Waiblingen

Waiblingen: Fotograf Klaus Ammon und sein Elch Berti machen Krebspatienten Mut

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Elch Berti
Der kleine Elch kommt viel herum, am Strand darf die Sonnenbrille nicht fehlen. © Klaus Ammon
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Berti Fotoelch
Diese New Yorkerin war die erste, die Klaus Ammon mit „Berti“ knipste. © Klaus Ammon
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Klaus Ammon
Fotograf Klaus Ammon. © Klaus Ammon

Fotograf Klaus Ammon und sein kleiner, plüschiger Elch „Berti“ sind ein eingespieltes Team: Gemeinsam bereisen sie die Welt und knipsen Fotos für Menschen, denen es gesundheitlich nicht gutgeht. Um sie zu motivieren und von der Erkrankung abzulenken. Die Idee dazu kam Klaus Ammon, der in Waiblingen lebt, als sein Freund Bertram Übelhör 2015 an Lungenkrebs erkrankte. Nach ihm wurde „Berti“ der Elch benannt.

Im Foto-Club Waiblingen haben sich die zwei Männer kennengelernt, sie teilten die Leidenschaft zur Fotografie. Auf einer Fotoreise nach New York im April 2015 beginnt Klaus Ammon, Passanten, Polizisten und alle, die ihm sonst noch vor die Linse laufen, mit „Berti“ abzulichten. Die Fotos schickt er seinem Freund ans Krankenbett - die Freude ist groß.

Mittlerweile hat er ein Fotobuch herausgebracht, ein weiteres soll folgen. Klaus Ammon möchte mit seinem Projekt noch viel mehr Menschen erreichen.

In New York hat das Projekt begonnen, es folgten viele weitere Reisen

Entspannt am Strand in Portugal, in der trockenen Hitze Siziliens oder auf dem Motorrad in den Alpen: „Berti“ hat in den vergangenen Jahren viele Orte bereist, der bedeutendste war wohl die US-Metropole New York im April 2015. „Ich habe eine Frau auf der Straße angesprochen und gefragt, ob sie ein Foto mit dem Elch machen möchte“, erzählt Klaus Ammon. Er habe ihr erklärt, zu welchem Zweck er die Elch-Grüße verschicke, die Passantin mit dem „funny hat“ (dt. lustiger Hut) habe nicht gezögert.

Die New Yorkerin sei dem Fotografen wegen der auffälligen Kopfbedeckung ins Auge gestochen und sollte der Beginn einer ganzen Reihe an Bildern werden, die Klaus Ammon mit seinem tierischen Begleiter geknipst und an seinen Freund in die Heimat geschickt hat.

Sogar die New Yorker Polizei lässt sich von einem Foto überzeugen

Vom Eifer gepackt habe er sich durch die Straßen New Yorks gefragt und sammelte nicht nur Bilder, sondern auch Erinnerungen: „Ich habe einen Polizisten mit Berti fotografiert, dessen Kollegin überhaupt nicht begeistert von der Aktion war.“ Auf dem Foto: Ein Polizist in Uniform, der an der Kamera vorbeischaut und keine Miene verzieht.

„Die Uniform der New Yorker Polizei ist quasi heilig“, erklärt Klaus Ammon, „ich bin wohl einer der wenigen, die ein Foto machen durften.“ Berti wird mit Handschuhen auf die Schulter des Polizisten gesetzt und der einzigartige Moment für immer festgehalten.

Ein Jahr später verliert Bertram Übelhör den Kampf gegen den Krebs. Auf Übelhörs Beerdigung erfährt Klaus Ammon von Übelhörs Sohn, dass die Foto-Grüße seinem Vater viel Kraft gegeben haben. Da habe Ammon begriffen, dass er weitermachen muss.

„Berti“ ist mittlerweile mit vielen Persönlichkeiten abgelichtet worden

Und das hat er. „Berti“ steht mehr denn je im Rampenlicht: Der kleine Elch lässt sich mit bekannten Persönlichkeiten wie ZDF-Moderator Peter Hahne oder den Moderatoren der SWR-1-Hitparade ablichten. Sein erstes Fotobuch hat er bereits herausgebracht und auf der Facebook-Seite des „Berti“-Projektes wünschen Freunde, Bekannte und Fans dem Foto-Duo Glück für ihre Reisen. Ein weiteres Fotobuch ist bereits in Arbeit. Ammons Ziel: Den Menschen weiterhin Mut machen.

Im geplanten Fotobuch druckt Klaus Ammon auch Grüße und bewegende Worte verschiedener Krebs-Patienten ab, die er auf seinen Reisen kennengelernt hat. „Ich möchte die Menschen hinaus aus dem Krankenzimmer und hinein in die Welt bringen.“

So sehr die Fotografie nun sein Leben bestimmt - eigentlich ist Klaus Ammon gelernter Automechaniker. Derzeit arbeitet er als Lkw-Verkäufer, die Leidenschaft, Momente mit der Linse einzufangen, begleitet ihn jedoch schon seit seiner Kindheit. Als Kind sei er drei Wochen in ein Jugendcamp nach St. Peter Ording an die Nordsee gefahren. Seine Mutter habe ihm damals eine Kamera mitgegeben „eine Agfa Box“, erzählt er schmunzelnd. „Da kannst du nichts kaputtmachen“, habe seine Mutter gesagt und ihm das klobige Gestell in die Hand gedrückt. Diese sollte seine erste Kamera werden, nach und nach habe sich Klaus Ammon dann weitere zugelegt, an Foto-Workshops teilgenommen und sein Hobby vertieft. 1983 zog er schlussendlich nach Waiblingen und wurde Mitglied im Foto-Club.

Das „Berti“-Projekt möchte er in Zukunft größer gestalten. „Ich kann mir vorstellen, Diashows in Gemeindehäusern zu zeigen“, sagt Klaus Ammon, irgendwie wolle er die Menschen erreichen, die „noch nicht im Krankenhaus liegen.“ Die Erlöse aus solchen Events würde er dann gerne der Krebshilfe spenden. Einen ganz besonderen Wunsch hat der Fotograf noch: Getreu dem Motto „keep on fighting“ (dt. weiterkämpfen), das vor allem durch Michael Schumacher geprägt wurde, möchte er dem Ex-Profi-Rennfahrer irgendwann gerne eines seiner Fotobücher überreichen.

Fotograf Klaus Ammon und sein kleiner, plüschiger Elch „Berti“ sind ein eingespieltes Team: Gemeinsam bereisen sie die Welt und knipsen Fotos für Menschen, denen es gesundheitlich nicht gutgeht. Um sie zu motivieren und von der Erkrankung abzulenken. Die Idee dazu kam Klaus Ammon, der in Waiblingen lebt, als sein Freund Bertram Übelhör 2015 an Lungenkrebs erkrankte. Nach ihm wurde „Berti“ der Elch benannt.

Im Foto-Club Waiblingen haben sich die zwei Männer kennengelernt, sie teilten

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