Waiblingen

Waiblingen: Angeklagter wollte mit gefälschtem Impfpass zum Kampfsport-Turnier

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Impfpass
Symbolfoto. © ZVW/Gaby Schneider
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:) Fälscherwerkstatt
Symbolbild: Impfausweis. © ZVW/ Gabriel Habermann

Mit zwei Lehrstellen hat es nicht geklappt und dann hat ein 24-jähriger Waiblinger gedacht, er könne mit seinem für 250 Euro eingekauften, falschen Impfpass europäischer Superstar bei einem MMA-Wettkampf (Mixed-Martial-Arts), eine Vollkontakt-Kampfsportart, werden. Das ging mit dem Urteil des Amtsgerichts Waiblingen gründlich schief und Richter Fabian Lindner lässt 120 Tagessätze zu jeweils fünf Euro Lehrgeld bezahlen.

Selbst mit einer Vorladung als Angeklagter sieht der junge Waiblinger bis heute nicht ein, dass er sich impfen lässt. Sicherheitsvorkehrungen für seinen Auftritt beim Waiblinger Amtsgericht waren getroffen und während der Verhandlung alle Fenster offen, weil der Angeklagte auch noch Zuhörer mitbrachte. Strafgerichte, so machte Richter Fabian Lindner klar, seien nicht der Ort, um irgendwelche Impfdebatten zu veranstalten.

Zu verantworten hatte sich der 24-Jährige, weil er einer Apothekerin am 13. Dezember 2021 gegen 15.30 Uhr einen gefälschten gelben Impfpass vorlegte, um einen gefälschten QR-Code auf sein Handy zu bekommen. Gegenüber der Apothekerin gab der Angeklagte an, er hätte sich im Oktober und November in medizinischen Zentren gegen Corona impfen lassen, was schlichtweg gelogen war.

Apothekerin entdeckt Fälschung

„Der kam mit einem gelben Impfpass auf mich zu und wollte ein Impfzertifikat haben“, konnte sich die Waiblinger Apothekerin - mit jeder Menge Kundschaft jeden Tag - noch ziemlich gut an den Kunden erinnern, der ihr schlichtweg seltsam vorkam.

Ihr sei bei der Impfpasskontrolle aufgefallen, dass das Wasserzeichen fehlt und sie habe den Kunden sicherheitshalber gefragt, ob er damit einverstanden ist, dass sie ihn nach seinen Personalien fragt. Unter Kolleginnen, so die Zeugin weiter, habe sie sich auch noch mit einer Sprechstundenhilfe einer Arztpraxis beraten, worauf sich herausgestellt habe, dass der 24-Jährige, nicht als einziger mit gefälschten Impfdaten unterwegs ist.

Im Falle des Waiblingers ging es nicht darum, mit gefälschten QR-Codes zu Partys zu kommen, sondern um an den deutschen und an den europäischen MMA-Meisterschaften teilnehmen zu können, weil er mit zwei Ausbildungen gescheitert ist.

Die Waiblinger Polizei, welche die gefälschten Impfungen beschlagnahmt hat, kam pünktlich in den Zeugenstand. Dennoch mussten die Beamten, nach der aus der Sicht des Gerichts absolut glaubhaften Zeugenaussage der Apothekerin, nicht mehr gehört werden. Somit war die Beweisaufnahme wasserdicht.

Paul-Ehrlich-Institut überprüft Echtheit

Überprüfen lassen hatte die Strafabteilung des Waiblinger Amtsgerichts die Impffälschungen sogar beim Paul-Ehrlich-Institut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.

Mit zwei Lehrstellen hat es nicht geklappt und dann hat ein 24-jähriger Waiblinger gedacht, er könne mit seinem für 250 Euro eingekauften, falschen Impfpass europäischer Superstar bei einem MMA-Wettkampf (Mixed-Martial-Arts), eine Vollkontakt-Kampfsportart, werden. Das ging mit dem Urteil des Amtsgerichts Waiblingen gründlich schief und Richter Fabian Lindner lässt 120 Tagessätze zu jeweils fünf Euro Lehrgeld bezahlen.

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Selbst mit einer Vorladung als Angeklagter sieht der

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