Waiblingen

Umtausch? Nein, danke!

Geschenk_0
Symbolbild. © Ramona Adolf

Waiblingen. Offenbar haben die Waiblinger in diesem Jahr gut eingekauft: Laut örtlichen Einzelhändlern wurden bislang nur wenige Weihnachtsgeschenke umgetauscht. Ganz zurückgegeben wird demnach kaum, am häufigsten wird die Größe getauscht. Manche Händler haben auch Lustiges zu berichten.

Das Elektronik-Fachgeschäft Prisma in Waiblingen hat nach Weihnachten noch keinen einzigen Umtausch verzeichnet – obwohl vor Weihnachten viel verkauft wurde, wie Geschäftsführer Andreas Bertz berichtet. Vor allem Tablets und Spiele-PCs sind unter den Geschenke-Jägern demnach der Renner gewesen. Dass diese nun nicht zurückgebracht werden, führt Bertz darauf zurück, „dass diese Geschenke schon sehr personenbezogen sind. Man sagt ja nicht so Hoppla-Hopp ich kaufe jetzt einen PC, mal sehen, ob es dem anderen gefällt.“ Dafür seien diese Produkte schließlich zu teuer.

Viele Gutscheine – keine Umtausche

Auch beim Waiblinger Schuhhändler City Shoes ist die „Rücklaufquote supergering“, wie der Filialleiter Franco Nucaro sagt. Er schätzt, dass weniger als ein Prozent der in seiner Filiale gekauften Weihnachtsgeschenke umgetauscht wird. „Schuhe werden nicht so oft verschenkt, da könnte es natürlich Probleme mit der richtigen Größe geben. Aber Taschen sind bei Frauen fast immer ein Volltreffer“, weiß Nucaro zu berichten. Wenn doch mal etwas zurückkommt, dann entweder wegen besagter Schuhgröße oder weil es nicht gefällt. „Ansonsten verkaufen wir vor Weihnachten vor allem Gutscheine, da wird nachher nichts umgetauscht“, so Nucaro.

Umtausche hätten sich merklich reduziert

Viele Geschenke gekauft wurden auch in der Parfümerie Douglas in der Waiblinger Innenstadt, wie Filialleiterin Nicole Eloy berichtet. Bestseller vor Weihnachten seien Duftsets gewesen – Parfüm kombiniert mit Duschgel oder Lotion. Zurück kommt auch dort kaum etwas: „Wir haben derzeit etwa zehn Umtausche pro Tag. Meist nehmen die Kunden dafür etwas anderes mit“, sagt Eloy. Die Umtausche hätten sich merklich reduziert, da seit einem Jahr nur noch mit Kassenzettel umgetauscht werden könne. Eine lustige Geschichte hat die Filialleiterin auch zu erzählen: Eine Frau sei nach Weihnachten in den Laden gekommen und habe ein Duftset zurückgegeben, weil sie sich mit der Familie zerstritten hatte, der sie es ursprünglich hatte schenken wollen. „Mit denen will ich nichts mehr zu tun haben und schenken will ich ihnen auch nichts mehr“, habe die Frau gesagt, so Eloy. Und das Set zurückgegeben.

Verkehrte Größe ist zumeist Grund für einen Umtausch

Solche Anekdoten hat Claudia Frasz, Inhaberin des Schmuckladens Goldene Ecke, zwar nicht zu berichten, aber auch sie rechnet nicht mit einer großen Umtauschwelle. „Am ersten Tag kamen vier Personen, insgesamt rechne ich mit etwa zehn Umtauschen“, sagt sie. Vor allem Ketten, Ringe, Ohrringe, Armbänder und Uhren hat sie vor Weihnachten verkauft. Umtausche gebe es zumeist wegen der verkehrten Größe, seltener weil Schmuck nicht gefalle, erläutert Frasz. „So eine Ringgröße beispielsweise, die lässt sich ja auch schwer schätzen.“

Weihnachtsgeschenke, die typischerweise in der Messerschmiede Eisele gekauft werden, sind Küchen- oder geschmiedete Messer sowie gusseiserne Töpfe und Pfannen, wie Mitinhaberin Christine Eisele berichtet. Dass dort kaum etwas umgetauscht wird, schreibt die Chefin der Kompetenz ihrer Mitarbeiter zu. „Anders als im Großmarkt werden bei uns die Produkte ja von A bis Z erklärt“, sagt sie. Zudem seien Messer, Pfannen oder Töpfe ja praktische Alltagsgegenstände, mit denen eigentlich jeder etwas anfangen könne.

Wie halten Sie’s mit den Geschenken – behalten wie den sprichwörtlichen Gaul oder weg damit? Schreiben Sie uns: waiblingen@zvw.de.

Der geschenkte Gaul

Geschenke zurückgeben – darf man das überhaupt?

Ein deutsches Sprichwort besagt: „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.“ Anders gesagt, ein Geschenk darf weder kritisiert noch umgetauscht werden.

Seinen Ursprung hat dieses Sprichwort übrigens im Pferdehandel: Beim Kauf wurde das Alter eines Pferdes (und somit sein Wert) früher traditionell anhand der Zähne bestimmt. Mit einem geschenkten Pferd, so das Sprichwort, soll man sich zufriedengeben – und nicht den Wert überprüfen.