Waiblingen

Verkehr nimmt zu - immer mehr Lkw

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Symbolbild. © ZVW
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Die Mess-Stellen im Rems-Murr-Kreis © ZVW
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VerkehrszaehlungZAHLEN © ZVW

Waiblingen. Immer mehr Autos, immer mehr Lastwagen – im Rems-Murr-Kreis fahren so viele Fahrzeuge wie nie zuvor. Die B 29 beweist: Eigentlich ist diese Straße längst zur Autobahn geworden. Und die kleine Landesstraße bei Sulzbach steht noch schlimmer da.

Viele Menschen klagen: Keine Ruhe gibt’s mehr, nicht mal nachts lässt das Autorauschen nach. Über die Straßen wagt sich der Mensch kaum mehr, denn die Lastwagen rauschen regelmäßig in die Kurven. Stimmt das? Es stimmt. Und zwar nicht nur gefühlt, sondern nachweislich belegt und gezählt. Im gesamten Rems-Murr-Kreis. Autos, Lieferwagen, Lastwagen mit und ohne Anhänger, Sattelschlepper, Motorräder und was sonst noch motorisiert unterwegs ist, wird an vielen Stellen im Kreis regelmäßig gezählt. Fünf fest installierte Dauerzählstellen gibt’s, die das ganze Jahr hindurch und das alle Jahre lang zählen. „Automatische Straßenverkehrszählung“ heißt das und funktioniert folgendermaßen: Eine Induktionsschleife wird in den Asphalt eingelassen, die erstens erkennt, dass überhaupt was fährt. Und zweitens sogar erkennt, was da fährt.

Außerdem sind über den gesamten Kreis hinweg 160 temporäre Messstellen verteilt. Alle fünf Jahre wird an diesen Stellen ein Leitpfosten aus der Verankerung gezogen und durch einen anderen ersetzt, in dem eine kleine Kamera auf Radarbasis eingebaut ist. In dem Jahr, in dem das passiert, wird an dieser Stelle zweimal zwei Wochen lang gezählt. In der Zeit dazwischen wird auf Basis der stationären Zählstellen auch der Verkehr an den Stellen mit den temporären Zählstellen statistisch errechnet.

Täglich gezählt wird im Rems-Murr-Kreis auf der B 14 bei Strümpfelbach in der Nähe von Backnang. Außerdem auf der B 14 bei Korb, auf der B 29 bei Grunbach, auf der Landesstraße 1142 bei Hegnach und auf der Landesstraße 1066 bei Sulzbach an der Murr.

Am stärksten belastet ist die Strecke bei Korb: 61 566 Kraftfahrzeuge aller Art fuhren im Jahr 2015 hier durchschnittlich am Werktag. Im Gesamten sind das 0,9 Prozent mehr Fahrzeuge als im Jahr 2014. Nimmt man das Wochenende noch dazu, dann fahren an dieser Zählstelle sogar 1,7 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahr. Am Wochenende ist also ganz schön was los in Richtung Stuttgart und zurück.

Nicht viel besser sieht’s bei Grunbach aus. Beziehungsweise: Bei 3,4 Prozent mehr Fahrzeugen als im Jahr zuvor ist für die B 29 das Jahr 2015 noch verkehrsstärker als für die B 14, auch wenn es in absoluten Zahlen etwas weniger, nämlich nur 60 512 Fahrzeuge waren, die über die Induktionsschleife fuhren.

Beide Zählstellen an der B 14 zeigen: Der Schwerlastverkehr hat nachgelassen, und zwar um 1,3 beziehungsweise sogar 1,9 Prozent. Das entspricht dem landesweiten Trend, den auch Verkehrsminister Winfried Hermann in einer Pressemitteilung zur Lage auf den Straßen feststellt. Doch schon auf der B 29 bei Grunbach ist’s mit dieser schönen Entwicklung vorbei: 1,5 Prozent Lastwagen mehr als im Vorjahr. Das sind am Tag 4158 Laster. Und die Prozentzahlen für den Durchschnitt inklusive Wochenende zeigen: Auch Samstag und Sonntag wird immer mehr gefahren. 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch schlimmer sieht’s auf der Landesstraße bei Sulzbach aus: 4,1 Prozent mehr Schwerlastverkehr unter der Woche, also 1076 Lastwagen auf dieser vergleichsweise kleinen Straße.

Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte nach Auswertung der Baden-Württemberg-weiten Zählungen, dass prozentual der Schwerlastverkehr auf den Autobahnen zugenommen, auf den Bundes- und Landesstraßen jedoch abgenommen habe. So ist’s nicht schwer zu behaupten: Im Rems-Murr-Kreis sind viele kleine und größere Straßen längst zu Autobahnen geworden.

Zählung 2015:

Baden-Württemberg-weit gibt es 150 automatische, fest installierte Straßenverkehrszählstellen. Außerdem über 5000 temporäre Messstellen für das Verkehrsmonitoring.

Laut Pressemitteilung des Verkehrsministeriums hat der Autoverkehr auf den Autobahnen des Landes innerhalb eines Jahres um 2,5 Prozent zugenommen. Das sind täglich durchschnittlich 63 140 Fahrzeuge.

Der Schwerlastverkehr hat um 1,8 Prozent zugenommen. Das sind durchschnittlich 9150 Laster.

Die A 8 ist am stärksten belastet. Hier liegt die Zunahme bei Autos bei 4,6 Prozent und bei Lastern bei 5,4 Prozent.