großen Teilen gegenseitig substituierbar, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer. Wenn also der Preis eines bestimmten Energieträgers wie Öl oder Gas steigt, dann steigt auch der Preis der anderen.

Panik an der Börse

Ähnliches gilt für den Strom. Werden infolge des Ukraine-Kriegs auch die Strompreise weiter steigen? „Davon ist auszugehen“, meint Frank Schöller. Nicht nur wegen der wahrscheinlichen Verknappung der Energieträger Öl und Gas, sondern insbesondere wegen möglicher „Panikreaktionen“ an den Energiebörsen.

Die Gasvorräte befinden sich auf einem Tiefstand, obwohl der Winter noch nicht vorüber ist. Die Gaspipeline North Stream 2 wird vorerst nicht in Betrieb gehen. Infolge von Putins Krieg gegen die Ukraine drohen eine Verknappung des Gases und massive Preiserhöhungen. Müssen wir bald frieren? Der Waiblinger Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schöller gibt Entwarnung – aber nur für diesen Winter.

Bereits um den Jahreswechsel haben die Stadtwerke Waiblingen ihre Preise wegen der gestiegenen

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