Waiblingen

Waiblingen: Fast 100.000 beim Altstadtfest - wie war es für Polizei und Retter?

Altstadtfest Polizei
Für die Polizei blieb es weitgehend ruhig: Einmal fanden Beamte Kokain. © Gabriel Habermann

Ein überwiegend entspanntes Altstadtfest - das war in Waiblingen bis Sonntagnachmittag auch der Eindruck für die Einsatzkräfte. Schlimme Verletzungen gab es nicht, nur der Alkohol sorgte für Ausfälle. Zwei Menschen wurden wegen psychischer Ausnahmezustände ins Krankenhaus gebracht. Ein junger Mann bedrohte einen anderen mit einem Schraubenzieher. Einer Person droht eine Anzeige, weil sie Kokain dabeihatte.

Die Polizei berichtet am Sonntagnachmittag: Schlägereien sind keine aktenkundig. In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es gegen 2.15 Uhr zu einem „Riesengeschrei“ auf der Brühlwiese, weil Alkoholisierte in Streit geraten waren. Letztlich wurden Drohungen hier nur mündlich ausgestoßen.

Trotz des heißen Wetters blieb es aus Polizei-Sicht am Samstag ruhiger als am Freitagabend. Gegen 23.30 Uhr gerieten zwei junge Männer, geboren 2002 und 2003, wegen eines Beziehungsstreits aneinander. „Einer hat einen Schraubenzieher gezückt“, so ein Polizeisprecher. Doch auch hier blieb die Bedrohung verbal.

Sachbeschädigungen hat es etwa am Freitag am Mauergang gegeben. Hier haben mehrere Jugendliche gegen 20.30 Uhr eine Tür beschädigt. Zeugen beobachteten das, konnten die Unbekannten aber nicht identifizieren. Gegen 1.45 Uhr beschädigten wiederum mehrere Unbekannte ein Eingangstor an einem Zaun in der Winnender Straße, indem sie darauf eintraten oder -schlugen. Der Sachschaden liegt laut Polizei bei mehreren Hundert Euro.

Drei Drogendelikte sind bis Sonntagnachmittag zu verzeichnen: Am Freitag wurde bei zwei Besuchern Kokain beziehungsweise Marihuana gefunden. Beamte hatten laut Präsidium den Konsum festgestellt und die Personen deshalb durchsucht. Die Mengen an Betäubungsmitteln waren gering. Strafanzeigen könnten trotzdem folgen. Genauso wie bei einem weiteren Cannabis-Fund am Samstag.

Wie bei solchen Festen üblich, kam es zu „alkoholbedingten Ausfällen“ , so die Polizei. Am Freitag musste eine 18-Jährige, die sich im psychischen Ausnahmezustand befand und laut herumschrie, in ein Krankenhaus gebracht werden. Von diesem Vorfall berichtet auch Carsten Magunia vom Roten Kreuz, Ortsverein Waiblingen. Ein weiterer Ausnahmezustand in Verbindung mit Alkohol und/oder Drogen habe am Samstag ebenfalls zu einer Klinikeinweisung geführt.

Ansonsten sei der Freitag, wohl wegen des regnerischen Wetters, sehr ruhig für das Rote Kreuz sowie die Malteser gewesen, die zusammen mit 20 Kräften auf dem Fest waren. Nur fünf dokumentierte Hilfeleistungen gab es am Eröffnungsabend. Am Samstag waren es dann deutlich mehr, nämlich 19, was aber im Durchschnitt der letzten Jahre liege. Es gab etwa Schnittverletzungen am Fuß zu versorgen oder Personen, die umgeknickt waren. Große Verletzungen gab es keine.

Kleinsthilfeleistungen, von denen es laut Carsten Magunia „jede Menge“ gab, werden gar nicht dokumentiert. Dazu zählt etwa, wenn jemand wegen eines Schnitts am Finger ein Pflaster erhält. Oder einen Eispack zum Kühlen. „Primär“ sorgte der Alkohol für die Vorfälle, so der DRK-Vertreter.

Auch die DLRG-Retter waren mit einem Boot vor Ort - falls mal jemand in die Rems fallen sollte. Laut Carsten Magunia ist eine Person tatsächlich „beim Austreten“ in den Fluss abgerutscht. Passiert sei aber nichts.

Die Erleninsel leuchtete das Technische Hilfswerk mit Scheinwerfern aus. „Weil dort ein Schwerpunkt der Jugendlichen ist, die sich dort aufhalten“, so Magunia. Dank der Beleuchtung konnten sie und die Einsatzkräfte sich besser orientieren.

„Aus unserer Sicht war es ein relativ ruhiges Fest“, sagt auch Benjamin Schock. Der Fachbereichsleiter Bürgerdienste bei der Stadt sagt, dass der Freitag im Vergleich zu vor Corona wetterbedingt weniger besucht war - dafür aber der Samstag stärker als früher. Auch für Sonntag sehe es nach einem sehr starken Besucheraufkommen aus, so Schock am Sonntagnachmittag. Insgesamt rechnet die Stadt für das 46. Altstadtfest mit 95.000 bis 100.000 Besuchern.

Für den kommunalen Vollzugsdienst blieb es im Rahmen des Üblichen für ein Fest dieser Größe. Kaum Taschendiebe , dafür alkoholbedingte Ausfälle: Da habe es womöglich einen „gewissen Nachholbedarf“ gegeben, nach zwei Jahren ohne die große Stadt-Party, mutmaßt Schock. Für Sonntagabend rechnete er nicht mit vielen Vorfällen, es seien viele Familien mit Kindern unterwegs am Abschlusstag.

Insgesamt, so Benjamin Schock: ein „gelungenes, gediegenes“ Altstadtfest.

Ein überwiegend entspanntes Altstadtfest - das war in Waiblingen bis Sonntagnachmittag auch der Eindruck für die Einsatzkräfte. Schlimme Verletzungen gab es nicht, nur der Alkohol sorgte für Ausfälle. Zwei Menschen wurden wegen psychischer Ausnahmezustände ins Krankenhaus gebracht. Ein junger Mann bedrohte einen anderen mit einem Schraubenzieher. Einer Person droht eine Anzeige, weil sie Kokain dabeihatte.

Die Polizei berichtet am Sonntagnachmittag: Schlägereien sind

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper