Waiblingen

Waiblingen: Flüchtlinge aus der Ukraine in der BBW-Halle - eine Familie erzählt

BBW Halle Ukrainer
Das Ehepaar aus Kiew mit seinen beiden Kindern (15 und 9 Jahre alt) erzählte unserer Redaktion seine Geschichte. © ZVW/Gabriel Habermann

Ein eigener Kühlschrank, verschließbare Kleiderschränke im Zimmer, eigene Steckdosen für die Smartphones: In der Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge in der Sporthalle des Berufsbildungswerks Waiblingen (BBW) wird versucht, den Menschen ein Stück Privatsphäre zu geben. Natürlich ist es eine Sammelunterkunft mit insgesamt 120 Schlafplätzen, davon 24 für Babys – doch die Caritas-Sozialarbeiterin Sviatlana Babyleva, Stefan Saltikiotis, der Integrationsbeauftragte des Rems-Murr-Kreises, und viele andere Hauptamtliche und Ehrenamtliche tun ihr Möglichstes.

Es wurde viel Spielzeug für die Kinder gespendet, jede Familie in der Halle hat ein eigenes Zimmer mit einer Tür. „Wir fühlen uns hier wie eine Familie“, sagt eine Mutter aus Kiew, die mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern vor Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine geflohen ist.

Mutter aus der Ukraine: „Wir fühlen uns in Sicherheit“

Die Mutter spricht gut Englisch und unterhält sich am Tisch in ihrem Zimmer in der BBW-Sporthalle mit unserer Redaktion. Ihr Mann sitzt neben ihr, zwischendurch schauen die Tochter (15) und der Sohn (9) kurz vorbei. „Wir fühlen uns in Sicherheit“, sagt die Frau. Als die Familie in der Erstaufnahmestelle in Karlsruhe gewesen war, gab es dort Platz für rund 1000 Menschen. Sie zeigt ein Foto, auf dem nur Betten zu sehen sind. Einen abschließbaren Kleiderschrank und einen Kühlschrank habe es im Zimmer nicht gegeben, zum Aufladen des Handys mussten sie den Raum verlassen.

Die Mutter will nicht die Aufnahmestelle in Karlsruhe kritisieren – aber den Standard, den das BBW in Waiblingen bietet, schätzt sie sehr. Sie erzählt von einer anderen Ukrainerin in Karlsruhe, die große Angst hatte, all ihr Hab und Gut zu verlieren, weil es keinen abschließbaren Schrank gegeben habe.

BBW-Sporthalle in Waiblingen ist das neue Ankunftszentrum - nicht mehr das Schullandheim Mönchhof

Seit dem 7. April ist die Familie nun in einem sogenannten Ankunftszentrum des Rems-Murr-Kreises. Lange hatte diese Funktion auch das Schullandheim Mönchhof bei Kaisersbach – aber ab Ende April wird damit Schluss sein. Die Idee eines Ankunftszentrums ist, dass von dort aus die Familien nach und nach auf die Kommunen verteilt werden. Die Mutter aus Kiew erzählt, dass an diesem Mittwoch einige Familien eine Wohnung bekamen. Es seien allesamt Eltern mit sehr kleinen Kindern gewesen, was die Ukrainerin gut verstehen kann. „Wir können warten.“

Ihre eigenen Kindern besuchen noch nicht eine deutsche Schule. Sie erhalten im Moment Online-Unterricht von ihrer alten Schule in Kiew. „Das Internet ist in diesem Zentrum perfekt“, sagt die Mutter aus Kiew. Das Ziel ihrer Familie sei es nun, Deutsch zu lernen. Die 19-jährige Tochter, die ihr Mann in die Ehe mitbrachte, will in Berlin ihr Studium fortsetzen, das sie in Kiew wegen des Kriegs abbrechen musste. Sie hatte bereits Deutsch als zweite Fremdsprache, am Goethe-Institut in Kiew. „Wir lieben die deutsche Kultur“, sagt die Mutter. Ihr Mann wolle allerdings bald wieder in die Ukraine zurückkehren, um sich dort um seine Eltern kümmern zu können.

Mutter aus Kiew: „Wir wollen keine Russen werden“

Was die Zukunft der Ukraine angeht, hofft die Mutter, dass die russischen Angreifer wegen des Kriegs Probleme mit ihrem finanziellen Budget bekommen – und dass die Ukraine die besetzten Gebiete wieder zurückgewinnen kann. Mit Blick auf mögliche Verhandlungen mit Russland sagt sie: „Da gibt es nichts zu diskutieren.“ Und: „Wir wollen keine Russen werden.“

Den Helfern in der Halle ist sie sehr dankbar – vor allem Caritas-Sozialarbeiterin Sviatlana Babyleva, die Russisch spricht und damit wichtige Übersetzungsarbeit leistet. „Sie machen einen großartigen Job.“

Ein eigener Kühlschrank, verschließbare Kleiderschränke im Zimmer, eigene Steckdosen für die Smartphones: In der Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge in der Sporthalle des Berufsbildungswerks Waiblingen (BBW) wird versucht, den Menschen ein Stück Privatsphäre zu geben. Natürlich ist es eine Sammelunterkunft mit insgesamt 120 Schlafplätzen, davon 24 für Babys – doch die Caritas-Sozialarbeiterin Sviatlana Babyleva, Stefan Saltikiotis, der Integrationsbeauftragte des Rems-Murr-Kreises, und

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