Waiblingen

Von der Pandemie zur Plage: Hat Waiblingen wegen Corona ein Rattenproblem?

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Symbolbild. © Glavo/pixabay

Hat die Stadtverwaltung wegen der Corona-Krise weniger Zeit, um Ratten im Schach zu halten? Das vermutet zumindest eine Leserin, die kürzlich eine Ratte auf der Oppenländerstraße gesichtet hat – „am helllichten Nachmittag“, wie Claudia Schöggl in einer E-Mail betont.

Das Nagetier sei dort herumgelaufen und habe „null Angst“ gehabt. Die Waiblingerin hält das Verhalten der Ratte – ihrer Beurteilung nach ein Jungtier – für „äußerst ungewöhnlich und merkwürdig“. Und meint: „Vermutlich ist in den Wochen der Corona-Krise recht wenig an eindämmenden Maßnahmen geschehen, und so konnten die sich jetzt entsprechend unbehelligt vermehren – und so hat die Population unter Umständen unkontrolliert zugenommen.“

Stadt Waiblingen widerspricht: Ratten werden bekämpft wie immer

Was ist an dem Vorwurf dran? Wurde wegen Corona tatsächlich an dieser Front mit Ressourcen gespart? Nein, heißt es bei der Verwaltung. „Die Rattenbekämpfung wird von der Stadtentwässerung an einen Dienstleister vergeben, der diese in diesem Jahr in üblichem Umfang umgesetzt hat“, beantwortet der Fachbereich Büro Oberbürgermeister unsere Anfrage.

Generell, so Ordnungsamtsleiter Oliver Conradt, gebe es immer wieder Mitteilungen über gesichtete Ratten. „Im städtischen Kanalnetz erfolgen auch aktuell flächendeckende Bekämpfungsmaßnahmen mit Ködermaterialien.“ Wo häufiger Ratten herumlaufen, könne es eine Futterquelle geben. "Je mehr Nahrungsangebote sich in der Umgebung befinden, desto attraktiver werden die entsprechenden Kanalabschnitte in der Umgebung als Rückzugsräume", berichtet Conradt. Grundstücksbesitzern rät er, Mülleimer geschlossen zu halten und keine Essensreste im Kompost zu entsorgen. „Nur durch Ausschalten des Nahrungsangebotes lassen sich Ratten dauerhaft vertreiben.“