Waiblingen

Versuchter Anschlag auf Gärtnerfamilie Gropper

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Der Beinsteiner Gärtner Thomas Gropper wird immer wieder Opfer versuchter Anschläge. © ZVW/Alexandra Palmizi
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Gropper Stauden
Nagel am Reifen des Lastwagens. © ALEXANDRA PALMIZI
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Die Bremsleitung wurde manipuliert. © ALEXANDRA PALMIZI

Waiblingen. Die Staudengärtnerei von Thomas Gropper liegt friedlich in der Morgensonne. Doch in der Nacht zum Donnerstag ist sie zum Tatort eines versuchten Anschlags auf den Besitzer, seine Familie und Mitarbeiter geworden. Eine Bremsleitung an seinem Lastwagen wurde angeritzt, Autoreifen wurden zerstochen und Nägel vor dem Lastwagen ausgelegt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Am Donnerstagmorgen um 6.30 Uhr hat ein Mitarbeiter der Beinsteiner Gärtnerei die ersten Spuren des Anschlags entdeckt. Die Reifen seines auf dem Gärtnereigelände abgestellten Opels waren platt. Drum herum waren lange Nägel ausgelegt.

Der Mann alarmierte seinen Chef, und zusammen durchsuchten sie das Areal. „An meinem Lastwagen lagen Nägel direkt vor den Reifen“, berichtet Thomas Gropper, noch immer sichtlich erregt. Die Bremsleitung des Lkws war angeschnitten. Wäre Thomas Gropper wie so oft im Morgengrauen auf den Großmarkt gefahren: Wer weiß, was geschehen wäre.

Bei ihrem Rundgang stellten sie fest: Ein in einem vergitterten Schuppen abgestellter Traktor war mit Eiern beworfen worden, neben dem Schuppen lag ein Müllhaufen, auf dem der Täter Beweismittel hinterlassen hatte. Thomas Gropper alarmierte die Polizei. Diese stellte die Beweismittel sicher. Die Ermittlungen laufen. „Die Bremsleitung wurde manipuliert“, bestätigt Rudolf Bihlmaier, Pressesprecher der Polizei, auf Anfrage. Vor den Reifen seien Nägel platziert gewesen. „Wäre er losgefahren, wären die Reifen beschädigt worden“, sagt der Polizeisprecher.

Stunden später ist Thomas Gropper und seiner Frau Silvia der Schrecken noch immer anzumerken. „Klar, dass wir Angst haben“, sagt Silvia Gropper. „Jetzt müssen wir wieder jeden Tag kontrollieren, ob irgendwas passiert ist.“ Die Familie ist Kummer gewöhnt. Schon vor mehr als einem Jahr sei ihr Gewächshaus beschädigt worden, vor ihrem Lastwagen hätten sie wiederholt Nägel und kaputte Eier gefunden.

Beim Traktor des Landschaftsgärtners Safet Jasharaj, der auf dem Gärtnereigelände in einem offenen Schuppen einen Stellplatz gemietet hat, sei schon mal die Scheibe eingeschlagen gewesen. „An meinem Traktor habe ich außer der kaputten Scheibe auch schon Holzkreuze und kaputte Eier gefunden“, bestätigt Jasharaj. Daraufhin hätten sie am Schuppen ein Gitter angebracht. „Hier draußen kriegt ja kein Mensch mit, wenn irgendwas passiert“, sagt Silvia Gropper. Nur ihr eigenes Haus und daneben das Haus ihrer Schwiegermutter befinden sich auf dem Gärtnereigelände.

„Was muss denn noch alles passieren?“

Wer sie über die Monate und Jahre drangsaliert, dazu haben Silvia und Thomas Gropper einen dringenden Verdacht. Denn auch Thomas Groppers Bruder, der einen Gärtnereibetrieb in Remshalden hat, ist in der Vergangenheit immer wieder das Opfer von Anschlägen geworden. Ihr Schwager habe daraufhin Überwachungskameras installiert. Erfolgreich war das nicht. Der Täter habe die Kameras verhängt oder sie abgeschlagen.

Was tun? Nach dem erneuten versuchten Anschlag setzt das Ehepaar nun auf die Hilfe von Polizei und Justiz. „Wir hoffen, dass nun endlich was geschieht“, sagt Thomas Gropper. Die Manipulation am Bremsschlauch sei heftig gewesen. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn er mit dem Lastwagen losgefahren wäre und die Bremsen nicht funktioniert hätten. „Was muss denn noch alles passieren?“, fragt der Gärtner resigniert. „Muss man erst tot sein, dass was geschieht?“


Auch Bruder tangiert

Martin Gropper, der Bruder des Beinsteiners Thomas Gropper und Gärtner in Remshalden, litt lange unter Sachbeschädigungen und Schikanen. Das Ermittlungsverfahren wegen Brandes in seinen Gewächshäusern im März gegen den Verpächter wurde eingestellt. Dieser büßte eine Haftstrafe wegen Körperverletzung ab, hatte aber immer noch Freigang. Martin Gropper, der sich von ihm seit Jahren terrorisiert sieht, will im Frühjahr 2020 nach Beinstein ziehen: „Wir werden jetzt, so schmerzvoll, wie es ist, einen Schlussstrich ziehen“, sagte er gegenüber der Zeitung.
Mit seiner Gärtnerei und der Blumen-Markthalle zieht er nun um nach Beinstein.