Waiblingen

Waiblingen: Gefahr von Legionellen in den eigenen vier Wänden steigt im Urlaub

Dusche
Eine Infektion findet über die Atemwege statt, zum Beispiel beim Einatmen von Wasserdampf beim Duschen. © ZVW/Benjamin Büttner

Hurra, die Schulferien sind da: In den kommenden Wochen werden viele Waiblinger dem Alltag entschwinden, wenn Ausflüge, Kurz-Trips oder der langersehnte Urlaub endlich anstehen. Oft geht es bei den heißen Temperaturen ans Meer, einen See oder ins Freibad. Während anderorts ins frische Nass gesprungen wird, stehen die Wasserleitungen zu Hause still. „Wasser, das steht, stirbt“, weiß Frank Mildner.

Er ist Sachverständiger für Trinkwasser-Hygiene und entdeckte kürzlich einen Legionellen-Befall bei einer Routine-Untersuchung in der Schofer-Siedlung Waiblingen. Dort konnte eine deutliche Überschreitung des Grenzwertes für Legionellen nachgewiesen werden, ein Duschverbot wurde ausgesprochen. Das Gesundheitsamt teilt mit: „Wir erhalten im Schnitt für Waiblingen etwa fünf Meldungen der Überschreitung pro Monat.“

Nach 72 Stunden keine Trinkqualität

Die Ursache in der Schofer-Siedlung lag zwar nicht in der Nicht-Nutzung des Wassers, sondern an der veralteten Technik - doch in beiden Fällen entsteht ein Nährboden für die Bakterien, so der Experte. Und das geht ganz schön schnell: „Wasser hat schon nach 72 Stunden Nicht-Nutzung keine Trink-Qualität mehr. Dort, wo keine Entnahme mehr stattfindet, steigt das Risiko“, erzählt Frank Mildner. Er sei ein „berufsgebranntes Kind“ und habe selbst schon einmal eine Infektion mit Legionellen erlebt.

Demnach weisen Erkrankte grippeähnliche Symptome bis hin zur Lungenentzündung auf, die Übertragung finde bei der Einatmung der Aerosole statt, also hauptsächlich beim Duschen. Sein Tipp: Laufen lassen. „Ich selbst lasse morgens so lange Wasser laufen, bis es die Betriebstemperatur erreicht hat.“ Die Bildung von Legionellen sei nämlich stark von der Wassertemperatur abhängig, am wohlsten fühlen sich die Bakterien zwischen 25 und 45 Grad.

Außentemperatur hat Einfluss

Wenn er den Wasserhahn aufdreht, stelle er stets eine Gießkanne unter das Spülbecken, um das Wasser dann für die Pflanzen zu nutzen. Durch diese Routine hat er eine erstaunliche Feststellung gemacht: „Im Winter reicht mir eine Fünf- Liter-Kanne“, im Sommer hingegen komme er auf ganze 30 Liter, die durchlaufen, bis das Wasser kalt ist.

Ein gutes Beispiel, das Frank Mildner zufolge zeigt, dass die Temperatur des Wassers auch von der Außentemperatur abhängig ist und damit wiederum Einfluss auf die Legionellen-Bildung in der Leitung hat. Wer aus dem Urlaub zurückkommt, der sollte also einmal „alle Hähne aufdrehen“.  Damit wird das abgestandene Wasser herausgespült. Generell empfiehlt er, jeden Wasserhahn im Haus oder in der Wohnung mindestens einmal am Tag zu benutzen. Im Idealfall können Freunde oder Bekannte, die sowieso zur Pflanzenpflege vorbeischauen, die Hähne einmal aufdrehen. 

Auch die Heizung abzuschalten sei über einen längeren Zeitraum zum Energiesparen prinzipell gut, doch sobald die Warmwasser-Temperatur unter die vorgeschriebenen 60 Grad sinkt, steigt das Legionellen-Risiko. Bei abgeschalteter Heizung erhitzt das Warmwasser nicht mehr und kühlt ab – in den Bereich, der für Legionellen optimal ist. 

Außerdem empfiehlt der Experte eine regelmäßige Prüfung. Laut Trinkwasser-Verordnung ist diese für vermietete Wohnungen mit zentralem Heizungssystem obligatorisch. Doch gibt es auch Mietwohnungen mit Etagenheizung oder solche, die eben vom Eigentümer selbst bewohnt werden. In diesen Fällen müssen sich die Bewohner selbst darum kümmern, dass das Trinkwasser auf Legionellen geprüft wird. Frank Mildner empfiehlt: „Alle drei Jahre.“

Hurra, die Schulferien sind da: In den kommenden Wochen werden viele Waiblinger dem Alltag entschwinden, wenn Ausflüge, Kurz-Trips oder der langersehnte Urlaub endlich anstehen. Oft geht es bei den heißen Temperaturen ans Meer, einen See oder ins Freibad. Während anderorts ins frische Nass gesprungen wird, stehen die Wasserleitungen zu Hause still. „Wasser, das steht, stirbt“, weiß Frank Mildner.

Er ist Sachverständiger für Trinkwasser-Hygiene und entdeckte kürzlich einen

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