Waiblingen

Wahl des Jugendgemeinderats in Waiblingen: Kandidatensuche startet

Jugendgemeinderat
Lorena Reci (links) und Arzu Kulpinari haben viel aus ihrer Amtszeit mitgenommen. © ZVW/Gaby Schneider

Wenn Lorena Reci (17) und Arzu Kulpinari (21) auf ihre Zeit im Jugendgemeinderat der Stadt Waiblingen zurückblicken, strahlen sie über das ganze Gesicht. „Ich bin selbstbewusster und eigenständiger geworden“, erzählt Arzu, in deren Jugend der Rat immer ein fester Bestandteil war. Ihre eigene Reise begann damals in der Schule, als Mitglieder des Rats Kandidaten für die Neuwahlen anwarben. Nun ist sie 21 Jahre alt und beendet damit ihre letzte Amtszeit, denn im März wird neu gewählt.

Der Jugendgemeinderat existiert in Waiblingen nun seit 1994 und besteht derzeit aus acht jungen Frauen und neun jungen Männern zwischen dem 14. und 19. Lebensjahr. Er fungiert als Sprachrohr für die Jugendlichen der Stadt und vertritt ihre Interessen überparteilich etwa vor dem Gemeinderat. Darüber hinaus hat der Rat ein eigenes Budget für die Umsetzung von Aktionen und Ideen und wird bei Planungen der Stadt, die die Interessen der Jugendlichen berühren, miteinbezogen.

Für diese Vernetzung nehmen die Mitglieder auch an den Sitzungen anderer Gremien teil. „Ich vertrete meine Interessen und die der anderen gerne“, erklärt Lorena. Arzu schließt sich ihrer Kollegin an: „Jeder, der etwas bewirken möchte, hat hier die Chance dazu“. Um das umzusetzen, hat der Jugendgemeinderat eigene Ausschüsse gebildet. Je nach Interessen können sich die Mitglieder dann auf diese Ausschüsse verteilen und an verschiedenen Projekten mitwirken. Die Ehrenamtlichen selbst treffen sich außerdem regelmäßig zu Hauptsitzungen und erhalten dafür 10 Euro Sitzungsgeld.

Digitaler Pizza-Abend statt persönlichem Treffen

„Viele Dinge konnten wir nicht machen“, erzählt Lorena. Dennoch findet sie, dass ein guter Kompromiss im Umgang mit der Pandemie gefunden worden ist. „Anfangs ging es bei unseren Treffen mehr darum, wie es uns mit der Situation geht“, erinnert sich die Siebzehnjährige. Ein digitaler Pizza-Abend war nur eine der kreativen Ideen, die Lage angenehmer zu gestalten, denn viele Projekte mussten auf Eis gelegt werden.

Eine positive Erinnerung ist der Waiblinger Weihnachtsmarkt 2019. Damals noch konnte der Stand des Jugendgemeinderats aufgebaut werden, dessen Einnahmen der Tafel gespendet wurden. Dass die sogenannte Weihnachtshütte dann in den beiden darauffolgenden Jahren nicht mehr stattfinden konnte, war „schon am enttäuschendsten“ sind sich die beiden Waiblingerinnen einig. Auch die Party in der Villa Roller und die Aktion „Pause mit Herz“ mussten ausfallen.

Trotz der Rückschläge sei ein guter Mittelweg gegangen worden, meint Lorena Reci, denn nicht alle Projekte wurden abgesagt. Mit der App „YourWN“ wurde ein Lösungsansatz entwickelt, der Jugendlichen die Teilnahme an Meinungsumfragen ermöglicht. So wird ein Austausch hergestellt, damit der Rat besser auf die Bedürfnisse eingehen kann. Dass die App eine tolle Chance bietet, sich mit den Jugendlichen auszutauschen, darüber sind sich die Ratsmitglieder einig. Nur an der Bereitschaft, die App zu nutzen, hapert es an der ein oder anderen Stelle noch.

Nicht zuletzt die Graffiti-Wand im Skatepark sorgte dann aber für Aufschwung. Das sei ein Projekt, das „wirklich aktiv genutzt wird“. Die Freude über den Anklang ist groß und wenn dafür gestimmt wird, stünde dem Bau einer weiteren Wand nichts im Wege. Die Fortsetzung würde dann jedoch in den Aufgabenbereich des neuen Rats fallen.

Jeder Schüler aus Waiblingen kann sich bewerben

Bis zum Freitag, 18. Februar dauert die Bewerbungsfrist noch an. Bewerben können sich alle zwischen 14 und 19 Jahren, die in Waiblingen oder in einem Teilort wohnen. Die reguläre Amtszeit beträgt zwei Jahre. Viel wichtiger als politische Erfahrung sei die Motivation, Dinge umzusetzen, erklärt Arzu Kulpinari. Aber man müsse auch akzeptieren können, wenn die eigene Meinung mal nicht durchgesetzt wird, ergänzt Lorena. Politische Strukturen zu verstehen und daraus etwas für sich zu lernen, sei mehr Ziel als Voraussetzung für die Arbeit im Jugendgemeinderat. Am Donnerstag, 17. März, findet dann die Vorstellung der Kandidaten statt und anschließend kann im Zeitraum von Montag, 21., bis Freitag, 25. März, gewählt werden. Alle Waiblinger Jugendlichen bekommen einen QR-Code per Post und können damit auch ganz bequem am Smartphone wählen. Das bestätigt Karl-Henning Reuter, Abteilungsleiter der Kinder- und Jugendförderung. Er betont, dass eine Wahl an den Schulen ebenfalls möglich sein wird. Die Ergebnisverkündung findet dann am Freitag, 25. März, in der Villa Roller ab 19 Uhr statt. Der neue Jugendgemeinderat lernt sich bei einem Einführungsseminar Anfang Mai dann noch einmal besser kennen.

In diesem Jahr wird Lorena an vier Schulen gehen und neue Kandidaten anwerben. „Keine Angst haben, dass man fehlschlagen könnte und einfach bewerben“, ist ihr ganz persönlicher Tipp. Das Bewerbungsportal befindet sich unter www.waiblingen.de/JGR-Kandidatur2022.

Wenn Lorena Reci (17) und Arzu Kulpinari (21) auf ihre Zeit im Jugendgemeinderat der Stadt Waiblingen zurückblicken, strahlen sie über das ganze Gesicht. „Ich bin selbstbewusster und eigenständiger geworden“, erzählt Arzu, in deren Jugend der Rat immer ein fester Bestandteil war. Ihre eigene Reise begann damals in der Schule, als Mitglieder des Rats Kandidaten für die Neuwahlen anwarben. Nun ist sie 21 Jahre alt und beendet damit ihre letzte Amtszeit, denn im März wird neu

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