Waiblingen

Vom Amtsgericht Waiblingen wegen Geldwäsche verurteilt: 53-Jährige fällt auf Bekannten herein

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Symbolfoto. © ZVW/Alexandra Palmizi

Zu einer Gesamtgeldstrafe in Höhe von 1800 Euro ist eine 53-Jährige vom Amtsgericht Waiblingen verurteilt worden. Der Tatvorwurf: leichtfertige Geldwäsche. Dass sie sich strafbar mache, sei ihr lange Zeit nicht bewusst gewesen, sagt sie im Gerichtssaal unter Tränen aus. Einem Bekannten, den sie seit mehr als sechs Jahren von der Kirche her kennt, wollte sie einen Gefallen tun. Sie wollte ihm helfen, doch dieser nutzte die Gutgläubigkeit der Angeklagten aus.

Im Jahr 2019 sprach der Bekannte, er wird an dieser Stelle Detlef genannt, die Angeklagte an und fragte sie, ob er ihr Bankkonto für einen Geldtransfer benutzen könnte. Detlef habe einen Cousin in Italien. Weil es ihm dort wirtschaftlich schlecht gehe, müsse dieser zurück nach Afrika reisen, wo er herkomme. Zuvor wolle ihm Detlef ein Auto beschaffen, das dann ebenfalls nach Afrika verschifft werden sollte. Daraufhin gingen Zahlungen auf dem Bankkonto der Angeklagten ein – elf an der Zahl. Angefangen mit 5000 Euro und 4500 Euro, mehrmals taucht die Summe 2500 Euro auf, insgesamt gingen 29 000 Euro bei der Angeklagten ein. Das Geld hob sie anschließend bis auf einen kleineren Restbetrag ab und übergab es Detlef am Bahnhof Waiblingen, wo sie sich getroffen hatten.

Angeklagte wurde misstrauisch

Nachdem einmal mehrere Zahlungen nur mit einem kurzen zeitlichen Abstand bei ihr eintrudelten, habe die Angeklagte Detlef zur Rede gestellt. Er versicherte aber, dass alles in Ordnung sei. Die Angeklagte wunderte sich noch, warum eine Frau als Absender auf dem Kontoauszug erschien. Das sei die Frau des Cousins, entgegnete Detlef ihr. Als Verwendungszweck wurden Werkzeug, Bohrer, Materialkosten oder Baumaterial angegeben, was die Angeklagte, die amerikanischer Herkunft ist und nur gebrochen Deutsch spricht, nur zweitrangig stutzig machte.

Was die Angeklagte nicht wusste, ist: Detlef hat gar keinen Cousin in Italien. Über eine Dating-Plattform im Internet hat er Marianne (Name von der Redaktion geändert) kennengelernt. Ihr gaukelte er die große Liebe vor und gab an, dass er in Schweden auf einer Ölplattform arbeite. Nach einigen Wochen erzählte er ihr, dass es dort eine Verpuffung gegeben habe. Er bat sie um Hilfe und stellte eine erste Geldforderung. Er versicherte ihr, das Geld zeitnah zurückzuzahlen, nannte ein Datum; am Folgetag wolle er nach Deutschland kommen, um Marianne zu besuchen. Mit dem Geld wolle er Werkzeug kaufen, um Reparaturen auf der Bohrinsel vorzunehmen. Marianne überwies ihm schließlich das Geld – insgesamt 29 000 Euro, aufgeteilt in elf Zahlungen. Die Beträge gingen aber nicht auf dem Bankkonto von Detlef ein, sondern auf dem der Angeklagten. Wie sich bei der Beweisaufnahme andeutete, ermitteln weitere Polizeipräsidien gegen Detlef zum selben Tatvorwurf.

Angeklagte hat keine Vorstrafen

„Wenn man fahrlässig Geld vom Konto schiebt und dabei hätte erkennen müssen, dass da was nicht stimmt, ist man schnell in der Straftat“, erklärte Richter Weigel der Angeklagten. Mit Verteidiger Daniel Grau und der Staatsanwaltschaft einigte man sich darauf, das Strafverfahren mit der Strafzahlung im Hinblick auf die weiteren Geldbeträge einzustellen. Die Angeklagte hatte sich bislang nichts zu Schulden kommen lassen. Seit sie in Deutschland lebe, das sind rund zehn Jahre, habe sie immer ihr Geld verdient. „Ich möchte die Sache einfach abschließen“, sagt sie vor Gericht aus. „Ob ich mich strafbar gemacht habe oder nicht, das sei dahingestellt!“ Die Geldstrafe muss die Angeklagte in 90 Tagessätzen zu je 20 Euro begleichen.

Zu einer Gesamtgeldstrafe in Höhe von 1800 Euro ist eine 53-Jährige vom Amtsgericht Waiblingen verurteilt worden. Der Tatvorwurf: leichtfertige Geldwäsche. Dass sie sich strafbar mache, sei ihr lange Zeit nicht bewusst gewesen, sagt sie im Gerichtssaal unter Tränen aus. Einem Bekannten, den sie seit mehr als sechs Jahren von der Kirche her kennt, wollte sie einen Gefallen tun. Sie wollte ihm helfen, doch dieser nutzte die Gutgläubigkeit der Angeklagten aus.

Im Jahr 2019 sprach der

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