Waiblingen

Waiblingen: Friseurin Sylvia Heinlein sammelt Haare für saubere Gewässer

HAIR HELP the Oceans
Sylvia Heinlein (49), Inhaberin eines Friseursalons in der Beinsteiner Straße 12 in Waiblingen, macht seit Mitte Februar 2022 bei der Initiative „Hair help the Oceans“ mit. © ZVW/Gabriel Habermann

„Meine Restmüll-Eimer sind nicht mehr so voll“: Die Idee von „Hair help the Oceans“, mit Abfall etwas Gutes zu tun, kommt bei den Kunden von Friseurin Sylvia Heinlein sehr gut an. Die Inhaberin von Haarkonzept Sylvia Heinlein in Waiblingen macht seit Mitte Februar bei der Initiative mit, die menschliche Haare bei Friseuren in ganz Deutschland sammelt, um sie als Reinigungsmittel in verschmutzten Gewässern einzusetzen – zum Beispiel gegen ausgelaufenes Motoröl oder Benzin. Haare können nämlich viel Fett aufsaugen, auch wenn sie längst abgeschnitten wurden – sie helfen zum Beispiel auch gegen Sonnenmilch-Rückstände im Wasser.

Gründer sind der Friseur Emidio Gaudioso und Unternehmensberater Thomas Keitel

Vorbild für alles ist der Verein „Coiffeurs Justes“ (faire Friseure) aus Frankreich. Sylvia Heinlein sah darüber schon vor längerer Zeit im Fernsehen einen Bericht. Als sie dann mitbekam, dass sich in Deutschland eine Unternehmung mit ähnlichen Zielen gegründet hat, machte sie mit und ist seit Mitte Februar an Bord, als Mitglied Nummer 239.

Nun zahlt Sylvia Heinlein monatlich 21 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Finanziert wird damit unter anderem die Abholung der Haarreste, die Lagerung, die Verwaltung und die Werbung. Pro Monat spendet die Unternehmergesellschaft zudem für jeden Partnersalon einen Euro, der in den Kampf gegen Plastikmüll im Meer fließt. Gegründet wurde sie von dem Friseur Emidio Gaudioso aus Bückeburg und dem Würzburger Unternehmensberater Thomas Keitel.

Aus sehr langen Haaren werden Perücken für krebskranke Kinder

Bislang hat Sylvia Heinlein in knapp sieben Wochen zwischen sechs und sieben Kilo Haare von ihren Kunden sammeln können. Sie lagert alles in einem Karton, den sie bald abholen lassen will. „Die Kartons dürfen bis zu zehn Kilo wiegen“, sagt die 49-Jährige. Das Tolle sei, dass jedes Haar gebraucht werden könne, egal wie lang es sei. Wenn sie mal Haare abschneidet, die 25 Zentimeter oder länger sind, dann werden diese speziellen Haare für Echthaar-Perücken für krebskranke Kinder benutzt.

Friseurin Sylvia Heinlein: „Es ist immer noch nicht wie vor Corona“

Sylvia Heinlein hat fest vor, bei „Hair help the Oceans“ langfristig mitzumachen. Das Geld dafür investiert sie gerne. Leicht ist die Lage für ihre Branche nach zwei Jahren Pandemie immer noch nicht. „Es ist immer noch nicht wie vor Corona“, sagt die 49-Jährige mit Blick auf die Umsätze. Früher seien die Kunden zudem alle vier bis sechs Wochen gekommen, heute sei es eher alle sechs bis neun Wochen. „Klar, die Leute haben weniger Geld, alles wird teurer“, sagt Sylvia Heinlein, die erst zum 4. Januar 2021 den Salon von ihrer damaligen Chefin Ilona Fränzel übernommen hat – mitten während des zweiten Lockdowns. Während nun fast überall gelockert wird und die Maske fällt, lege ihnen die Berufsgenossenschaft weiter nahe, dass beim Friseur eine Maske zu tragen sei, sagt Sylvia Heinlein – und das würden sie und ihre beiden Mitarbeiterinnen natürlich tun. „Wir tragen sowieso Maske.“

Ukraine-Krieg: Extensions für die Haare und Mittel zum Haarefärben sind teurer geworden

Dass wegen des Ukraine-Kriegs überall vieles teurer wird, merkt Sylvia Heinlein auch selbst. Nicht nur das Gas koste mehr, auch viele Produkte für den Friseursalon würden nun zwischen zehn und 30 Prozent mehr kosten. Teurer geworden seien zum Beispiel Extensions für die Haare, aber auch Mittel zum Haarefärben.

Die 49-Jährige geht deshalb davon aus, dass sie irgendwann auch keine andere Wahl mehr hat, als die Preise für die Kunden zu erhöhen. „Es muss sich wirtschaftlich lohnen.“

„Meine Restmüll-Eimer sind nicht mehr so voll“: Die Idee von „Hair help the Oceans“, mit Abfall etwas Gutes zu tun, kommt bei den Kunden von Friseurin Sylvia Heinlein sehr gut an. Die Inhaberin von Haarkonzept Sylvia Heinlein in Waiblingen macht seit Mitte Februar bei der Initiative mit, die menschliche Haare bei Friseuren in ganz Deutschland sammelt, um sie als Reinigungsmittel in verschmutzten Gewässern einzusetzen – zum Beispiel gegen ausgelaufenes Motoröl oder Benzin. Haare können

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